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Germania Tangerhütte nach 2:1 über Lok Stendal II im Pokalfinale

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Von: Tobias Haack

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Taube bejubelt sein Tor zum 2:1.
Glücklicher Siegtorschütze: Germania-Kapitän Felix Taube. © Haack

Der SV Germania Tangerhütte ist erstmals nach neun Jahren wieder ins Pokalfinale eingezogen. Im Endspiel in Tangermünde wartet nun der Topfavorit aus Osterburg.

Fußball-Landesklassist SV Germania Tangerhütte ist am Ostermontag ins Endspiel des Altmark-Strom-Pokals des KFV Altmark Ost eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Marcel Marx setzte sich in einem denkwürdigen Halbfinale mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung gegen Liga-Konkurrent 1. FC Lok Stendal II durch.

Knapp 200 Zuschauer waren bei sonnigem Wetter auf den Tangerhütter Jahn-Sportplatz gepilgert. Sofern sie es mit den Germanen hielten, erlebten sie ein Spiel, das es mit diesen Zutaten nur ein Mal in zehn Jahren gibt, oder vielleicht auch nur ein Mal im Leben. Die personellen Vorzeichen für die Heim-Elf: miserabel. Das Spiel: hart umkämpft. Das Finale: für die Galerie!

Es war die 116. Spielminute einer wahren Pokal-Schlacht, als Germania-Angreifer Hannes Heuer einen halbhohen Ball zur Überraschung aller mit der Hacke ins Zentrum ablegte und sein Sturmpartner Felix Taube von dort per Direktabnahme zum entscheidenden 2:1 ins Tor traf. Ein kurzer Moment der Magie. „Wenn wir die einfachen Tore nicht machen, dann halt die schweren“, scherzte SVG-Coach Marx später.

„Von Sonnabend auf Montag brechen uns fünf Spieler verletzt weg. Dass ich sowas erleben muss, ist schon ein Ding. Dass diese Mannschaft dann mit elf Spielern und fünf Statisten auf der Bank das noch so herumreißt, macht uns überglücklich. Besser kann es nicht laufen, der Pokal schreibt seine Geschichten.“

Marcel Marx (Trainer, Germania Tangerhütte)

Nach Späßen war den Stendalern zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr zu Mute. Auch sie hatten sich viel vorgenommen und spielten eine starke erste halbe Stunde. Immer wieder fand die blutjunge und mit Verbandsliga-Stürmer Max Erdmann aufgehübschte Lok-Reserve in dieser Phase eklatante Tangerhütter Lücken auf deren rechter Außenbahn. Germania kam immer wieder zu spät, sah drei frühe Gelbe Karten. Es lief für Lok II, doch es fehlte wie so häufig der Zug zum Tor. Den einzigen Hochkaräter vergab Erdmann mit einem zu schwach platzierten Abschluss (41.). Die beste Tangerhütter Chance verpasste Florian Schwarz nach einem Freistoß (20.).

„Wir waren die fußballerisch bessere Mannschaft, aber leider zu blöd, ein Tor zu erzielen. Wir haben uns hier kämpferisch abkochen lassen. Tangerhütte hat um jeden Ball gekämpft und das auch gut gemacht. Wir wollten das Spiel unbedingt für uns entscheiden. Das haben wir nicht geschafft, jetzt sind wir natürlich enttäuscht.“

Steffen Säger (Trainer, 1. FC Lok Stendal II)

Dass Routinier Schwarz überhaupt in der Startelf stand, lag in einer personellen Notsituation der Hausherren begründet. Allein vom Sonnabend-Spiel in Schönhausen bis zum Montag fielen gleich fünf Akteure verletzt aus. Torhüter Konrad Buschendorf und Kapitän Robert Taube müssen ohnehin schon länger passen. So blieb einer Tangerhütter Not-Elf nicht mehr als ihre gewohnt gute Kampfkraft – und die setzte sie bis zur völligen Erschöpfung ein.

Dank ihrer Mentalität gelang es der Marx-Elf, die technische Überlegenheit der Gäste besser zu händeln. Doch es schien nichts zu nützen. Vergab Samsi Diallo noch freistehend einen Kopfball (51.), so machte es Remo Rabe nach einem perfekten Angriff besser – 0:1 (62.). Einstellung ist halt doch nicht alles, so schien es. Doch es kam anders. Hannes Heuer antwortete mit einem starken Antritt samt perfektem Abschluss und traf so zum 1:1-Ausgleich (70.). Es ging mit dem gerechten Unentschieden in die Verlängerung.

Dort erzwang sich Germania – stehend k.o. – die besseren Chancen. Vor allem Heuer ging jetzt voran. Der dynamische Angreifer scheiterte an Lok-Torhüter Anton Melnyk (105.), traf wenig später den Pfosten (109.), legte das erwähnte Traumtor zum 2:1 auf (116.) und hatte sogar noch die Chance zum 3:1 (120.), als abermals Melnyk der Sieger blieb. Die Zuschauer standen zu diesem Zeitpunkt schon auf ihren Bänken und feierten Sekunden später den Abpfiff eines denkwürdigen Spiels.

Tore: 0:1 Remo Rabe (62.), 1:1 Hannes Heuer (70.), 2:1 Felix Taube (116.). Zuschauer: 185.

SV Germania Tangerhütte: C. Gürtler - Ließmann, Göhring, Hermann (19. Jatzkowski, 118. R. Taube) - Lange (82. Riethmüller), Schwarz, Studte (119. F. Gürtler), Paul (86. Theuerkauf), Ruf - F. Taube, Heuer.

1. FC Lok Stendal II: Melnyk - Trisek, Mukbel, Prietzel - Diallo, Elsner (82. Böhlke), Borkenhagen, Slipek (119. Rasho), Hussein - Rabe (82. Pusch), Erdmann (91. Wetzel).

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