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Germania Tangerhütte steht nach einem 4:0 gegen den Rossauer SV im Halbfinale

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Von: Tobias Haack

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Studte im Zweikampf mit Kalkofen.
Sascha Studte (rechts) hat mit Tangerhütte gegen den Rossauer SV (Hannes Kalkofen) die Runde der letzten Vier erreicht. © Haack

Der SV Germania Tangerhütte steht zum ersten Mal seit acht Jahren wieder im Halbfinale des kreislichen Pokal-Wettbewerbs. In einem reinen Landesklasse-Duell setzte sich die Mannschaft von Trainer Marcel Marx am Sonnabend gegen einen ersatzgeschwächten Rossauer SV mit 4:0 (1:0) durch.

Das Spiel kam auf dem Tangerhütter Jahn-Sportplatz ohne eine lange Anlaufzeit ins Rollen. Frederic Gürtler schloss eine erste Kombination der Hausherren mit einem missglückten Versuch aufs lange Eck ab (2.). Auf der anderen Seite standen dann plötzlich Tür und Tor geöffnet für einen Rossauer Konter. Christian Schmitz war auf und davon, hatte nur noch Torhüter Tobias Harri Gronkowski vor sich, scheiterte aber am Germania-Schlussmann, da dieser einen tollen Reflex auspackte. Was für eine Möglichkeit! „Ein Tor kann alles ändern. Wenn wir da treffen, wird es ein anderes Spiel und einfacher für uns“, konstatierte RSV-Trainer Christian Schulze.

Zu beneiden war der Rossau-Coach an diesem Nachmittag nicht. Nur zwölf Spieler standen ihm für dieses Pokalspiel zur Verfügung. Da half es auch wenig, dass Torhüter Maik Iglodan und Verteidiger Lucas Sannemann endlich mal wieder im Kader standen. „Es ist nicht einfach für den Kopf, wenn jede Woche wieder Leute fehlen“, haderte Schulze, von dessen 17-Mann-Kader der Vorwoche in Tangerhütte kaum noch etwas übrig geblieben war.

Mir war am Ende wichtig, dass wir es zu Null zu Ende spielen. Das haben die Jungs geschafft und das ist gut für das Selbstvertrauen.

Marcel Marx (Trainer, Germania Tangerhütte)

Zu allem Überfluss schluckten die Nordaltmärker dann auch noch einen frühen Gegentreffer. Nach einer verunglückten Abwehraktion direkt ins Zentrum nahm Tangerhüttes Mittelfeldarbeiter Sören Buchholz Maß und hämmerte das Leder mit Vehemenz unter die Latte – 1:0 (8.). In der Folge blieb die Partie erstmal offen.

„Beide Mannschaften haben versucht, ihren Fußball zu spielen, sodass die erste Halbzeit noch recht ausgeglichen war“, befand Christian Schulze. Der SV Germania versuchte, immer wieder Lücken auf den Außenbahnen zu finden, Rossau setzte auf konzentrierte Defensivarbeit und geradlinigen Konterfußball. Weitere Treffer gab es aber zunächst nicht mehr zu bestaunen.

Nach dem Seitenwechsel spielte Tangerhütte dann das aus, was der RSV nicht konnte: Seine Optionen von der Auswechselbank. Unter anderem war Patrice Boehm frühzeitig für den angeschlagenen Sascha Studte gekommen und avancierte zum Mann des Spiels. Zunächst war der Angreifer nach einer Flanke von Glen Philipp Ließmann zur Stelle und köpfte sicher zum 2:0 ein (56.).

Wir waren in der zweiten Halbzeit vom Kopf und von der Ordnung her nicht mehr gut, das müssen wir uns vorwerfen lassen. Für Tangerhütte war es dann ein verdienter Sieg.

Christian Schulze (Trainer, Rossauer SV)

Das Momentum schien aufseiten der Tangerstädter, der Rossauer SV aber bäumte sich nochmal auf und baute Druck über eine Reihe von Standardsituationen auf. „Die haben wir dann aber überraschend gut verteidigt“, stellte Marcel Marx fest und sah seine Elf damit über den Berg. In der Schlussphase gestaltete sie es gegen einen müden Gegner dann noch deutlich. Patrice Boehm war es, der noch nicht genug hatte. Nach einer Einzelaktion erhöhte er auf 3:0 (77.) und stellte am Ende eines guten Konters noch auf den 4:0-Endstand (84.).

„Wir waren in der zweiten Halbzeit vom Kopf und von der Ordnung her nicht mehr gut, das müssen wir uns vorwerfen lassen. Für Tangerhütte war es dann ein verdienter Sieg“, fasste Christian Schulze das Pokal-Aus seiner Not-Elf zusammen.

Für Marcel Marx und seine Tangerhütter war der Einzug ins Halbfinale ein bittersüßes Erlebnis – denn auch beim SVG wissen sie, was Personalnot bedeutet. Matchwinner Boehm beispielsweise, der seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr am Tanger hat, stand gegen Rossau erstmals seit über einem Monat wieder auf dem Rasen und unterstrich sogleich, warum Marx seinen Angreifer gerne viel häufiger auf dem Platz hätte. „Über seine Qualität brauchen wir nicht sprechen, die ist bekannt“, sagte der Germania-Trainer und meinte abschließend zum Spiel: „Mir war am Ende wichtig, dass wir es zu Null zu Ende spielen. Das haben die Jungs geschafft und das ist gut für das Selbstvertrauen.“

Tore: 1:0 Sören Buchholz (7.), 2:0, 3:0, 4:0 Patrice Boehm (56., 77., 84.).

SV Germania Tangerhütte: Gronkowski - Hermann, R. Taube, Riethmüller (79. C. Gürtler) - Ließmann (74. Zeihn), Buchholz (82. F. Taube), Göhring (86. Theuerkauf), Ruf - Paul, Studte (30. Boehm) - F. Gürtler.

Rossauer SV: Iglodan - Nagel, Meyer, Kalkofen, Sannemann - Wolligandt, Rückriem, Wedekind (46. Feger) - Schmitz, Hannemann, Schröder.

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