Fußball: FCM-Trainer Härtel blickt auf eine grandiose Saison zurück und auf die 2. Liga voraus

„Es geht darum, die Klasse zu halten“

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FCM-Coach Jens Härtel gilt als ruhiger Analytiker an der Seitenlinie. Im kommenden Zweitliga-Jahr wird er mit Magdeburg schwierige Situationen meistern müssen.

Magdeburg. Sie haben das Triple geschafft. Nach dem Gewinn der Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Liga konnten die Spieler des 1. FC Magdeburg am Montag auch den Landespokal mit nach Hause nehmen.

Damit ist für Verein und Trainer eine traumhafte Saison zu Ende gegangen. Bevor Jens Härtel am Dienstag in den Urlaub gestartet ist, haben wir mit ihm zurück- und vorausgeblickt.

Herr Härtel, das war eine Wahnsinnssaison. Wie fühlt sich das an, was bedeuten diese Erfolge für Sie?

Ja, wie fühlt sich das an? Das ist immer schwierig in Worte zu fassen. Aber 85 Punkte, 27 Siege: Das ist schon außergewöhnlich. Dann auch noch mit dem Aufstieg und dem Meistertitel: Das sind Träume, die da in Erfüllung gegangen sind.

Können Sie das überhaupt schon realisieren?

Teils, teils. Wir hatten ja schon ein bisschen Zeit, das Ganze ein Stückchen zu realisieren. So wirklich werden wir es dann wohl erst realisiert haben, wenn wir unser erstes Spiel in der 2. Liga haben.

Wenn Sie auf die Saison zurückschauen, wann stand für Sie fest, dass Sie aufsteigen werden?

Geglaubt haben wir immer daran, dass wir die Qualität haben, am Ende unter den ersten Zwei oder zumindest unter den ersten Drei zu sein. Ein ganz großer Schritt war sicherlich das Spiel in Wiesbaden, wo wir den zweiten direkten Konkurrenten nach Karlsruhe geschlagen haben. Da waren wir auch noch nicht durch. Aber da war für alle diese relative Gewissheit da, dass wir es dieses Jahr schaffen.

Und das auch gleich noch mit dem ersten Matchball. War Ihnen das klar?

Sicher sein kann man sich nie. Aber ja, wir wollten den ersten Matchball unbedingt verwandeln. Die Liga ist aber trotz dieser Serie sehr ausgeglichen, sodass es nicht ganz so einfach ist, Spiele zu gewinnen. Es war auch gegen Fortuna Köln schwierig. Aber der Wille der Mannschaft, das halt sofort klarzumachen, der war in der ganzen Woche vor dem Spiel deutlich spürbar und sie hat es dann auf dem Platz auch umgesetzt.

In den Wochen danach hat man so eine Leichtigkeit gespürt trotz des Partymarathons. Woran lag das? Und warum haben Sie es dann in Lotte noch einmal spannend gemacht?

Wir können froh sein, dass wir den Aufstieg so zeitig festgemacht haben, wenn man sieht, wie viele angeschlagene Spieler wir doch haben. Aber die Jungs sind bissig geblieben und konzentriert. Dann kommt natürlich das Momentum hinzu, das wir dann eben auf unserer Seite haben. Ob gegen Halle oder Chemnitz, da haben wir relativ früh den Sack zugemacht. Zum Schluss in Lotte, das war ein schwieriges Spiel, hochemotional. Es war auch noch sehr warm. Die Jungs hatten Krämpfe. Aber wir haben trotzdem noch einmal alles investiert und uns mit der Meisterschaft belohnt.

Wie sehen die nächsten Wochen für Sie aus? Erst einmal abschalten im Urlaub oder denken Sie schon an die nächste Saison?

Jetzt muss der Trainer auch mal ein Stückchen runterfahren und Zeit mit der Familie genießen. Wir werden in die Schweiz fahren und dann vielleicht noch ein Stückchen weiter Richtung Italien.

Wie weit sind die Kaderplanungen vorangeschritten?

Es sind schon ein paar Spieler verpflichtet, aber es ist noch nicht ausreichend. Wir müssen schon noch etwas tun.

Was sind Ihre Ziele für die 2. Liga: Erstmal die Klasse halten oder gleich so durchstarten wie Holstein Kiel und ganz vorn mitspielen?

Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir sehen ja, wie schwer es für Aue ist und auch für Dresden. Für uns als Aufsteiger geht es in allererster Linie darum, die Klasse zu halten. Wir haben lange darauf hingearbeitet in den letzten Jahren und uns Stück für Stück entwickelt. Da wäre es schon schön, wenn wir in dieser Liga bleiben könnten. Wenn es dann irgendwann mehr wird ... Aber davon jetzt zu träumen, ist völlig unrealistisch. Für uns geht es vom ersten Spieltag an darum, in dieser Liga zu bleiben und genügend Punkte zu sammeln.

Von Sabine Lindenau

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