Fußball: Hallentraining mitten in der heißen Phase – Lok-Trainer Sven Körner sauer

„Indiskutable Bedingungen“

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Trainer Sven Körner kann in Stendal eine erfolgreiche Bilanz vorweisen. Topspiele ausschließlich in der Halle vorbereiten, ist aber auch für ihn ein unmögliches Unterfangen. 

Stendal. Es gibt vermutlich keine Floskel im Hinblick auf Spielplan-Konstellationen, die verbrauchter ist als die von den sprichwörtlichen „Wochen der Wahrheit“. Genau in diesen befindet sich aber derzeit der 1. FC Lok Stendal.

Ungewohnt gut in die Saison gestartet entscheidet sich spätestens am kommenden Wochenende mit dem Heimspiel gegen den SV Dessau, ob die Altmärker in der Lage sind, über die Hinrunde hinaus im Kampf um den Aufstieg mitzumischen.

Obwohl die ersten drei Gipfeltreffen gegen Amsdorf (2:1), IMO Merseburg (1:1) und Haldensleben (2:2) allesamt ungeschlagen überstanden wurden und Lok am Sonntag die Tabellenführung übernehmen kann, schlägt Trainer Sven Körner jetzt Alarm. Unter den aktuellen Bedingungen sei es fast unmöglich, erfolgreich auf wichtige Spiele wie das gegen Dessau hinzuarbeiten.

Der Grund: Die Trainingsplätze „Am Hölzchen“ sind nach den üppigen Regenfällen der letzten Wochen in einem katastrophalen Zustand und mittlerweile von der Stadt gesperrt. Der 1. FC Lok Stendal ist als Verbandsligist gezwungen, auf Hallentraining umzusteigen – und das schon im November. „Das ist einfach indiskutabel, wenn man oben mitspielen und vielleicht sogar die Oberliga anpeilen will“, schimpft Trainer Sven Körner deshalb nicht ganz zu Unrecht. Mitten in den wichtigsten Wochen der Saison ist laut Körner „kein zielgerichtetes Training hinführend auf Spitzenspiele mehr möglich“.

Ein Ärgernis für den ambitionierten Trainer, der mit seiner Mannschaft gern die Chance auf eine Spitzensposition zum Jahreswechsel ergreifen würde. Doch die Realität sieht anders aus wie der Coach berichtet: „Seit zwei Wochen machen wir Hallentraining und gehen ins Fitnessstudio.“ Dass sei zwar immerhin besser, als sich gar nicht bewegen zu können, mit dem Fußballtraining eines Verbandsligisten, der um den Oberliga-Aufstieg mitspielt, haben die aktuellen Zustände an den Trainingstagen aber herzlich wenig zu tun. „Das sind alles nur Ventillösungen, die auf Dauer nicht funktionieren können“, legt Körner den Finger in die Wunde.

Immerhin ist für den Trainer, der diese Mängel schon seit Jahren vergeblich beklagt, die Lösung aller Probleme in Reichweite. Schließlich entsteht am „Hölzchen“ ein wetterfester Kunstrasenplatz. Zum Auftakt der Rückrunden-Vorbereitung im Januar soll er fertig und zum Training freigegeben sein. Bis dahin könnte der 1. FC Lok Stendal seine gute Ausgangsposition in der Liga aber schon verspielt haben. Aufstieg verpasst wegen schlechter Trainingsbedingungen – ein Horrorszenario, für das sich in Stendal am Ende der Saison sicherlich niemand rechtfertigen möchte. Aktuell bleibt dem Verein aber nichts weiter übrig, als auf besseres Wetter zu hoffen.

Von Tobias Haack

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