FUSSBALL – 3. LIGA Michel Niemeyers Rückkehr in die alte Heimat

Das Gefühl, zu Hause zu sein

Aufwärmen in der einstigen Wirkungsstätte: Michel Niemeyer hat sich gefreut, mit Wehen Wiesbaden beim 1. FC Magdeburg zu Gast gewesen zu sein.
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Aufwärmen in der einstigen Wirkungsstätte: Michel Niemeyer hat sich gefreut, mit Wehen Wiesbaden beim 1. FC Magdeburg zu Gast gewesen zu sein.

Magdeburg/Salzwedel – „Der FCM ist meine Heimat. “ Michel Niemeyer lässt seinen Blick noch einmal durch die MDCC-Arena schweifen. Die Ränge sind eine gute halbe Stunde nach dem Sieg des SV Wehen Wiesbaden beim 1. FC Magdeburg bereits menschenleer.

3.600 Zuschauer erlebten die blau-weiße Niederlage mit. Der 24-Jährige erinnert sich noch gern an Zeiten, als 20. 000 Fans im Stadion waren. Doch das lässt die Corona-Lage nicht zu.

„Aber es ist schön, mal wieder bekannte Gesichter zu sehen“, freut sich der gebürtige Salzwedeler, dass er so herzlich empfangen worden ist. Beim Aufwärmen vor und während der Drittliga-Partie winkt Niemeyer immer wieder Richtung FCM-Fans. Und diese grüßen zurück. Dabei trägt der Linksverteidiger schon seit zwei Spielzeiten das Wehen-Trikot. Ein Wechsel, den ihm seine Anhänger nicht übel genommen haben. Niemeyer ist und bleibt im Herzen ein Magdeburger Kind. „Ich habe mich sehr gefreut, herzukommen. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn ich auf dem Platz gestanden hätte. Aber der Trainer hat sich dagegen entschieden.“

Sicher auch, weil der Altmärker nach seinem Muskelfaserriss, den er sich in der Saisonvorbereitung zugezogen hat, noch nicht wieder zu hundert Prozent fit ist. Dabei sei es bis zur Verletzung richtig gut gelaufen im Sommer, blickt der Fußballer, der auch in Wiesbaden die Rückennummer 19 tragen darf, zurück. „Hätte ich mich da nicht verletzt, hätte ich heute wahrscheinlich auf dem Platz gestanden“, klingt ein bisschen Wehmut in seiner Stimme mit.

Mit Ausfallzeiten wegen Verletzungen kennt sich Niemeyer aus. Das hat ihn auch in seinen fünf Profijahren beim FCM des Öfteren zurückgeworfen. Der Meniskuseinriss in der Saison 2016/17, die Kapselverletzung eine Spielzeit später: Niemeyer ist in seiner Laufbahn mehrfach länger ausgebremst worden. Doch aufgegeben hat er nie. Nach dem Abstieg der Magdeburger aus der 2. Bundesliga 2019 ist er dem Ruf aus Wiesbaden gefolgt, hat so ein weiteres Zweitliga-Jahr spielen können. Und brachte es in der Saison 2019/20 auch auf 16 Einsätze im Fußball-Unterhaus. Doch auch mit Wehen ist der 24-Jährige abgestiegen. In der aktuellen Saison ist er fast immer im Kader, aber immer nur auf der Bank. Niemeyer muss erst zu alter Stärke zurückfinden. Immerhin: Beim 2:2 gegen Kaiserslautern durfte er ab der 72. Minute mitspielen. In Magdeburg blieb es beim Warmmachen. Dennoch habe es sich richtig gut angefühlt, das einstige Wohnzimmer wieder betreten zu haben.

So oft ist Niemeyer nicht mehr in der Heimat. Weder in Magdeburg noch bei seinen Eltern in Salzwedel. Selbst wenn er mal zwei Tage am Stück frei habe: Eine Fahrtstrecke beträgt fünf Stunden. Da wäre er schon zehn Stunden auf der Straße. „Wir hoffen, Weihnachten nach Hause fahren zu können, um abzuschalten und die Familie zu sehen.“

Auch wenn es sportlich derzeit nicht optimal läuft, so fühlt sich der Altmärker dennoch wohl in Wiesbaden. „Es ist eine schöne Stadt, wir haben eine schöne Wohnung.“ Doch dem Fußballprofi geht es in erster Linie darum, wieder mehr Einsatzzeiten zu bekommen.

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