Paul Seguin will nach Vertragsunterschrift bis 2020 mit VfL Wolfsburg nach oben

Harte Arbeit zahlt sich aus

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Sein jüngster Auftritt: Paul Seguin in Gladbach. 

Wolfsburg/Stendal. An der weißen Fassade des Nachwuchsleistungszentrums am Berliner Ring in Wolfsburg hängt ein riesiges Plakat. Das Konterfei von Paul Seguin ist darauf ziemlich gut und groß zu sehen.

Er ist schließlich einer, der es aus der Fußball-Jugend des VfL Wolfsburg in den Bundesliga-Kader geschafft hat. Das schaffen nicht viele. Sein Weg war mühsam, hart, mit Rückschlägen versehen, seit er im Januar 2014 seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Er hat einen Stellenwert. Vor der Winterpause, in der sich der 21-Jährige seit gestern befindet, hat er seinen mittlerweile dritten Kontrakt für die Profis der Wölfe unterschrieben.

Der 1:0-Sieg am Dienstagabend in Mönchengladbach war das i-Tüpfelchen auf einen nächsten guten Tag des Paul Seguin für Wolfsburg. Die VW-Stadt ist nach seiner Heimatstadt Stendal auch ein Stückweit Heimat für den einstigen Nachwuchsspieler des 1. FC Lok Stendal geworden. Seguin drückt es noch deutlicher aus. „Wolfsburg und der VfL sind für mich zu einer echten Heimat geworden“, sagt der Mittelfeldmann zu seiner neuerlichen Vertragsunterschrift. Erst im März verlängerte er ein Arbeitspapier bis 2018 vorzeitig um ein Jahr, nunmehr will Seguin bis 2020 bei den Wolfsburgern bleiben.

Er, der Junge aus dem eigenen Nachwuchs, seit 2007 dabei, könnte einer für die Zukunft im Wolfsrudel werden. Sein Vertrag seitens des Vereins ist auch ein Zeichen: Den müssen wir halten, bevor Begehrlichkeiten von anderen Klubs aufkommen. In den letzten Monaten, in der Zeit ausgerechnet als es für den VfL nicht so gut lief, ließ Seguin aufhorchen. Stammplatz (13 Spiele, ein Tor, eine Vorlage), U21-Nationalspieler – und das alles während der VfL-Krise.

Trainer weg (Dieter Hecking), Manager weg (Klaus Allofs), neuer Trainer da (Valerien Ismael). „Paul hat eine kontinuierliche Entwicklung hinter sich und sich den Platz im Profikader des VfL Wolfsburg hart erarbeitet. Er ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und wir freuen uns, dass er seinen Vertrag beim VfL vorzeitig verlängert hat und damit auch ein klares Bekenntnis zum Verein abgegeben hat“, erklärt Allofs ehemalige rechte Hand und aktueller sportlicher Leiter, Olaf Rebbe, zum Seguin-Deal. Die Weiterverpflichtung des einstigen Nachwuchsmannes, der als D-Jugendlicher kam, sei „ein tolles Zeichen für unsere nachhaltige und zielgerichtete Jugendarbeit.“

Da der VfL künftig vielleicht mehr auf die Jugend setzt, das war unter Ismael zumindest zuletzt schon zu sehen, könnte ein Gesicht wie Seguin prägend werden bei den VW-Städtern. Im defensiven Mittelfeld sicherte er sich einen Platz, seine lauffreudige Spielweise wirkt erfrischend für den lahmenden Motor der Wolfsburger. Die zwei Siege mit Seguin vor der Winterpause könnten ein Signal für eine bessere Zukunft sein. Abstiegskampf will beim VfL keiner. „Es freut es mich umso mehr, dass ich langfristig künftig das grün-weiße Trikot tragen werde und meinen Teil dazu beitragen kann, dass es mit unserem Verein wieder nach oben geht“, so Seguin.

Er will an den besseren Zeiten der Wölfe mitwirken. „Ich bedanke mich bei der sportlichen Leitung für das Vertrauen und werde alles dafür tun, die Erwartungen zu erfüllen“, erklärt Seguin. Am 3. Januar geht es für das Talent beim VfL weiter. Tags darauf startet er mit dem Kader ins spanische La Manga für eine Woche ins Trainingslager. Für die Mannschaft gelte „volle Konzentration auf die Rückrunde“. „Wir haben in der Rückrunde einiges vor“, macht Seguin, der nun „ein paar Tage genießen“ will, klar. Am Berliner Ring träumen derweil noch andere Jungs von der Profikarriere. Paul Seguin hat geschafft.

Von Benjamin Post

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