Horn der Überflieger beim Trouble-Jubiläum

Carsten Horn vom VfL Suderburg siegte souverän über 10 000 Meter.

Salzwedel. Sie waren alle gekommen. 110 Teilnehmer an der Zahl. Mehr noch als im Vorjahr. Und das, obwohl augerechnet das Jubiläum drohte, den äußeren Bedingungen zum Opfer zu fallen. Beim 30.

Neujahrslauf, ausgerichtet von der Lauf- und Wandergruppe des SV Eintracht Salzwedel, trotzten am Sonntag alle den unrühmlichen Gegebenheiten. So wurde dieser leichtathletische Höhepunkt kurzfristig vom Park des Friedens ins Werner-Seelenbinder-Stadion verlegt. Zu gefährlich war die Strecke am traditionellen Austragungsort auf Grund von Schnee, Eis und Matsch. Gut lachen hatten wegen dieser Entscheidung nicht nur die Gesamtsieger der vier Distanzen – Jana Kuhrs, Felix Kühne, Lukas Rodewohl und Carsten Horn – sondern auch der Veranstalter.

Erstmals in der Geschichte des Neujahrslaufes musste in solchem Ausmaß umdisponiert werden. „Dies war nur möglich, weil alle Mitwirkenden der Lauf- und Wandergruppe an einem Strang gezogen und die Strecke im Stadion vom winterlichen Weiß befreit haben“, erklärte Abteilungsleiterin Judith Matzka. Für die 51-Jährige, die erst im Dezember 2010 den Posten als Sektionsvorsitzende übernommen hatte, war es eine schwierige Prüfung zu Beginn ihrer Amtszeit. „Doch wir haben das Beste daraus gemacht“, betonte sie, nachdem alle Läufer im Ziel waren.

Zu den Schnellsten gehörte zweifelsohne Jana Kuhrs vom Kuhfelder SV. Sie lief, wie neun weitere Bambinis, als eine der Ersten los und landete obendrein einen Start-Ziel-Sieg über die 400-Meter-Distanz. In Zwei-Sekunden-Abständen folgten ihr Michel Menzel (Salzwedel) und Vereinskameradin Kim Schröder. Medaillen gab es für jeden Teilnehmer.

Vom VfL Wolfsburg kam der Sieger über 1 500 Meter. Ralf Düring vom BSV Salzwedel, selbst engagierter Läufer, hatte zu Trainingszwecken Felix Kühne mit in die Hansestadt gebracht. Der 18-Jährige lief der Konkurrenz davon und kam 20 Sekunden vor dem Zweitplatzierten ins Ziel. Kühne benötigte 6:37 Minuten. Nach einer Zeit von 8:05 Minuten absolvierte Svenja Alms die 1 500 Meter. Damit war sie die schnellste Frau.

Die meisten Läufer, insgesamt 55, nahmen die 5 000 Meter in Angriff. Mit Lukas Rodewohl aus Pretzier siegte ein Lokalmatador in 19:16 Minuten. Der 18-Jährige vom PSV Salzwedel ließ seinen Vereinskollegen Lutz Arnold um 41 Sekunden hinter sich. Carsten Machel aus Uelzen wurde Dritter. Für Rodewohl war es nicht der erste Sieg beim Neujahrslauf. Auch wenn Sigmar Pätzold, der einzige Nordic Walker, nach 43:20 Minuten als Letzter ins Ziel kam, so konnte der Trainer des Fußball-Landesligisten SV Eintracht Salzwedel doch seine Schützlinge genau unter die Lupe. Sieben seiner Akteuren stellten sich den 5 000 Metern – eine „nette“ Trainingseinheit am Rande.

Apropos SV Eintracht: Vereinsvorsitzender Hendrik Stiller ging mit gutem Beispiel voran. Zum zweiten Mal in Folge stellte er sich den fünf Kilometern, wurde insgesamt 23. (25:35 Minuten) und landete damit weit vor den Fußballern. Die schnellste Frau bzw. Mädchen konnte aber selbst Stiller nicht in Schach halten. Die Zehnjährige Lea Schilling (SC Lüchow) war nach 25:09 Minuten fertig und wurde damit 18. des Gesamtklassements.

Parallel mit dem 5 000-Meter-Lauf wurde die Königsklasse gestartet. Carsten Horn vom VfL Suderburg bezwang den langen Kanten über zehn Kilometer in 36:23 Minuten. In Windeseile flog er nahezu Runde um Runde an den restlichen Teilnehmern vorbei. Der 39-jährige wiederholte damit seinen Vorjahres-Erfolg über diese Distanz. Seine Paradestrecke ist eigentlich der Marathon. Seit acht Jahren nimmt er an Wettkämpfen teil und schätzt das familiäre Flair des Neujahrslaufes. Der Zweitplatziert, Jens Eckhardt aus Farsleben, kam knapp drei Minuten später als Horn ins Ziel. Hans-Joachim Herrmann vom SC Lüchow wurde Dritter.

Die flinksten weiblichen Beine über 10 000 Meter hatte einmal mehr Britta Giesen (45:27 Minuten). Damit machte die 39-jährige den Doppel-Erfolg des VfL Suderburg auf dieser Strecke perfekt. Ihr Ehemann Frank verpasste das Podest nur knapp. Er reihte sich hinter Hans-Joachim Herrmann ein.

2010 kamen übrigens 75 Läufer zum Neujahrs-Wettrennen . Diese Zahl wurde trotz der widrigen Bedingungen und Komplikationen getoppt. Da es auch keine Stürze und Unfälle während des Jubiläums gab, konnten die Mitglieder der Lauf- und Wandergruppe am Abend des Sonntags ruhigen Gewissens ins Bett gehen.

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