Fussball – 2. LIGA: 1. FCM will heute gegen Erzgebirge Aue Serie starten

Den Heimfluch besiegen

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Vom Stürmer zum Linksverteidiger: Marius Bülter (l.), hier beim letzten Heimspiel 2018 gegen Union Berlin, ist beim 1. FCM zur Allzweckwaffe gereift. 

Magdeburg – „Wir haben in den letzten Tagen einen besonderen Teamspirit entwickelt. Ich hoffe, dass wir ihn auf den Platz bringen. “ Die Vorfreude bei Trainer Michael Oenning und seinen Schützlingen ist groß. Endlich rollt der Ball wieder in der 2. Fußball-Bundesliga.

Der 1. FC Magdeburg trifft heute Abend ab 20.30 Uhr in der heimischen MDCC-Arena auf den Ostrivalen FC Erzgebirge Aue. Und hat den ersten Heimsieg, der immer noch aussteht, fest im Visier.

Einfach wird die Aufgabe gegen die Sachsen zweifelsfrei nicht. Zwar konnte der FCM im Hinspiel einen Auswärtspunkt ergattern. Doch zum Jahresende standen auf dem Veilchen-Konto 22 Punkte. Die Elbestädter können gerade einmal halb so viel vorweisen und rangieren auf dem ersten Abstiegsplatz. Diesen noch heute zu verlassen, haben sich die Magdeburger auf die blau-weiße Fahne geschrieben.

Oenning hält Aue für einen Gegner, der sehr selbstbewusst sei. Vertrauen, Stabilität, großartiger Fußball: Dafür stünden die Gäste. „Das ist gut für uns. Das zeigt, dass beide Mannschaften gewillt sind, dieses Spiel nicht nur anzunehmen, sondern beide auch gewinnen wollen. Am Ende wird sich zeigen, wer vielleicht die bessere Idee, Spielanlage oder vielleicht auch die bessere Tagesform hat.“

Seine Mannschaft sei sehr gut vorbereitet, die vier Neuzugänge wurden gut integriert. Ob sie bereits heute auflaufen, verriet der Trainer noch nicht. Nur so viel: „Wir haben sie nicht geholt, um sie in die Schublade zu stecken.“ Vom Potenzial her könnten sie alle beginnen. Oenning wartet aber das heutige Abschlusstraining ab. Definitiv nicht im Kader sind der Langzeitverletzte Aleksandar Ignjovski sowie die Angeschlagenen Christopher Handke und Richard Weil.

Die Chancen für Marius Bülter stehen hingegen gut. Der zu Saisonbeginn als Stürmer an die Elbe gewechselte 25-Jährige hat sich zuletzt auf der Linksverteidiger-Position bewährt. Sein Trainer sieht ihn hier eher als im Angriff. „Ich will ihn häufiger im Spielgeschehen haben. Wenn er ganz vorne spielt und auf Bälle wartet, ist das manchmal ein bisschen verschenkt“, sagt Oenning und lobt die Qualitäten Bülters. „Er kann Räume überwinden, hat einen guten Antritt und ein gutes Auge für Situationen.“ Damit sei er für das Spiel des 1. FCM sehr wichtig. „Ich glaube, dass Marius sicher eine Allzweckwaffe ist, er weiß das bloß noch nicht so ganz genau.“

Bülter selbst fiebert dem heutigen Spiel entgegen. „Die Vorfreude ist riesig. Wir wissen alle, wie wichtig das Spiel für uns ist, wie wichtig ein guter Start ist. Wir könnten eine Serie starten, die wir auch brauchen. Das wird eine ganz wichtige Woche für uns“, sagte er gestern Mittag bei der Pressekonferenz. Die Hinrunden-Nullnummer hat er noch im Kopf. Weiß, dass am 2. Spieltag beide Teams nicht ihren besten Fußball gespielt haben. „Ich glaube, dass wir keinen Hurra-Fußball sehen werden. Das wird auch Kampf“, blickt Marius Bülter voraus.

Taktisch hat Trainer Oenning in der Vorbereitung auch umgestellt, ließ seine Elf in den Testspielen verstärkt im offensiv ausgerichteten 4-3-3 auflaufen. Mit Erfolg. Ob dies auch heute der Fall sein wird, ließ er offen. Zumal sich die Grundformation im Verlaufe eines Spieles immer wieder einmal ändere, sagte er. Das ergebe sich aus der Situation. Und auch daraus, wie Aue aufläuft.

VON SABINE LINDENAU

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