Handball: Trainer Frank Leo erklärt den Höhenflug von Verbandsliga-Spitzenreiter SG Seehausen

„Es geht immer ein Ruck durch“

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Mit der perfekten Ausbeute von 10:0-Punkten im Rücken gehen Trainer Frank Leo und die SG Seehausen in zwei richtungsweisende Wochen. 

Seehausen. Die Handballer der SG Seehausen haben einen Traumstart in die Saison hingelegt. Alle sechs Pflichtspiele wurden bislang gewonnen. In der Tabelle der Verbandsliga grüßt der Vorjahresfünfte von der Spitze.

Woher die Leistungsexplosion kommt und was für die SGS in dieser Spielzeit möglich ist, verriet Trainer Frank Leo im Interview mit der Altmark Zeitung.

Herr Leo, im letzten Jahr schloss ihre Mannschaft die Saison auf dem fünften Platz ab. Nun gelang ein perfekter Start ohne Punktverlust, dabei hat sich der Kader kaum verändert. Woher kommt also diese Leistungssteigerung?

Wir sind mittlerweile eine Mannschaft, die miteinander arbeitet. Die Jungs ergänzen sich und reißen einander mit. Egal ob jung oder alt, alle pushen sich gegenseitig. Deshalb lässt sich auch niemand hängen. Auch die Vorbereitung war sehr gut.

Und diese Mentalität hat in der letzten Saison gefehlt?

Der Teamgeist war auch im letzten Jahr schon gut ausgeprägt, allerdings nicht so intensiv wie in dieser Saison. Und dann bin ich auch der Meinung, dass unser Sieg in Gommern (Anm. d. Red.: 28:25) am 1. Spieltag ein Knackpunkt war. Das war eines der besten Spiele der letzten Jahre. Wir haben da gesehen, was wir leisten können.

Am vergangenen Wochenende hat Ihre Mannschaft nur sehr mühevoll mit 25:23 in Oebisfelde gewonnen. Welche Rolle spielt im Moment auch der Faktor Glück?

Das Glück gehört natürlich immer dazu. Aber es ist ein erarbeitetes Glück und kein geschenktes. Unsere Qualität ist, dass wir uns im Moment nicht aufgeben. Es geht immer irgendwie ein Ruck durch die Mannschaft, wenn es schwierig wird. In Oebisfelde war es zum Beispiel Alexander Söhnel, der die anderen mitgezogen hat. Auch die Leute, die reinkamen, haben dann nochmal gepusht. Das hatten wir letzte Saison so nicht. Da haben wir uns oft zu zeitig aufgegeben.

Dass Seehausen in eigener Halle stark ist, ist bekannt. Jetzt gewinnen Sie aber auch die Auswärtsspiele in Serie. Woher rührt diese neue Qualität?

Wir nehmen immer sehr viel Moral aus unseren Heimspielen mit in die nächsten Begegnungen. Außerdem gehen wir im Moment in jedem Spiel auf Sieg. Es gibt in diesem Jahr keine Übermannschaft in der Liga. Deshalb klappt es im Augenblick auch ohne unser Publikum ganz gut.

Wenn man auf die anderen Vereine der Region schaut, hat Stendal massive Verletzungssorgen und Osterburg musste in den vergangenen Jahren trotz seiner Erfolge häufig den Trainer wechseln. Ist der Trumpf der SG Seehausen vielleicht auch die Konstanz?

Ja. Wir sind hier ein großes Team. Ich bin zwar der, der den Kopf hinhält, aber ich spreche auch sehr viel mit den Spielern ab. Wir haben jetzt in den drei Jahren, in denen ich Trainer bin, ein gemeinsames Konzept gefunden und wir haben viele Leute, die alles für den Verein machen. Man hat es jetzt gesehen: Ich war im Urlaub und die Mannschaft gewinnt trotzdem ihre Spiele. Es macht auch viel aus, dass unser Kader sehr stabil ist und wir auf allen Position ausgeglichen besetzt sind.

Am Wochenende reist Haldensleben zum Topspiel an, danach geht es nach Glinde. Müssen Sie ihre Ziele nach oben korrigieren, wenn auch diese Spitzenspiele gewonnen werden?

Von der Meisterschaft reden wir nicht. Das wäre viel zu früh. Wir gucken von Spiel zu Spiel, wie es sich entwickelt. Wenn wir am Ende der Hinrunde Erster sind, kann man vielleicht mal über andere Dinge reden. Jetzt wollen wir gut Handball spielen und vielleicht noch mehr Zuschauer in unsere Halle locken. Alles andere muss man sehen.

Wird es neben Seehausen, Haldensleben und Glinde noch eine Mannschaft in den Kreis der Favoriten schaffen? Und wen sehen Sie eigentlich als den Topfavoriten?

Gommern ist definitiv nicht zu unterschätzen. Die sind immer ein Kandidat. Einen klaren Favoriten sehe ich nicht. Die Mannschaften an der Spitze sind gleichwertig. Vielleicht entscheidet am Ende einfach nur das Glück.

Von Tobias Haack

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