Fußball-Landesklasse: Ersatzgeschwächtes Warnau entführt Last-Minute-Dreier aus Möringen

Irres Finish im Top-Spiel

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Zwischen den Möringern mit Maik Seguin (links) und den Kickern des SSV Havelwinkel Warnau mit Sven Ahlendorf (rechts) ging es im Top-Spiel der Landesklasse ordentlich zur Sache.

Möringen. Es stand nicht nur Top-Spiel drauf, sondern es war auch Top-Spiel drin. Zwar dauerte es bis in die Mitte der zweiten Halbzeit, bis die Partie zwischen dem Möringer SV und Havelwinkel Warnau ordentlich an Fahrt aufnahm, doch dann war sie nicht mehr zu bremsen.

Eine Szene folgte auf die andere. Am Ende setzten sich die Gäste aus dem Havelwinkel glücklich aber nicht komplett unverdient beim MSV mit 3:2 durch und bleiben damit auch nach fünf Spielen neben Krüden/Groß Garz eines von zwei Teams ohne jeglichen Punktverlust in der Landesklasse.

Jedoch fuhren die Mannen von SSV-Coach Ralf Franke unter schlechten Vorzeichen nach Möringen, hatten sie mit ihrem Trainer selbst bis zur Halbzeitpause nur einen Wechselspieler auf der Bank. Dennoch fanden die Gäste gut in die Partie und erspielten sich bereits früh, nach nur sechs Minuten, die Führung. Kevin Schmoock vollendete einen Konter. Dies war auch bereits das einzige Highlight des ersten Durchgangs.

Auch nach dem Wechsel benötigte das Geschehen noch ein wenig Anlaufphase. Erst als MSV-Ersatzcoach Marcus Laser, er vertrat den im Urlaub weilenden Heino Kühne, den pfeilschnellen Patrick Huch von der Bank brachte (65.), wurde es ein Top-Spiel.

Nur 180 Sekunden nach seiner Einwechslung brachten sich Huch und der MSV erst per Nachschuss, dann durch einen Kopfball auf die Anzeigentafel und drehten das Geschehen (67./69.). Auch in der Folge baute Möringen weiter Druck auf und die Gäste zollten der minimalen Wechselmöglichkeiten Tribut.

Einzig eine Standardsituation brachte die Warnauer wieder zurück ins Spiel. Nach einem langen Ball von Timm Hensel stieg Markus Bunkus, der im ersten Abschnitt noch als Torwart fungierte, am höchsten und verwandelte zum Ausgleich – 2:2 (78.)

Dann wurde es irre: Zunächst verschoss Torsten Meier einen Strafstoß gegen John Ziesmann (81.), doch in der Nachspielzeit machte er es besser und schloss nach Vorlage von Kapitän René Gerngroß zum 3:2-Siegtreffer ab. „Das ist das Glück des Tüchtigen“, so Ralf Franke überglücklich nach Spielende. „Uns haben heute sechs Spieler gefehlt. Dennoch haben wir die Qualität in der Mannschaft, um gegen Möringen zu bestehen. Die Moral stimmt. Auch die Spieler, die drei Wochen nicht spielen, kommen rein und machen ihr Match.“

Von Falk-Stéphane Dezort

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