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Handball: Meinel-Sieben auf einem guten Weg

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Von: Renee Sensenschmidt

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Mehrere Handballerinnen mit Ball
Lana Kalupke (am Ball) steuerte zwei Treffer zum überraschenden 34:31-Heimerfolg der Oebisfelder Frauen gegen den BSV Magdeburg bei. © Staade

Oebisfelde - Der bisherige Saisonverlauf der Handballerinnen des SV Oebisfelde in der Sachsen-Anhalt-Liga ist durch ein ständiges Auf und Ab gekennzeichnet. Mit 8:8-Punkten liegen die Allerstädterinnen derzeit auf Platz fünf. Siege gegen die Spitzenteams SG Kühnau (34:29) und zuletzt gegen den BSV Magdeburg (34:31) stehen deutliche Niederlagen bei Union Halle-Neustadt III (22:34) und gegen den TSV Niederndodeleben (19:29) gegenüber.

„Das ist schon kurios. Gegen Mannschaften über uns in der Tabelle gewinnen wir, gegen die unter uns verlieren wir. Viele Spielerinnen meiner Mannschaft sind noch sehr jung, Leistungsschwankungen normal. Wir arbeiten aber daran, unsere Baustellen zu beseitigen, um stabiler in unseren Leistungen zu werden“, erklärt Trainer Thomas Meinel, der am dritten Spieltag die SVO-Frauen als Nachfolger von Sebastian Kausch übernommen hatte.

Der 56-jährige Meinel, der seit 1996 in Oebisfelde mehrere Mannschaften vom Nachwuchsbereich bis hin zur 1. Männer-Vertretung trainiert hatte, fand eine verunsicherte Mannschaft vor, die in Sachen Kondition nicht auf dem besten Level war und auch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und noch immer hat. Inzwischen können die Allerstädterinnen über die gesamte Spielzeit ein hohes Tempo gehen, wie die Spiele gegen Kühnau und den BSV Magdeburg zeigten. Ein Problem, das auch Sebastian Kausch immer wieder festgestellt hat, konnte Thomas Meinel aber noch nicht ganz abstellen. „Wenn wir mit drei, vier Toren in Rückstand geraten, gehen die Köpfe schnell nach unten. Gerade für unsere jungen Mädchen, die in der B-Jugend von Sieg zu Sieg eilten, sind solche Situationen neu. Hinzu kommt die härtere Gangart im Frauenbereich, an die man sich auch erst gewöhnen muss.“ Als Beispiel nannte Trainer Meinel die Partie gegen Niederndodeleben. Der TSV trat sehr robust auf, die SVO-Spielerinnen bissen sich regelrecht an der gegnerischen Deckung die Zähne aus. Solche Niederlagen und Rückschläge hakt der Coach aber schnell ab, um sein Team wieder aufzurichten. „In der Auswertung spreche ich zumeist Dinge an, die die Mädels gut gemacht haben.“

Mental stärker werden, um Rückstände und Fehler wegzustecken, und immer an sich glauben - daran arbeiten die Oebisfelderinnen. Eine große Hilfe diesbezüglich ist Franziska Dietz, die gelegentlich aushilft und mit ihrer Erfahrung eine große Stütze für die jüngeren Spielerinnen ist. „Franzi kann auf dem Spielfeld sehr gut vermitteln. Sie redet viel mit den Mädels, pusht sie und sagt ihnen, was sie besser machen können“, will Thomas Meinel auf die langjährige Leistungsträgerin des SVO eigentlich nicht verzichten. Denn in den drei Saison-Begegnungen, in denen Franziska Dietz dabei war, hat der SVO gewonnen.

Doch nicht nur im mentalen Bereich will Thomas Meinel die Mannschaft stärker machen. Auch spielerisch gibt es Reserven, die man an der Aller nach und nach erschließen will. „Wir müssen noch ruhiger im Spielaufbau werden. Wir haben noch zu viele Ballverluste, weil wir zu dicht vor der gegnerischen Deckung spielen. Ich wünsche mir auch, dass sich meine Spielerinnen Würfe aus dem Rückraum mehr zutrauen“, so der Trainer, der Fehlwürfe diesbezüglich als hinnehmbar einstuft.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sieht Thomas Meinel eine positive Entwicklung, zumal nicht alle Spielerinnen des Kaders einsatzfähig sind oder nach Verletzungen noch nicht wieder das optimale Level erreicht haben. Torhüterin Florentine Grosche ist wieder zurück, sie glänzte zuletzt gegen den BSV mit zahlreichen Paraden und teilt sich die Aufgabe zwischen den Pfosten mit Nathalie Gerlach. Die SVO-Verantwortlichen hoffen, dass auch Paula Gerlach, Lara Füchsel, Stella Schwerdtfeger oder Bente Renee Verter bald wieder einsatzfähig sind.

Am kommenden Sonnabend bestreitet der SVO das letzte Hinrundenspiel beim Tabellenvierten TSG Calbe, ehe es in eine sechswöchige Spielpause geht. Im neuen Jahr (14. Januar) erwarten die Oebisfelderinnen den Dessau-Roßlauer HV II zum Rückrundenauftakt. „Wir wollen den fünften Tabellenplatz halten und in unseren Begegnungen gute Leistungen abliefern“, blickt Thomas Meinel zuversichtlich auf das weitere Programm im Oberhaus Sachsen-Anhalts.

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