Handball-Bundesliga: SCM-Coach Bennet Wiegert im Interview über das Auf und Ab in der Hinrunde

„Haben fünf Punkte liegenlassen“

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Hinter Bennet Wiegert und den SC Magdeburg liegt eine schwierige Hinrunde in der Handball-Bundesliga, in der der SCM nach Meinung des Trainers fünf Punkte liegenlassen hat.

Magdeburg. Das war ein Hinrunden-Herzschlagfinale. Das Tor in letzter Sekunde gegen die MT Melsungen hat den SC Magdeburg seinem Ziel, einen Europapokalplatz zu erreichen, ein Stück näher gebracht.

Trainer Bennet Wiegert hat im Gespräch mit der Altmark-Zeitung die Hinrunde analysiert.

Altmark Zeitung: Herr Wiegert, die Hinrunde ist gerade vorbei. Sie stehen mit dem SCM auf Platz 6 der Handball-Bundesliga. Das war eine Achterbahnfahrt, oder?

Bennet Wiegert: Ja, da kann ich nicht drumherum reden. Das war es. Uns hat das, war wir uns eigentlich erarbeiten wollten am Anfang der Saison, an Konstanz zulegen zu wollen, gefehlt. Wiederum sage ich, und da bin ich auch kein Schönredner: Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir nach der Hinrunde auf Platz sechs stehen, punktgleich mit Platz fünf, dann hätte ich das wahrscheinlich so gekauft. Aber ich habe drei, vier Spiele im Kopf, wo wir mindestens fünf Punkte liegenlassen haben, die uns natürlich extrem gut zu Gesicht gestanden hätten.

Leider gibt es perfekte Hinrunden nur selten. Wir sind eine Mannschaft, die sich durch Arbeit auszeichnet und wir müssen jetzt auch weiterarbeiten in der Rückrunde, um unser gewünschtes Ziel, das heißt Europapokalplatz, Platz fünf, nicht aus den Augen zu verlieren. Wir sind ja nicht so weit weg, dass ich sagen müsste, es wäre weltfremd, das zu schaffen.

Was nehmen Sie Positives mit aus der Hinrunde, wo gibt es Verbesserungspotenzial?

Positiv nehme ich unsere Entwicklung mit. Wir haben uns am Anfang der Saison deutlich schwer getan, uns nach dem Olympiazyklus zu finden, sowohl als Mannschaft als auch in der Spielphilosophie und in meinem Spielverständnis. Wir haben zum Ende der Hinrunde einen Schritt nach vorn gemacht in allen Bereichen, was Abwehr, was Tempospiel, was Angriff angeht. Das sieht im Training teilweise so aus, wie ich es mir vorstelle. Jetzt müssen wir einfach daran arbeiten, das weiter konstant auf das Feld zu bringen. Ich habe natürlich ein bisschen Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass viele Spieler jetzt zur WM nach Frankreich fahren und sie einen ähnlichen Zyklus haben . . .

Wie viele werden es sein?

Das kann ich noch nicht genau sagen, die Nominierungen sind noch nicht abgeschlossen. Aber ich rechne wieder mit fünf, sechs. Dann wird es wieder das Kontrastprogramm geben, sie werden vielleicht wieder vier, fünf Tage im Training dabei sein und dann müssen wir nach Balingen fahren. Das ist schon hart. Ich hätte jetzt keine Pause gebraucht, hätte gern weitergespielt, weil ich gerade das Gefühl habe, dass wir uns in bestimmten Bereichen entwickeln.

Rückrundenauftakt ist ja schon am 2. Weihnachtsfeiertag um 15 Uhr daheim gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Auch die Rhein-Neckar-Löwen haben sich entwickelt. Sie hatten ein bisschen Glück, weil sie, glaube ich, nur einen Spieler hatten, der bei Olympia dabei war. Dadurch konnten sie die Vorbereitung besser nutzen. Dass sie jetzt so gut durchziehen, damit hatte ich auch nicht gerechnet. Wir haben dann den Tabellenführer zu Gast. Wir werden alles daran setzen, um sie zu ärgern. Dass Marko Bezjak durch die Blaue Karte wahrscheinlich gesperrt ist, hilft uns jetzt natürlich nicht unbedingt. Aber wir brauchen auch nicht die Flinte ins Korn werfen. Es gilt auch dort, um die zwei Punkte zu kämpfen.

Dann wird das ja kein ruhiges Weihnachtsfest ganz in Familie...

Nein, wir trainieren. Aber die Jungs sind das gewöhnt, das ist jetzt nichts Besonderes. Wir freuen uns auf eine volle Halle. Das ist dann halt unser Weihnachtsfest. Und die Jungs sind auch gewohnt, sich Weihnachten mit bestimmten Sachen zurückzuhalten und sich am 26. dann vielleicht mit anderen Sachen zu beschenken.

Wir drücken Ihnen die Daumen. Frohe Weihnachten!

Von Sabine Lindenau

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