HANDBALL HSG Osterburg nimmt Erfahrungen mit aus Sachsen-Anhalt-Liga

„Haben viel dazu gelernt“

+
Es war nicht immer einfach in der Sachsen-Anhalt-Liga für Philipp Kiebach und die HSG Osterburg. Sie treten freiwillig den Schritt zurück in die Verbandsliga an.

Osterburg – Der Handball ruht. Die Männer der HSG Osterburg sind nach einer langen und kräftezehrenden Saison froh, dass sie durchatmen können. Erstmals in der Sachsen-Anhalt-Liga auf Torejagd gegangen, konnten die Schützlinge von Florian Skorz die Klasse knapp halten.

Dennoch treten sie freiwillig den Weg zurück auf Verbandsliga-Ebene an.

„Wir haben sportlich die Klasse gehalten. Das ist das, worauf wir sehr stolz sind“, sagt der Mannschaftsverantwortliche. Die Doppelbelastung als Spieler und Leiter an der Seitenlinie war für ihn nicht so einfach, zumal er auch immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. Doch die Erfahrung sei es wert gewesen. „Dass wir in der Sachsen-Anhalt-Liga spielen durften, hat uns sehr viel Spaß gemacht. Durch drei Tore haben wir es sportlich geschafft“, freut sich Skorz.

Der Weg hin zur besten ostaltmärkischen Handballmannschaft war lang. Jahrelang hat die HSG in der Nordliga gespielt, dann einige Jahre in der Verbandsliga. Vor einem Jahr gelang dann der Aufstieg. Und damit das Abenteuer Sachsen-Anhalt-Liga. Tempospiel, enorme Körperbetonung und auch Schiedsrichter-Entscheidungen, die sie aus der Verbandsliga nicht kennen: Das nehmen die Osterburger mit nach der Saison in der höchsten Spielklasse im Land. „Wir waren die erste Mannschaft in der Vereinsgeschichte, die das geschafft hat“, schwingt Stolz mit in der Stimme des Teamverantwortlichen. Die Truppe sei über Jahre gewachsen. „Wir sind alles Kumpels.“ Dass sie gut eingespielt sind und mit vielen Mannschaften mithalten können, haben sie in der abgelaufenen Saison bewiesen. Vor allem in den Heimspielen. „Die Erfahrung, was die letzten fünf Minuten angeht“, nimmt die HSG ebenfalls mit. Partien drehen, dem Druck standhalten: Das sind Dinge, die ihnen nun wieder auf Verbandsliga-Ebene zugutekommen dürften. „Wir haben viel dazu gelernt.“

Den freiwilligen Schritt zurück gehen die Biesestädter nicht ohne Grund. „Zeitlich ist es für einige schwierig“, erzählt Skorz. Eine Klasse tiefer sei der Leistungsdruck nicht mehr so groß, die Fahrten zu den Spielen nicht mehr so lang. Nun genießen die Spieler die Auszeit. Einige sind in der neuen Saison nicht mehr dabei. Arne Resener kehrt nach Hamburg zurück, Patrick Knust zur SG Seehausen. Und Jan-Niklas Reichardt hört komplett auf. Personalnot hat die HSG dennoch nicht. Sebastian Papendieck wird nach einjähriger Pause wieder mitspielen. Von der TSG Calbe kommt Linkshänder Christoph Borzucki, aus der Oder-Spree-Liga wechselt Max Brandt an die Biese. Und: Endlich wird die Herrenmannschaft auch wieder einen Trainer haben. Einen durchaus bekannten in Osterburg: Jürgen Stottmeister übernimmt das Amt. „Ein alter Hase, der unsere Männer trainiert hat, da war ich noch 15“, erzählt Skorz. Er weiß: „Das wird kein Zuckerschlecken. Aber ich freue mich auf die Vorbereitung.“ Und die soll spätestens Mitte Juli starten. Mit dem Ziel, im Endklassement der Verbandsliga unter den besten Fünf zu landen.

VON SABINE LINDENAU

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare