SAISONRÜCKBLICK – 1. FC Lok Stendal 2018/2019

"Haben uns belohnt"

Nächste Saison weiterhin in der Oberliga: Kapitän Philipp Groß (rechts) und der 1. FC Lok Stendal verdanken den Klassenerhalt einer starken Rückserie.
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Nächste Saison weiterhin in der Oberliga: Kapitän Philipp Groß (rechts) und der 1. FC Lok Stendal verdanken den Klassenerhalt einer starken Rückserie.

Das glückliche Ende der abgelaufenen Oberliga-Saison des 1. FC Lok Stendal ist bekannt. Die Mannschaft um Kapitän Philipp Groß hielt die Klasse. Doch die Zeiten in Stendal waren nicht immer fröhlich.

Im Gespräch mit AZ-Sportvolontär Patrick Nowak blickte Groß auf die jüngste Spielzeit zurück.

Herr Groß, haben Sie mittlerweile realisiert, was Sie mit dem 1. FC Lok Stendal erreicht haben?

Nach der Hinrunde war das eine Riesen-Leistung von der Mannschaft. Wir haben dann die Punkte in der Rückrunde eingefahren, womit keiner mehr gerechnet hat.

Was hat für das glückliche Ende gesorgt?

Letztlich war es eine mannschaftliche Geschlossenheit. Wir hatten im Winter eine vernünftige Vorbereitung und sind, wie der Trainer oft sagt, in Vorleistung gegangen. Und haben uns damit im Endeffekt belohnt.

Lok startete aber mit zwei Niederlagen. Danach trat Sport-Vorstand Dr. Ralf Troeger zurück. Wie bewerten Sie diesen Nebenschauplatz im Nachhinein?

Was da stattgefunden hat, war der Wahnsinn. Es ist schade, dass er zurückgetreten ist. Dadurch wurde es aber auch unruhiger.

Kurz darauf stand das DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld an. Wie denken Sie heute über das besondere Spiel?

Viel Vorfreude hatten wir nicht aufgrund der Unruhen im Verein. Von der Aufmachung war das aber ein Erlebnis. Dafür spielt man Fußball. Das Spiel bleibt unvergessen und wir werden es in Erinnerung behalten.

Anschließend musste Ihr langjähriger Trainer Sven Körner den Verein verlassen. Wie groß war die Umstellung?

Das war schon eine große Umstellung. Aber auch für Daniel Fest, der die Mannschaft übernehmen musste. Er hat es super gemacht. Für ihn war es ungewohnt und wir mussten uns alle neu einordnen. Wir haben uns aber nicht verändert, denn der Charakter der Mannschaft ist der Gleiche geblieben.

Dann übernahm Daniel Fest. Die Mannschaft hatte Verletzungssorgen und verlor drei Spiele mit 0:17-Toren. Wie würden Sie diese negative Phase rückblickend einordnen?

Diese Phase war sehr, sehr schwer für die Mannschaft. Wir waren ja auch von Verletzungsproblemen geplagt. Das zeigt, dass wir in der Breite nicht vernünftig aufgestellt waren. Das Trainerteam war nicht intakt und Daniel Fest war auf sich alleine gestellt.

Trotz eines 5:1-Sieges trat Daniel Fest nach der Vorstellung von Neu-Trainer Jörn Schulz zurück. Es wirkte wie ein Neubeginn zum Ende der Hinrunde. Hat es diesen eventuell auch gebraucht?

Ich denke, zu dem Zeitpunkt hätte es nicht sein müssen. Wir hätten die Hinrunde vernünftig zu Ende spielen müssen und uns danach an einen Tisch setzen sollen. Dann ist die Bombe (mit der Vorstellung von Jörn Schulz, Anm. d. Red.) geplatzt.

Das neue Jahr begann mit einem Sieg gegen Staaken. Weitere folgten. Insgesamt holte Stendal 24 Punkte in der Rückrunde. Wie erklären Sie sich das?

Wir haben eine gute Vorbereitung im Winter gehabt, waren physisch gut aufgestellt und konnten die vollen 90 Minuten auf dem Platz anrennen. Dann sind wir zu einer Art Heimmacht geworden und haben auch auswärts gezeigt, dass wir gewinnen können.

Können Sie es in Worte fassen, als Ihre Mannschaft gegen den Malchower SV aus einem 2:4 ein 5:4 gemacht hat?

Die Jungs sind weiterhin angerannt. Dafür muss man auch ein Lob aussprechen. Für den Verein und die Zuschauer war es ein Riesen-Erlebnis.

Im Landespokal-Halbfinale scheiterte man an Germania Halberstadt. Somit war eine erneute DFB-Pokalteilnahme ausgeschlossen. Ist das aufgrund des Oberliga-Klassenerhalts verschmerzbar?

Wir hätten gerne gegen den Halleschen FC das Finale gespielt und wären damit in den DFB-Pokal eingezogen. Das war aber nicht möglich. Wir haben davor in Altlüdersdorf gespielt und das Pokalspiel war auf einen Mittwoch terminiert. Die Halberstädter sind Halbprofis und wir hatten keine Regeneration. Obwohl man es an einem guten Tag hätte schaffen können.

Viele Spieler haben bei Lok ihren Vertrag verlängert. Sie als Kapitän ebenso. Wie wichtig ist dieses feste Gerüst für Stendal?

Das ist das Allerwichtigste. Wir sind mittlerweile Freunde geworden und kennen uns über mehrere Jahre. Die Mannschaft ist zusammengeblieben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich hoffe, dass wir für die neue Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und das wir weiterhin Spaß am Fußball haben.

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