Knackpunkt Wiederbeginn

Handball – Verbandsliga: SG Seehausen nach Startschwierigkeiten mit souveränem Derby-Sieg

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Gäbe es in der Handball-Verbandsliga die Auszeichnung zum Man of the match, wäre Seehausens Noah Bertram (links) im Derby gegen Stendal mit Sicherheit ein heißer Anwärter gewesen.

Seehausen. Die SG Seehausen hat am Samstagabend sowohl die Frage nach der Nummer eins der Handball-Verbandsliga, als auch die nach der Nummer zwei im Landkreis klar beantwortet.

Die Mannschaft von Trainer Frank Leo setzte sich im Altmark-Derby gegen den HV Lok Stendal mit 34:23 (17:13) durch, musste sich zunächst aber erbittertem Widerstand der Gäste erwehren.

Denn der HV Lok, als krasser Außenseiter angereist, legte eine starke Anfangsphase auf das Parkett der Wischelandhalle. „Da haben sie wirklich gut gespielt“, erkannte auch SGS-Coach Frank Leo an. Die Gäste, die einmal mehr nur einen dünnen Kader ins Rennen schicken konnten, drückten vom Start weg aufs Tempo. Defensiv agierte Lok höchst konzentriert. Ein Seehäuser Durchmarsch bahnte sich zunächst nicht an. Im Gegenteil: Stendal war das bessere Team. Leo nahm bereits frühzeitig die Auszeit (15.), musste aber dennoch mitansehen, wie die Rolandstädter auf 9:7 stellten (17.).

Erst langsam und mit großem Aufwand fand der Spitzenreiter in der Folge zu seinem Spiel. Entscheidend war dabei Youngster Noah Bertram, der Verantwortung übernahm und die Partie mit drei Treffern in Serie drehte (24./13:11). Begünstigt wurde der Seehäuser Lauf von einer doppelten Zeitstrafe gegen die Stendaler. Die Begegnung hatte damit ihren Wendepunkt erreicht. Bis zur Pause hielt der HV Lok aber immerhin noch halbwegs den Kontakt – 13:17.

Die Entscheidung führte die SG Seehausen dann mit dem Start in die zweite Hälfte herbei. „Da waren wir gleich drin. Das war der Knackpunkt“, resümierte Frank Leo. Die SGS stellte binnen acht Minuten auf 22:14 (38.) und hatte damit den Widerstand des Gegners gebrochen. „Den Anfang der zweiten Halbzeit haben wir einfach verpennt“, ärgerte sich Stendals Chris Rosentreter nach der Partie. Dass die Gäste in der Folge nicht mehr antworten konnten, lag auch daran, dass Kreisläufer Tom Schumann nach dem Wechsel nicht mehr auf die Platte zurückkehrte. Er sah mit Wadenproblemen nur noch von der Bank aus zu. „Wenn er fehlt, merkt man sofort einen Abfall in unserem Spiel“, kommentierte Rosentreter.

Nachdem Seehausen das Derby entschieden hatte, plätscherte das Geschehen wie in einem guten Freundschaftsspiel dahin. Auf beiden Seiten fiel noch der eine oder andere sehenswerte Treffer, Spannung oder Emotionen kamen aber nicht mehr auf. Es blieb beim klaren Erfolg des Spitzenreiters in einem angenehm fairen Spiel.

• SG Seehausen: Nöring, Kramer - Krüger (2), Arndt (3), Cornehl (5), O. Wille (5), Walenciak (1), Menofs (3), C. Söhnel (2), F. Wille (1), Bertram (8), A. Söhnel (4).

• HV Lok Stendal: Kurze, Vogel - Schumann (3), Gercke (2), Leinung (8), Hepper (1), Rosentreter (6), Sens, Tembe (3), Görnemann.

Von Tobias Haack

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