Hauptrunde oder sogar mehr?

Handballgrößen aus der Ost-Altmark und ihre Prognosen zur Handball-EM

Alfred Gislason gibt Philipp Weber Anweisungen.
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Startet mit einem jungen Team: DHB-Trainer Alfred Gislason.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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In Ungarn und der Slowakei startet heute die Handball-EM. Die AZ-Sportredaktion hat Handballgrößen der Region gefragt, wer ihr Favorit ist, wo das DHB-Team landet und welche Rolle Corona spielt.

Das Sportjahr 2022 hat zahlreiche Höhepunkte zu bieten. Im kommenden Winter steigt die Fußball-WM in Katar, im Februar starten die Olympischen Winterspiele in Peking. Doch den Auftakt macht traditionell ein großes Handball-Turnier. In Ungarn und der Slowakei ermitteln ab heute 24 Mannschaften den neuen Europameister. Die deutsche Auswahl geht dabei mit zahlreichen Neulingen in die EM, da einige verdiente Spieler DHB-Trainer Alfred Gislason abgesagt haben. Die Chancen auf den ganz großen Wurf sind daher eher gering. Oder kommt durch Omikron vielleicht alles anders? „Europameister wird, wer die wenigsten Coronafälle hat“, meint zum Beispiel der streitbare Handball-Funktionär Bob Hanning. Die AZ-Sportredaktion hat Handballgrößen aus der Altmark mit Hannings These konfrontiert und wollte außerdem wissen, was für die Wundertüte Deutschland realistisch ist?

Eine Mannschaft besteht nicht nur aus einzelnen Spielern. Wenn da ein oder zwei wegbrechen, sollten die Teams immer noch sehr gute Spieler haben. Daher denke ich, wird sich Corona nicht auf die Titelvergabe auswirken.

Florian Skorz (HSG Osterburg)

„Bob hat gar nicht so unrecht. Aber ich denke, dass jede Mannschaft eine gute Qualität besitzt und das auch mit mehr als nur zehn Mann“, meint Osterburgs Spielertrainer Philipp Kiebach. HSG-Teamkollege Florian Skorz schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Eine Mannschaft besteht nicht nur aus einzelnen Spielern. Wenn da ein oder zwei wegbrechen, sollten die Teams immer noch sehr gute Spieler haben. Daher denke ich, wird sich Corona nicht auf die Titelvergabe auswirken.“

Frank Leo, Trainer und Funktionär der SG Seehausen, stimmt Bob Hanning zu. „Diese Aussage spricht genau die Situation an. Sollten Leistungsträger ausfallen, können auch Titelaspiranten schnell mal Spiele verlieren und ausscheiden“, meint der Wischestädter. Geteilter Meinung ist der Trainer des HV Lok Stendal, Jörg Schulze: „Ich glaube schon, dass die Anzahl der coronabedingt fehlenden Spieler eine Rolle spielt. Aber gerade für europäische Spitzenteams sind im gewissen Rahmen Ausfälle gut zu ersetzen.“ Alexander Söhnel (SG Seehausen) ist sogar komplett optimistisch und überzeugt, „dass Corona bei diesen Titelkämpfen keine große Rolle spielen wird.“

Wenn Gislason es schafft, die jungen Wilden gut zu integrieren, dann traue ich ihnen das Halbfinale zu.

Frank Leo (SG Seehausen)

Eine große Rolle würde gerne auch die deutsche Nationalmannschaft spielen. Doch hat sie in komplett neuer Zusammensetzung überhaupt das Zeug dazu? „Wenn Gislason es schafft, die jungen Wilden gut zu integrieren, dann traue ich ihnen das Halbfinale zu“, freut sich Frank Leo auf eine erfrischend aufspielende DHB-Auswahl. „Ich denke, die jungen Wilden haben richtig Bock und kommen ins Halbfinale“, gibt sich auch Philipp Kiebach optimistisch. „Deutschland erreicht die Hauptrunde und dann ist Schluss“, entgegnet Florian Skorz.

Auch Lisa Kiebach vom SV Blau-Gelb Goldbeck schraubt ihre Erwartungen an Gislason und sein Team nicht zu hoch. „Hauptrunde und dann mal sehen“, sagt sie und sieht eher in Dänemark den großen EM-Favoriten. Auch auf dem Zettel von Jörg Schulze stehen die Dänen ganz oben auf der Liste. Und Deutschland? „Die Mannschaft ist verjüngt und hat sehr gute neue Spieler im Team. Der Auftakt ist wichtig fürs Turnier und die Stimmung in der Mannschaft. Es kann in beide Richtungen gehen“, mutmaßt der Stendaler. Dass Dänemark der Topfavorit ist, glauben übrigens auch Philipp Kiebach, Skorz und Leo, während Söhnel eher auf Frankreich setzt

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