DHB-Team schafft die Olympia-Qualifikation

„In der Abwehr enorm gesteigert“

Nationalspieler Hendrik Pekeler im Zweikampf mit dem Schweden Jim Gottfridsson.
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Wichtiger Eckpfeiler: Hendrik Pekeler vom THW Kiel sorgte im Abwehrverbund für die nötige Stabilität.
  • Tobias Weber
    VonTobias Weber
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Altmark - Ziel erreicht, Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio in der Tasche. Für die deutsche Handball-Nationalmannschaft lief das Qualifikationsturnier in Berlin überaus erfolgreich. Christian Herrmann, Trainer des Handball-Oberligisten SV Oebisfelde, verfolgte alle drei Begegnungen der DHB-Auswahl und zeigte sich beeindruckt.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das große Ziel erreicht und die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Tokio geschafft. Die DHB-Auswahl bestritt am Wochenende in Berlin das Qualifikationsturnier erfolgreich und löste gemeinsam mit den Schweden das begehrte Olympia-Ticket.

Damit ist nun auch der Weg frei, um das ausgegebene Ziel der DHB-Verantwortlichen in Angriff zu nehmen. Nach dem Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft in Ägypten, bei der die Sieben von Trainer Alfred Gislason bereits nach der Hauptrunde die Segel streichen musste und somit das Viertelfinale verpasste, sorgte Bob Hanning bekanntlich für Aufsehen. Der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) gab nämlich nicht weniger als die olympische Goldmedaille als Ziel aus. Zu diesem Zeitpunkt war die deutsche Mannschaft allerdings noch nicht einmal qualifiziert.

„Dieses Ziel wurde ja nicht erst im Laufe der Weltmeisterschaft in Ägypten formuliert, sondern war schon länger bekannt. Dennoch ist so eine Aussage nach einem recht frühen Ausscheiden natürlich schon etwas gewagt“, findet Christian Herrmann, Trainer der Oebisfelder Handballmänner. „Trotzdem ist die Zielvorgabe schon in Ordnung. Denn ich fahre ja nicht zu einem Turnier und will dann Platz acht oder fünf erreichen“, kann Herrmann die Zielstellung dennoch nachvollziehen. Der SVO-Coach ist Handballer durch und durch und hat natürlich auch das Qualifikationsturnier verfolgt. „Ich habe mir natürlich alle drei Spiele komplett angeschaut, wobei mich die deutsche Mannschaft wirklich positiv überrascht hat“, so Herrmann. Im ersten Spiel gelang der DHB-Auswahl ein 25:25-Remis gegen Schweden. „Da hatten sie sicherlich etwas Glück, denn der Ausgleich gelang ja praktisch erst kurz vor dem Ende. Dennoch fand ich das Spiel gut, wobei Johannes Bitter speziell im zweiten Durchgang richtig stark gehalten hat“, blickte der Oebisfelder Trainer zurück.

Nach dem spannenden Spiel gegen die Skandinavier folgte der grandiose Auftritt gegen Slowenien. Die DHB-Sieben legte einen furiosen ersten Durchgang auf die Platte, führte zur Pause deutlich mit 22:12 und setzte sich am Ende mit 36:27 durch. „Was die Jungs in der ersten Halbzeit gezeigt haben, war richtig stark. Viel besser kannst du es nicht machen, außer vielleicht mit Blick auf die Chancenverwertung. Aber das wäre ja meckern auf hohem Niveau“, so Herrmann, der besonders von einer Personalentscheidung des Bundestrainers beeindruckt war. „Ich fand es stark, dass er Andreas Wolff gegen Schweden auf die Tribüne gesetzt hat. Er sollte sich voll auf Slowenien konzentrieren. Er spielt in Polen und kennt daher viele slowenische Spieler. Dieser Schachzug ging dann auch voll auf“, hat der Altmärker erkannt. Wolff zeigte zahlreiche Paraden und war damit ein entscheidender Faktor.

Ich finde, die Mannschaft hat sich in der Abwehr enorm gesteigert. Das hat natürlich auch was mit dem Personal zu tun.

Christian Herrmann (Trainer SV Oebisfelde)

Nach der Galavorstellung gegen Slowenien folgte das abschließende Spiel gegen den vermeintlichen Außenseiter Algerien, wobei dem DHB-Team bereits ein Unentschieden zum Olympia-Ticket gereicht hätte. Doch die Mannschaft gewann auch gegen Algerien (34:26) und sorgte damit für einen gelungenen Abschluss.

„Ich finde, die Mannschaft hat sich in der Abwehr enorm gesteigert. Das hat natürlich auch was mit dem Personal zu tun“, weiß Christian Herrmann. So konnte Alfred Gislason im Vergleich zur WM dieses Mal auf Hendrik Pekeler, Patrick Wienczek und Steffen Weinhold zurückgreifen. „Man hat sofort gesehen, dass der Dreierblock vom THW Kiel eingespielt ist. Allerdings fand ich auch Johannes Golla sehr stark. Im Laufe des Turniers hat mir dann auch die Körpersprache besser gefallen als bei der WM“, so Herrmann. „Im gebundenen Offensivspiel fand ich Philipp Weber, der auch bei der WM schon überzeugte, erneut richtig gut. Ich glaube, an ihm wird der SC Magdeburg in der neuen Saison viel Freude haben“, blickte Christian Herrmann auf den Rückraumspieler, der im Sommer vom SC DHfK Leipzig zum SCM wechseln wird.

Was für das DHB-Team schlussendlich bei den Olympischen Spielen möglich ist, vermochte der Trainer des SV Oebisfelde indes noch nicht zu sagen. „Das ist schwer einzuschätzen. Man muss die Gruppen abwarten. Aber es wird natürlich richtig schwer“, vermutet Herrmann. Von den insgesamt zwölf qualifizierten Teams kommen nämlich gleich sieben Mannschaften aus Europa.

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