FUSSBALL Jona Wolter arbeitet nach Vereinswechsel weiter am großen Traum

Mit Hannover 96 in die Bundesliga

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In Dähre traf die 16-Jährige auch Roy Präger wieder, der sie einst in der VfL-Fußballschule trainierte.

Altmark – Beim VfL Wolfsburg wegen ihrer Körpergröße aussortiert, mit Hannover 96 durchgestartet: Nachwuchsfußballerin Jona Wolter aus Diesdorf arbeitet weiter an ihrem Traum, einmal in der Frauen-Bundesliga spielen zu können.

Im Alter von vier Jahren begann die inzwischen 16-Jährige in der G-Jugend des Diesdorfer SV bei Gerhard Badtke mit dem Fußballspielen.

Kapitänin bei Hannover 96: Jona Wolter.

Von Beginn an hatte Jona Spaß am Fußball und Ehrgeiz entwickelte das junge Mädchen auch. In der E-Jugend wechselte sie zum FC Jübar/Bornsen, wo bereits ihr Schulfreund Maris Gast aktiv war. Ihr damaliger Trainer Marco Siebenmorgen erinnert sich noch genau. „Jona war spielstark und hat sich bei unseren Jungs gut entwickelt. Sie besitzt eine gute Spielübersicht und ist technisch stark. Es ist schön, dass sie ihren Weg macht.“

Denn auch der FC war für den dribbelstarken Rechtsfuß nur eine Zwischenstation. Nach einer Teilnahme an einer Ferienfußballschule des VfL Wolfsburg mit Roy Präger erhielt Jona Wolter eine Einladung zum Probetraining bei den D-Mädchen des VfL. Im Training hinterließ Jona Wolter einen positiven Eindruck, 2014 erfolgte der Wechsel nach Wolfsburg.

Seitdem betreiben Jona, die das Gymnasium in Beetzendorf besucht, und ihre Eltern einen großen Aufwand. Dreimal Training und ein Spiel mussten abgesichert werden. „Sie hat großen Spaß am Fußball und es ist ja auch eine Leistungsentwicklung zu sehen. Daher machen mein Mann und ich gerne den Fahrdienst“, berichtet Mutter Jeanett Wolter, deren Weg inzwischen regelmäßig nach Hannover führt. Denn vor einem Jahr ist Jona Wolter zu den „96-Zigern“ gewechselt. Beim VfL hat sie den Sprung in den Kader der B-Jugend (Bundesliga) nicht geschafft. Der Trainer setzte auf körperlich starke Spielerinnen und so fiel die 1,55 Meter kleine Altmärkerin trotz ihrer guten Technik und trotz ihres Erfolges mit Jolie Just und Antonia Farr beim Bundesfinale der Fair Play Soccer Tour, die auch in der Altmark immer Station macht, durch das Sieb.

Doch es fand sich schnell eine Alternative, denn inzwischen hat auch Hannover 96 den Mädchen- und Frauenfußball für sich entdeckt. Und so fuhr Jona mit drei weiteren aussortierten Wolfsburgerinnen zum Probetraining in die niedersächsische Landeshauptstadt. Dort freute man sich über die Verstärkungen, die fortan den Aufbau der Mannschaft nicht nur unterstützten, sondern sogar beschleunigten.

Nachwuchsfußballerin Jona Wolter zeigte kürzlich ihre technischen Fähigkeiten beim Gastspiel der Wolfsburger Traditionself in Dähre.

Jona Wolter wurde aufgrund ihrer Leistungen und vorbildlichen Einstellung Kapitänin und führte ihr Team kürzlich zum Gewinn der Niedersachsen-Meisterschaft. Und als Sahnehäubchen gab es noch einen 2:1-Testspielsieg gegen das Bundesliga-Team des VfL Wolfsburg, gegen das die Hannoveranerinnen zu Beginn der Saison noch deutlich verloren hatten. „Die haben nicht schlecht gestaunt“, freut sich Jona Wolter über die positive Leistungsentwicklung ihrer neuen Mannschaft, die aber aufgrund eines personellen Umbruches noch auf den Aufstieg in die B-Jugend-Bundesliga verzichtet.

„Wir müssen viele neue Spielerinnen integrieren. Aber wir wollen wieder angreifen und in der Niedersachsenliga den Titel verteidigen, damit Hannover 96 dann ab der darauffolgenden Saison in der Bundesliga spielen kann“, so die Landesauswahlspielerin, die aus Altersgründen dann aber nicht mehr mitspielen darf.

„Ich habe in Hannover eine gute sportliche Perspektive, die ich nutzen möchte. Ich trainiere bereits bei unseren Frauen mit, vielleicht bekomme ich dort bereits einige Einsatzzeiten“, hofft die blonde Altmärkerin, deren sportliche Vorbilder Mats Hummels und die Amerikanerin Alexandra „Alex“ Morgan sind. Die H96-Frauen sind in der abgelaufenen Saison in die Regionalliga aufgestiegen, die 3. Liga soll nach den Vorstellungen der Verantwortlichen und der Spielerinnen aber nicht das Ende der Entwicklung sein.

„Ich möchte mit Hannover so hoch wie möglich spielen“, träumt Jona Wolter, die in Hinblick auf ihre berufliche Orientierung gerade ein Praktikum bei der Polizei in Wittingen absolviert hat, von der Bundesliga. Und vielleicht kommt es dann zum Niedersachsen-Derby gegen den Verein, der die talentierte Nachwuchsfußballerin nur wegen der Körpergröße aussortiert hat.

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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