FUSSBALL Ex-Jahrstedter Leon Bätge träumt vom Aufstieg in die 3. Liga

In der Hauptstadt glücklich

Schöne Erinnerung: Als Ersatztorhüter gewann Leon Bätge (v. l.) mit Eintracht Frankfurt 2018 gegen die Bayern den DFB-Pokal und jubelte mit Torwarttrainer Manfred Petz, Jan Zimmermann und Lukas Hradecky. Foto: Picture-Alliance

Berlin – An den 19. Mai 2018 dürfte er sich noch gut erinnern. Dort nämlich gewann Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal – gegen keinen Geringeren als den FC Bayern München.

Beim 3:1-Erfolg der Hessen im Berliner Olympiastadion war Leon Bätge hautnah dabei, durfte die goldene Trophäe selbst auch berühren. Mittlerweile ist der ehemalige Jahrstedter sportlich in der Hauptstadt heimisch geworden – genauer gesagt bei der VSG Altglienicke.

Als die Frankfurter vor gut zweieinhalb Jahren den Cup in der Heimstätte von Hertha BSC Berlin gewannen, spielte Bätge allerdings nur eine Nebenrolle. Der 23-jährige Torhüter stand zu diesem Zeitpunkt bei der Elf vom damaligen Trainer Niko Kovac im Schatten von Lukas Hradecky und Jan Zimmermann, verbrachte die 90 Minuten – wie für ihn gewohnt – auf der Ersatzbank.

Profidebüt für die Würzburger Kickers

Da Bätge keine wirklichen Perspektiven bei der Eintracht mit Blick auf Spielpraxis sah, entschied er sich im Sommer 2018 zu einem Wechsel. Sein Weg führte zum damaligen Drittligisten Würzburger Kickers, für den er am 25. September im besagten Jahr sein Profidebüt feierte. Nach einer soliden Premierensaison mit den Kickers verlor der 23-Jährige im zweiten Jahr seinen Stammplatz. „Da ist so einiges schiefgelaufen. Das lag aber nicht nur an mir, sondern auch am Verein“, möchte Bätge an dieser Stelle aber nicht konkreter werden. Schon im vergangenen Winter wollte er Würzburg verlassen, was aber der Klub nicht zuließ. So erlebte der Keeper den Zweitliga-Aufstieg nur auf der Reserve-Bank mit. Allerdings führte der Weg für den gebürtigen Wolfsburger nicht nach oben, sondern nach unten. Er schloss sich im Sommer der VSG Altglienicke („Ich habe mir gesagt, dass ich einfach spielen muss“) aus der Regionalliga Nordost an. Der Kontakt kam durch Patrick Breitkreuz zustande. Breitkreuz war bereits im Winter in den Berliner Stadtteil gewechselt.

„Dort wurde ein Torhüter gesucht, und Paddy hat meinen Namen dann in den Raum geworfen“, verrät der 23-Jährige, um anzufügen: „Danach ging alles ganz schnell. Nach wirklich sehr guten Gesprächen habe ich schon im März unterschrieben.“ Das Konzept der VSG, die mit Trainer Karsten Heine und dessen Assistenten Torsten Mattuschka ein bundesligaerfahrenes Duo an der Seitenlinie aufweist, imponierte dem jungen Torhüter: „Hier soll etwas aufgebaut werden. Wir sind eine gute Truppe mit viel Qualität, die kurzfristig schon möglichst hoch in die 3. Liga möchte.“

Großes VSG-„Problem“ heißt Viktoria Berlin

Die Bedingungen in Altglienicke sieht Leon Bätge auf ähnlichem Niveau wie in Würzburg. „Wir sind nur ein kleiner Verein ohne große Historie“, weiß Bätge. Doch der Klub hat mit Daniel Böhm einen großzügigen Sponsor in der Hinterhand, der mit seiner finanziellen Unterstützung maßgeblich zum rasanten Aufstieg beitrug. „Ohne ihn würde Altglienicke womöglich immer noch in der Kreisliga spielen“, so der 23-Jährige. Sein persönlicher Traum ist die 3. Liga. Mit der aktuellen Truppe sicher nicht utopisch: „Das ist vielleicht der beste Zusammenhalt, den ich jemals erlebt habe.“ Ganz zu schweigen natürlich von der sportlichen Qualität. Allerdings heißt das große VSG-„Problem“ in der laufenden Spielzeit Viktoria Berlin. Der Spitzenreiter gewann alle elf bisherigen Partien, liegt satte acht Zähler vor der Heine-Elf. Allerdings hat Bätge den Titel noch lange nicht abgeschrieben: „Ich denke, dass Viktoria irgendwann auch noch einbrechen wird und dann noch etwas für uns geht.“

Tolles Erlebnis im DFB-Pokal in Köln

Der ehemalige Westaltmärker kam übrigens mit der VSG in der laufenden Saison in den Genuss, in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Bundesligist 1. FC Köln spielen zu dürfen. Bei der 0:6-Niederlage in der Domstadt hielten die Berliner 25 Minuten lang sehr gut mit, gerieten durch ein Elfmeter-Gegentor dann aber auf die Verliererstraße. „Sicherlich hätten wir mehr reißen können, trotzdem war es eine schöne Erfahrung“, erinnert sich der junge Keeper zurück.

Die VSG kann sich nun allein auf die Liga konzentrieren. Sollte es mit Blick auf den bisherigen Viktoria-Durchmarsch nicht zum Aufstieg reichen, so hat Bätge zumindest noch ein klares Vorhaben: „Es wäre schön, wenn wir am Ende die beste Defensive der Liga stellen würden.“ Dafür wird sich auch Leon Bätge ordentlich reinhängen.

VON FLORIAN SCHULZ

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