FUSSBALL Lok Stendals Schmidt-Zwillinge haben viel zusammen erlebt

Gemeinsam von klein auf

Maurice Pascale Schmidt (links) kam in der Oberliga bei der ersten Mannschaft schon öfter zum Zug. 
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Maurice Pascale Schmidt (links) kam in der Oberliga bei der ersten Mannschaft schon öfter zum Zug. 

Stendal – Sie haben beide bereits früh dem Fußballspielen angefangen. Gemeinsam. Dies ist bei den Zwillingen Maurice Pascale Schmidt und Marius Lukas Schmidt bis heute so geblieben. Sie laufen beide für den 1. FC Lok Stendal auf.

Der Altmark Zeitung verraten die 20-Jährigen ihren bisherigen Werdegang, blicken auf ein Probetraining beim FC Ingolstadt zurück und zeigen auf, dass es unter den beiden Brüdern kein Konkurrenzdenken gibt.

Die ersten Ballannahmen, Dribblings und Torschüsse ließen nicht lange auf sich warten. Mit vier Jahren haben die Schmidts in Jerichow das Fußballspielen erlernt. Sie blieben bis zur B-Jugend dort. Dann folgte der Wechsel in den Nachwuchs des 1. FC Lok Stendal. Doch dies sollte nicht alles sein. Ein knappes halbes Jahr später erhielten sie eine Anfrage der Sportschule aus Halle. Nach mehreren Trainings bestand die Möglichkeit, dort hinzuwechseln. Eine schwere Entscheidung. Für beide. Sie sagten nicht zu. „Da wir selber nicht wussten, wo wir stehen, wie gut wir eigentlich sind“, nennt Maurice die Gründe. Der Schritt nach Halle sei „einfach zu groß“.

Zeitgleich hatten sie sich gerade im Lok-Nachwuchsbereich gut zurechtgefunden. In der A-Jugend angekommen, wiederholte sich der Prozess. Erneut war die Sportschule in Halle ein Thema. Während Maurice einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hatte, stand Marius vor dem Abitur. Das Grübeln begann. Ein weiteres Mal entschieden sie sich dagegen. Aus den gleichen Gründen blieb es für die beiden Nachwuchsfußballer ebenfalls lediglich bei einem Probetraining beim FC Ingolstadt. Die Risiken wurden abgewägt, die Prioritäten für die Zukunft festlegt: Abitur und Ausbildung hatten Vorrang.

Fußballerisch blieben sie den Eisenbahnern erhalten. Als beide 17 Jahre alt waren, wurde Maurice im ersten Jahr bei den A-Junioren schon in die Oberligamannschaft hochgezogen, trainierte bei ihr mit. Sein Bruder stieß wenige Monate später dazu. Marius konnte den kleinen Vorsprung seines Bruders zu dem Zeitpunkt verkraften: „Im Endeffekt hat man es dem anderen gegönnt.“ Dies gilt auch für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld, bei dem nur Offensivspieler Maurice auf dem Platz stand und vor der großen Kulisse im Stendaler „Hölzchen“selbstbewusste Dribblings im hohen Tempo – eine seiner Stärken – zeigte.

Dabei hatte Maurice früher als Linksverteidiger gespielt, rückte dann mit zunehmendem Alter weiter nach vorne auf die Flügelpositionen oder in den Sturm. Bei Marius ergab sich das genaue Gegenteil. Der frühere Stürmer ist nun Abwehrspieler. Maurice begrüßt diese Positionsveränderung seines Bruders, „dadurch, dass er körperlich präsenter war als ich und die Übersicht, die er hat.“ Damit können die beiden Schmidts leben, auch wenn es für sie schöner wäre, öfter gemeinsam bei der Oberligamannschaft des 1. FC Lok auf dem Platz zu stehen.

Marius ist nach seinem Kreuzbandriss bislang mehrfach im Stendaler Reserveteam im Einsatz gewesen, tastet sich langsam heran. Die Landesklasse sei „gut, um reinzukommen“, sagt er. Das Mitwirken in der 1. Mannschaft von Trainer Jörn Schulz sieht Marius als „Belohnung“, mit dem Wissen, dass das Geschehen auf dem Platz im Herrenbereich viel schneller, viel körperlicher sei. Man müsse sofort Entscheidungen treffen.

Entscheidungen mussten die beiden Brüder, die dem FC Bayern München und dem FC Liverpool die Daumen drücken, bei der Berufswahl ebenso treffen. Hier haben sie eine Verbindung zum Sport. Maurice ist angehender Physiotherapeut, Marius Lehramtsstudent für Sport und Wirtschaft in Magdeburg. Allgemein herrscht bei den Zwillingen Einigkeit über so vieles, der Ehrgeiz ist bei beiden ausgeprägt. Ihre Energie können sie derzeit aber nur in Trainingseinheiten ohne Ball am Fuß freisetzen. Sobald dies wieder möglich ist, werden sie sich bei Lok weiter empfehlen wollen. Gemeinsam. So, wie es für sie typisch ist.

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