HANDBALL-VERBANDSLIGA: SV Oebisfelde II gewinnt ruppiges Derby

Hart an der Grenze

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Noah Bertram (rechts) war mit neun Treffern der beste Schütze auf dem Feld, konnte das Derby gegen Oebisfelde II aber nicht für die SG Seehausen entscheiden. 

Goldbeck – Die Statistik des Verbandsliga-Derbys vom vergangenen Sonnabend zwischen der SG Seehausen und dem SV Oebisfelde II liest sich fast schon brutal: drei Rote Karten, 14 Siebenmeter und satte 15 Zwei-Minuten-Strafen.

Nein, ein Freundschaftsspiel war es wahrlich nicht zwischen beiden Teams in der Goldbecker Sporthalle. Viel mehr ein Hauen und Stechen, in dem sich der SVO II überraschend mit 31:29 (15:15) durchsetzte.

„Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Sie hat Moral gezeigt, unglaublich gekämpft und gezeigt, dass sie in diese Liga gehört“, jubelte Gäste-Trainer Toni Seiler. Unter dem Strich hatten die Oebisfelder auch allen Grund dazu. Gleich mehrfach sahen sie im Verlauf der Partie wie die sicheren Verlierer aus. Der Start etwa gelang den favorisierten Seehäusern perfekt. Beim Zwischenstand von 4:0 zwangen die Wischestädter ihre Gäste schon früh zur ersten Auszeit (7.). Diese fiel dann auch ausgesprochen laut aus und diente den Gästen als Initialzündung. Fortan kämpften sie sich mit robustem Spiel in die Begegnung und kamen Tor um Tor heran. Kurz vor der Pause war die Partie gedreht – 13:14 (28.). In die Kabinen ging es letztlich mit einem leistungsgerechten 15:15. „Unser Start war super. Danach haben wir aber zu viele einfache Fehler gemacht und Oebisfelde ins Spiel geholt“, fasste SGS-Trainer Frank Leo zusammen.

Im zweiten Durchgang kam es fast zu einer Analogie der Ereignisse. Erneut kam Seehausen perfekt rein, zog auf 23:19 davon. Oebisfeldes Karl Breiteneder kassierte eine Rote Karte (37.). Alles schien zu laufen. Doch abermals schlugen die Gäste zurück. In der 48. Minute hatten sie wieder ausgeglichen. Es war der Startschuss in eine hitzig, dramatische Schlussphase. Die Führung wechselte nun hin und her, ebenso wie das Überzahlspiel, da die Schiedsrichterinnen seit Mitte des ersten Durchgangs Zeitstrafen im Überfluss aussprachen. „Das war alles in Ordnung“, betonte Leo. „Eigentlich hätte man sogar noch mehr durchgreifen müssen. Dann wäre es vielleicht nicht so hektisch geworden.“

Nach 52 Minuten schienen die Seehäuser ein drittes Mal auf dem Weg zum Heimsieg. Doch auch der 27:25-Zwischenstand genügte nicht. Stattdessen drehte Oebisfelde II das Derby endgültig. Mit dem Tor zum 31:29 sorgte Hans Meinke schließlich für die Entscheidung (59.).

„Ich habe immer daran geglaubt, dass wir hier was holen können, weil ich gesehen habe, dass Seehausen nicht viel auf der Bank hat“, führte Seiler den Erfolg letztlich auf die konditionellen Vorteile seiner Sieben zurück.

SG Seehausen (Tore): Nöring – Weber (2), Cornehl (3), O. Wille (3), Liepelt, Menofs (3), F. Wille (4), Bertram (9), A. Söhnel (5).

SV Oebisfelde II: Milde, Wehr, Stefani – Heidler (4), Meinke (4), Müller, Meinel (2), Oraschewski (1), Mieth (3), Spychalski, Keller (3), K. Breiteneder, Kleist (7), E. Breiteneder (7).

VON TOBIAS HAACK

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