FUSSBALL – LANDESLIGA: Gesundes Personal, dreckige Siege und Wille

Gründe für Bismarks Aufwind

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Das Lachen ist zurück: TuS-Trainer Dirk Grempler (l.) ist mit seiner Landesliga-Elf wieder in der Spur.

Bismark – Vier Spiele hat der abstiegsbedrohte Fußball-Landesligist TuS Schwarz-Weiß Bismark im neuen Kalenderjahr absolviert. Mit sieben von zwölf möglichen Punkten konnte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Grempler im Tabellenkeller zurückmelden.

Es gelang dem TuS sogar, die Abstiegsplätze zu verlassen. Die Sportredaktion der Altmark-Zeitung zeigt auf, wo der aktuelle Aufschwung herkommt.

Mehr Spieler zur Verfügung

In der Hinrunde wurde Bismark von vielen Verletzungssorgen geplagt. Leistungsträger fielen aus und die Mannschaft konnte sich nicht einspielen. Mit Co-Spielertrainer Christoph Grabau steht nach Verletzung in der Offensive wieder ein Spieler auf dem Platz, der den Altmärkern einen Schub gibt. Grabau macht die Bälle fest, verteilt sie und ist in der Not anspielbar. Ein erfahrener Spieler, der das Team mit seinen 34 Jahren neben Routinier und Kapitän Michael Metzger (36) mitzieht. Allgemein hatte dem TuS eine gesunde Personaldecke zuletzt gefehlt.

Zudem gelang Bismark in der Winterpause mit Abwehrspieler Michael Fichte ein Glücksgriff. Der Rückkehrer (vorher Union Schönebeck) funktioniert auf Anhieb. Der Verteidiger überzeugt mit Ruhe und gutem Stellungsspiel. Hinten hält Fichte nicht viel. Der 21-Jährige schaltet sich immer wieder in Angriffe ein und versucht im Zweifel, selbst die Wende herbeizuführen. Dadurch hat Bismark noch mehr Zug zum Tor – wirkt in der Defensive aber gleichzeitig stabiler. Das war in weiten Teilen der Hinserie nicht so.

Bismark schlägt gnadenlos zu

Das Toreschießen fällt der Grempler-Elf in dieser Spielzeit nicht gerade leicht. In 19 Begegnungen konnte der Landesligist lediglich 18 Mal jubeln. Nur der Burger BC (17 Tore) und Schlusslicht Bernburg (16) sind vor dem gegnerischen Tor harmloser. Das macht aber nichts, weil Bismark jetzt auch die umkämpften Spiele für sich entscheidet. In der Hinrunde wurde den Altmärkern die mangelnde Chancenverwertung zum Verhängnis. Der Gegner wusste diese Nachlässigkeit zu bestrafen. Folge: Insbesondere in engen Partien ging Schwarz-Weiß daher öfters leer aus.

Dieses Problem scheint die Mannschaft momentan in den Griff zu bekommen. Sie schießt in 50:50-Spielen genau dieses eine Tor, das es zum Sieg braucht. So auch vor Kurzem gegen den SV Union Heyrothsberge (1:0). Ein Aspekt, der Dirk Grempler Mut für die kommenden Spiele macht. „Mit dieser Moral, dieser Einstellung und dieser Leidenschaft für Schwarz-Weiß glaube ich, können wir die nächsten Wochen noch etwas beseelen.“

Grempler: "Wir sind da, wir leben"

Die kommenden Aufgaben werden nicht leichter. Vier Auswärtspartien in Serie stehen an. Darunter das Altmark-Derby beim SSV Gardelegen (1.) und die Spiele bei Preußen Magdeburg (3.) und Staßfurt (2.). Bismark zeigt mit der Körpersprache auf dem Platz, dass es sich wehrt. Es wird viel eingesteckt, aber auch ausgeteilt. Genau so lässt es sich auch gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte bestehen.

Oft hart an der Grenze, aber belebend: Bismarks Innenverteidiger Felix Knoblich (links).

Kampf ist genau das, was der Coach in dieser schweren Situation von seinen Spielern sehen will. „Das gehört verdammt noch mal dazu. Mir ist es lieber, dass es kracht, wenn sie alle gesund bleiben.“ Ausgerechnet im prestigeträchtigen Spiel gegen Gardelegen ließ Bismark im Oktober diese Tugenden vermissen und präsentierte sich antriebs- und leidenschaftslos. Seitdem kommt der TuS über den Kampf und fährt die wichtigen Punkte ein. „Wir sind da, wir leben. Abstiegskampf heißt nun mal überleben. Und die Jungs haben das gelebt auf dem Platz“, spielt Grempler auf den jüngsten Sieg gegen Heyrothsberge an.

Spätestens Ende April wird es ernst, wenn Bismark mit der TSG Calbe, dem Burger BC und Ottersleben auf drei direkte Abstiegskonkurrenten trifft. Grempler sieht seine Elf bereit: „Da ist eine Mannschaft, die will da unten raus.“ Aktuell steht sein Team auf einem Nichtabstiegsplatz. Weiß aber, worauf es im Tabellenkeller ankommt. Mit solch einem Willen sollte der TuS Bismark auch nach Ablauf dieser schwierigen Landesliga-Saison über dem Strich stehen ...

VON PATRICK NOWAK

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