FUSSBALL – 3. LIGA Jürgen Gjasula, der Führungsspieler

Mit Herz und Erfahrung

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Ein Kämpferherz, das Ruhe ausstrahlt: Jürgen Gjasula soll beim 1. FCM Verantwortung übernehmen.

Magdeburg – Er kennt die Höhen und Tiefen einer Profilaufbahn wie kaum ein anderer. Doch er hat es immer wieder geschafft, sich zurückzukämpfen. Vor allem aus den schwierigen Momenten konnte Jürgen Gjasula immer wieder Kraft schöpfen.

Und hat sein entwaffnendes Lächeln dabei nie verloren. Mit 33 Jahren gehört der gebürtige Albaner zu den Ältesten im Kader des 1. FC Magdeburg. Auf seine Erfahrung baut der Verein in der 3. Liga.

„Das Schlimmste haben wir jetzt hinter uns.“ Jürgen Gjasula sitzt am Spielfeldrand und zieht sich die Fußballschuhe aus. Die ersten beiden Trainingswochen beim FCM waren hart, vor allem im läuferischen Bereich. Doch der Mittelfeldmann kennt das. Schon mit 17 Jahren schnupperte er die erste Bundesliga-Luft, seinerzeit beim SC Freiburg.

Zuletzt spielte er für Drittliga-Absteiger Energie Cottbus. Und wechselte von dort an die Elbe. Auch, weil sein Bruder Klaus, der für Bundesliga-Aufsteiger Paderborn aufläuft, diesen Schritt befürwortet hat. „Er hat immer von der Atmosphäre hier geschwärmt“, erzählt er. Wissend, dass er in Magdeburg alles andere als beliebt war. Jürgen wird die Fans indes im Rücken haben. Eine Extra-Motivation für ihn, gesteht er. Auf dem Rasen ist er ein Ruhepol. „Es ist auch oft hektisch in der 3. Liga. Da muss man in den richtigen Momenten die Ruhe bewahren“, weiß Gjasula aus seinen 16 Einsätzen in Liga drei. Weitaus mehr Erfahrung bringt er aus der 2. Bundesliga (191 Einsätze) mit. Auch Champions-League-Luft durfte er bereits schnuppern. Mit dem FC Basel ging es vor rund zehn Jahren gegen den FC Barcelona und Lionel Messi. Das war einer der Höhepunkte in Gjasulas Karriere. „Das sind Erinnerungen, die immer bleiben werden. Das wünscht sich, glaube ich, jeder.“

Doch der 33-Jährige kennt auch die Tiefpunkte eines Fußballprofis. Die schlimmste Phase erlebte er 2012, als er beim MSV Duisburg unter Vertrag stand. Eine Herzmuskelentzündung riss ihm fast den Boden unter den Füßen weg. Ein halbes Jahr lang durfte der Mann mit dem perfekten Sixpack keinen Sport treiben. „Das waren Momente, die einen zum Nachdenken bringen“, erzählt er. Danach wieder auf die Fußballbühne zurückzukehren, war alles andere als einfach. „Sich dann wieder heranzukämpfen, das prägt einen auch“, erzählt Gjasula.

Mit dem FCM geht der Blick für ihn nach vorn. Das Team finde sich immer mehr, was ihn optimistisch stimmt. „Wir haben sehr viele junge Spieler. Viele von denen haben noch nicht in der 3. Liga gespielt. Die Mannschaft muss zusammenwachsen. Dann muss man schauen, was am Ende herausspringt“, will Gjasula noch nicht vom direkten Wiederaufstieg sprechen. Doch er sagt auch: „Ich glaube, jeder Fußballer will aufsteigen. Wenn man solche Ziele nicht hat, braucht man nicht Fußball spielen.“ Für ihn wäre es die Chance, erneut in die 2. Liga zurückzukehren. Als erfahrener Spieler sieht er sich auch in der Verantwortung, Führungsarbeit zu übernehmen, den jungen Spielern zu helfen. „Das macht auch Spaß.“

Ans Aufhören denkt der 33-Jährige noch lange nicht. Der Deutsch-Albaner, der im Alter von vier Jahren nach Deutschland kam, ist topfit. Und ein Kämpfertyp. „Im Fußball gibt es immer positive und schwierige Momente“, sagt er. Und hofft natürlich, dass beim 1. FC Magdeburg die positiven überwiegen werden.

VON SABINE LINDENAU

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