HANDBALL – RÜCKBLICK HSG Osterburg mit nahezu perfekter Hinrunde

Ein Rad greift ins andere

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Glücksgriff auf Rechtsaußen: Christoph Borzucki hat als Sommer-Neuzugang voll eingeschlagen und sich zum Leistungsträger der HSG Osterburg entwickelt.

Osterburg – Die Sachsen-Anhalt-Liga war für die HSG Osterburg in der vergangenen Saison ein großes Abenteuer. Ein Jahr lang durften sich die Biesestädter mit den besten Teams des Landes messen, neue Hallen und neue Gegner kennenlernen.

Im Sommer folgte der freiwillige Abstieg in die Verbandsliga Nord. Das Abenteuer war beendet, der Aufwand wurde zu groß. Zurück in der alten sportlichen Heimat fühlt sich die HSG wieder pudelwohl. Sie blickt auf eine Hinrunde zurück, die nahezu perfekt verlief und mit der verdienten Herbstmeisterschaft gekrönt wurde.

Von 13 Spielen gewann Osterburg zehn, teilte zweimal die Punkte und wurde nur einmal geschlagen. Ausgerechnet am letzten Spieltag vor Weihnachten wurde der Favorit bei der HSG Altmark West mit 20:35 demontiert. „Darüber reden wir lieber nicht mehr“, scherzt Florian Skorz heute. Der Mannschaftsverantwortliche des Spitzenreiters ordnet die Pleite als kleinen Betriebsunfall ein. Das positive Gesamtbild, das die Nordaltmärker im ersten Halbjahr abgaben, schmälert das Malheur nicht.

Dass sie als Absteiger, der sportlich eigentlich den Klassenerhalt geschafft hatte, in der Verbandsliga wieder eine gute Rolle spielen würden, war von den Osterburgern erwartet worden. Eine derart dominante Hinrunde kam für alle Beteiligten aber überraschend. „Wir haben mit einem Platz unter den ersten Fünf geliebäugelt“, blickt Skorz zurück, „mit Platz eins haben wir aber nicht gerechnet.“ Als heiße Titelanwärter waren andere Teams gehandelt worden. Der HSV Haldensleben etwa, oder Post Magdeburg, die der HSG aktuell als Zweiter und Dritter im Nacken sitzen. Auch Absteiger Eiche Biederitz wurde stärker eingeschätzt, enttäuschte als Schlusslicht aber komplett. Richtig konstant spielte nur die HSG Osterburg. „Wir müssen schon zugeben, dass wir von der Konkurrenz ein bisschen mehr erwartet hatten“, gesteht Skorz.

Der Durchmarsch der Biesestädter liegt aber nicht nur in der Schwäche der anderen begründet. Die HSG selbst hat auch vieles richtig gemacht. Mit Jürgen Stottmeister wurde vor der Saison endlich ein neuer Trainer gefunden. Die Mannschaft musste sich nicht mehr selbst coachen. „Das war wichtig. Wenn du selbst spielst, kannst du das Spiel nicht so gut lesen, wie von der Bank aus“, sagt Skorz heute. Der neue Coach füllt aber nicht nur irgendeine Lücke, er bringt das Team auch fachlich nach vorne. „Er macht zur richtigen Zeit die richtigen Dinge, nimmt die richtigen Auszeiten, stellt uns gut auf und ein“, ist Skorz voll des Lobes. Keine Frage: Trainer und Mannschaft harmonieren. Die HSG Osterburg ist ein Einheit, tritt als solche auf und zieht daraus ihre Stärke.

Auf dem Parkett hat sich die Personallage an der Biese ebenfalls entspannt. Einige Verletzte kehrten zurück. Mit Christoph Borzucki wurde im Sommer ein Neuzugang an Land gezogen, der auf der Stelle als Leistungsträger funktionierte. In der Rückrunde werden Till Dobberkau (nach Verletzung) und Philipp Zerrahn (nach Auslandsaufenthalt) den Kader noch breiter aufstellen. Gut möglich also, dass die HSG am Ende als Meister aus der Saison geht. Aber: „Bis Mai ist es noch sehr lang“, weiß Skorz.

Möglicherweise muss sich dann aber wieder die Frage nach der Sachsen-Anhalt-Liga gestellt werden. Die Entscheidung sei laut Skorz offen, wenngleich das Gros weiterhin die Verbandsliga bevorzugt – vor allem wegen der Derbys. „Das macht einfach Spaß. Diese Spiele machen die Hallen voll und sorgen für Stimmung“, freut sich Skorz bereits jetzt auf die nächsten Duelle mit Stendal und Seehausen.

VON TOBIAS HAACK

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