FUSSBALL

Hannes Westphal hat sich als Schiedsrichter etabliert

Referee Hannes Westphal in seiner Schiedsrichterkleidung
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Gute Entwicklung: Schiedsrichter Hannes Westphal (20) pfeift in der Verbandsliga und durfte als Assistent in der Junioren-Bundesliga ran.
  • Patrick Nowak
    vonPatrick Nowak
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Hannes Westphal hat als Schiedsrichter eine gute Entwicklung genommen. Der 20-jährige gebürtige Stendaler spricht über seinen Werdegang und nennt einen Höhepunkt, den er bereits erleben durfte.

Altmark - Schiedsrichter haben eine elementare Funktion während eines Fußballspiels. Sie beobachten diverse Situationen als hauptverantwortlicher Referee oder als Linienrichter. Hannes Westphal ist einer von ihnen. Der 20-jährige gebürtige Stendaler hat in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen und wurde in den Spielklassen, bei denen er mitwirkt, immer höher eingestuft.

Anfänge in Tangermünde als Spieler

Dabei jagte der heutige Schiedsrichter vom SV Grieben in Kindertagen als aktiver Spieler auch dem Ball hinterher. Er stieg in der F-Jugend beim FSV Saxonia Tangermünde ein und wirkte dort bis zu den D-Junioren mit. Dies genügte ihm aber nicht mehr. Er beschloss, den aktiven Fußball hinter sich zu lassen. In der Folge begann Westphal anschließend sich für das Schiedsrichterwesen zu interessieren und zu begeistern.

Dies ist zudem auch auf seinen Vater Thomas Westphal zurückzuführen, der selbst als Schiedsrichter aktiv war und bis in die Regionalliga Spiele geleitet hat. Dadurch war das Thema zu Hause immer präsent. Und so tauschte Hannes Westphal die Seiten. Er trat zunächst vermehrt im Nachwuchsfußball als Referee bei den F- und E-Junioren in Erscheinung.

An dieser neuen Rolle hatte Hannes Westphal nach seinen ersten Spielen im Jugendbereich Gefallen gefunden. „Dann wollte ich das einfach ausprobieren und dann bin ich dabei geblieben“, erklärt er. Seitdem musste der junge Schiedsrichter aber einiges lernen und sich neuen Herausforderungen stellen. Dennoch sieht er einen Vorteil als ehemals Aktiver – auch, wenn es nur im Jugendbereich gewesen ist.

Er weiß, wie ein Fußballspieler auf dem Platz agiert. Emotionen, kritische Diskussionen und brisante Szenen samt schwerer Entscheidungen gehören eben auch dazu. Dies hatte Westphal festgestellt, als er mit 16 Jahren erstmals Partien der Herren in der Kreisklasse und Kreisliga pfeifen durfte. „Am Anfang, wenn man 16, 17 ist, ist das schwer, sich gegen gestandene Spieler durchzusetzen.“

Wichtiger Lerneffekt: Die älteren Kollegen

Prägend war für Westphal, dass er sich einiges von älteren und erfahreneren Schiedsrichterkollegen abschauen konnte. Westphal wurde in die Kreisoberliga eingestuft und agierte ein Jahr lang dort. Gleichzeitig sammelte er als Linienrichter weitere Erfahrungen in der Landesklasse und begleitete dort seine Kollegen. Ein Umstand, der ihm für seine weitere Entwicklung enorm geholfen hat. „Das ist für junge Schiedsrichter sehr wichtig. Man hat einfach nicht das Gefühl am Anfang, wie man mit Spielern umzugehen hat. Und so ging das meistens immer eine Liga höher mit dem Assistenten, bis man dann die Ambition gefunden hat oder da gemeldet wurde, selber eine Liga aufzusteigen“, erklärt er.

Und so folgte für Hannes Westphal die weitere Etappe, als er im Alter von 17 Jahren 2018 in die Landesklasse eingestuft wurde. Mittlerweile ist er seit zwei Jahren in der Verbandsliga an der Pfeife und gehört ebenso dem Leistungskader von Sachsen-Anhalt an. Die Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich aufgrund der Schiedsrichterbeobachter, die den Referees eine Rückmeldung geben. Westphal wird vier bis fünf Mal jährlich während eines Spiels unter die Lupe genommen. Am Ende der Partie werden diverse Situationen, die auf dem Platz stattfanden, mit den Beobachtern besprochen. Anschließend erhalten die Schiedsrichter einen Beobachtungsbogen mit einer Note samt Feedback.

Das größte Spiel, das ich bisher hatte, war im Landespokal: Germania Halberstadt gegen den Halleschen FC. Das war ein Highlight für mich bei einem Drittligisten an der Linie zu stehen.

Hannes Westphal

Westphal hat diese Hürden gemeistert und wirkte bereits in der B- und A-Junioren-Bundesliga als Assistent mit. Und mit dem Beginn der kommenden Spielzeit steigt er dann endgültig in die A-Junioren-Bundesliga auf. Damit ist er zufrieden. Einen besonderen Höhepunkt hatte er im Februar 2020 erlebt. „Das größte Spiel, das ich bisher hatte, war im Landespokal: Germania Halberstadt gegen den Halleschen FC. Das war ein Highlight für mich bei einem Drittligisten an der Linie zu stehen.“

Für die Zukunft rechnet der Polizeikommisaranwärter, der im kommenden Jahr seine Ausbildung abschließt, damit, dass er das Pensum etwas drosseln wird. Je höher die Spielklasse, desto mehr werde man gefordert, was die Ansetzbarkeit angeht, merkt er an. „Spätestens nächstes Jahr wird es schwer möglich sein. Ich denke nicht, dass ich dann sofort aufhören werde.“

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