Ein Wiedersehen zweier Lok-Helden: Dirk Roswandowicz lud Sven Körner nach dessen Rauswurf zum Handball nach Magdeburg ein

„Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“

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Vor gut 15 Jahren haben sie noch ein paar gemeinsamen Einheiten bei Lok Stendal absolviert. Am Mittwochabend trafen sich Sven Körner (l.) und Dirk Roswandowicz beim SCM.

sli Magdeburg. Als er am Montag in die Altmark-Zeitung schaute, traute er seinen Augen nicht. Die Nachricht, dass Sven Körner beim 1. FC Lok Stendal entlassen wurde, „hat mich total geschockt."

Dirk Roswandowicz, über Jahre Leistungsträger seines Heimatvereins, verfolgt die Entwicklung intensiv. Er fragte bei Bekannten in Stendal und auch bei der AZ nach, worin die Entscheidung begründet liegt.

„Dass es sportliche Gründe haben soll, habe ich erst recht nicht verstanden“, sagt der heutige Präsident des SC Magdeburg. Die AZ vermittelte den direkten Kontakt zu Körner. Und der geschasste Coach wurde spontan zum Handball-Bundesligaspiel des SCM gegen die GWD Minden eingeladen.

„Ich habe mich sehr darüber gefreut“, so Körner, der die Einladung gern annahm. Sich andere Sportarten anzuschauen, dafür hat der 36-Jährige nun Zeit. Am Mittwochabend konnte er zudem mit Roswandowicz über alte Zeiten plaudern. Als dieser seine letzten Wochen bei Lok hatte, kam Körner frisch ins Team. So lernten sie sich kennen. Vor zwei Jahren kreuzten sich ihre Wege erneut, als sie gemeinsam in der Traditionsmannschaft spielten. Dass ausgerechnet ein Rauswurf für ein erneutes Wiedersehen sorgen sollte, war nicht geplant.

„Was bei Lok in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, ist in großen Stücken ihm zu verdanken. Sven hat aus einer durchschnittlichen Verbandsligatruppe eine Mannschaft gefrormt und den Aufstieg geschafft und auch die erste Runde im DFB-Pokal erreicht: Das ist eine Entwicklung, die ihresgleichen sucht.“ In dieser Saison, in einer ganz neuen und starken Staffel, sei von Beginn an klar gewesen, dass die Lok-Elf gegen den Abstieg spielen würde. „Wenn man dann die Nerven verliert, kann ich das absolut nicht nachvollziehen, habe kein Verständnis dafür“, sagt der SCM-Präsident.

Worte, die Körner guttun. Er schaue sich nun viele andere Sportarten an. Da gebe es Sachen, die sich auf den Fußball übertragen ließen. Auch Hospitationen bei Trainerkollegen werde er angehen, in Nachwuchsleistungszentren Eindrücke sammeln. Im November hat er seine A-Trainerlizenz in der Tasche. Nun möchte er mehr Zeit seiner Familie widmen, öfter bei seinem Sohn sein, der beim VfL Wolfsburg in der U15 spielt und dort in der Akademie wohnt. Lok Stendal verliert Sven Körner dennoch nicht aus den Augen. Genau wie Dirk Roswandowicz.

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