Relegationsspiele um die ersten drei Ligen halten Fußball-Deutschland in Atem / FCM ohne Angst

Ab heute wird gezittert!

+
Der 1. FC Magdeburg ist vor der Relegation gegen Kickers Offenbach für viele Experten der Außenseiter. Heute Abend kann die Mannschaft um Routinier Lars Fuchs (rechts) im eigenen Stadion ein gutes Ergebnis vorlegen.

Magdeburg/Hamburg. Emotionaler Ausnahmezustand in Fußball-Deutschland!

Während die Sensationskicker vom SV Darmstadt 98 auf Mallorca ihren Durchmarsch in die Bundesliga feiern, der FC Bayern München seine einmal mehr ungefährdete Meisterschaft mit Bierduschen zelebriert und in Berlin, Hannover und Stuttgart der mehr oder weniger verdiente Klassenerhalt gefeiert wird, geht an anderen Standorten die blanke Angst um. Der Grund: Die Relegationswoche steht an!

Das Wort „Relegation“ hat seinen Ursprung im Lateinischen und bedeutet Ausschließung oder Verbannung. Doch während sie für die einen zur Ausschließung führen kann, bietet sie im Sport für die anderen die Chance zum Aufstieg oder Klassenerhalt. Die Relegation ist also Fluch und Segen zugleich. Auch die jüngere Vergangenheit zeigt, dass der Weg nach einer Relegation in ganz verschiedene Richtungen führen kann – unabhängig vom Ausgang.

Die Bundesliga-Uhr des Hamburger SV wäre ohne Relegationsspiele seit einem Jahr abgelaufen.

Borussia Mönchengladbach rettete sich beispielsweise 2011 hauchdünn gegen den VfL Bochum (1:0, 1:1), zog die richtigen Lehren und hat sich nach einer stetigen Weiterentwicklung inzwischen zum Champions-League-Teilnehmer gemausert. Das Gegenbeispiel bildet der Hamburger SV. Im Vorjahr mit mehr Glück als Verstand den Abstieg vermieden (0:0 und 1:1 gegen Greuther Fürth), ist an der Elbe alles nur noch schlimmer geworden. Weitere drei Trainerentlassungen später findet sich der Dino erneut in der Relegation wieder. Dieses Mal gegen den Karlsruher SC, der nun Gefahr läuft – wie jeder unterklassige Relegationsteilnehmer – eine tolle Saison zu verspielen. Zum Showdown der Traditionsvereine kommt es morgen und am Montag.

Kann man über Sinn und Unsinn der Erst- und Zweitligarelegation noch streiten (siehe Pro&Contra), ist die Meinung über die Aufstiegsregelung in die 3. Liga einhellig. Warum mit dem 1. FC Magdeburg (Regionalliga Nordost) und den Offenbacher Kickers (Südwest) zwei souveräne Meister ihrer Staffeln den Aufstieg noch untereinander ausspielen müssen, kann kaum jemand nachvollziehen. Doch auch wenn alle Beteiligten sich in den vergangenen Jahren mehrfach über den Modus echauffiert haben, eine Lösung zugunsten der Vereine ist nicht in Sicht.

Somit treffen der 1. FCM und der OFC heute Abend (Anstoß: 19 Uhr) in der Magdeburger MDCC-Arena zum ersten von zwei Endspielen aufeinander. Für beide Vereine steht dabei die Arbeit eines ganzen Jahres auf dem Spiel. Mit nur zwei Partien kann bei negativem Ausgang alles zerstört werden, was seit dem Sommer mühevoll aufgebaut worden ist. Die Außenseiterrolle kommt dabei den Magdeburgern zu. Bereits im Vorjahr traf mit der TSG Neustrelitz der Nordost-Meister auf den FSV Mainz 05 II und damit den Vertreter aus dem Südwesten. Der Ausgang war mit 2:0 und 3:1 eindeutig zugunsten der Bundesliga-Reserve. Nicht nur deshalb sind sich viele Experten sicher, dass das Niveau der Südwest-Staffel wesentlich stärker ist, als das im Nordosten. Nachteil Magdeburg.

Der FCM um Erfolgstrainer Jens Härtel glaubt dennoch an seine Chance. Man müsse keine Angst vor dem Gegner haben, versicherte Härtel noch gestern auf der Pressekonferenz. Auch wenn er noch keine Details zu Taktik und Aufstellung durchblicken ließ, deutete der Magdeburger Trainer zumindest an, gegen den OFC keine großen Experimente vorzunehmen. In Magdeburg ist man bereit für das Saisonfinale.

Von Tobias Haack

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare