Das WM-Achtelfinal-Aus der deutschen Handballer zieht sich bis in die Region

Die geahnte Enttäuschung

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Nicht geschafft: Finn Lemke (rechts) stoppte Katar um Kamal Aldin Mallash nicht – die Enttäuschung der deutschen Nationalmannschaft war perfekt.

Magdeburg/Paris. Hiesige Handball-Experten wie Frank Ziekau hatten es schon geahnt. Das wird nix, Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Frankreich schien nicht für eine Erfolgsgeschichte gemacht.

Der Trainer des Handball-Verbandsligisten HV Lok Stendal malte für die WM schwarz.

Entgegen der Einschätzung eines Heiner Brand. Der Weltmeistertrainer von 2007, ging mindestens vom Halbfinale aus. Fakt ist: Die WM endete für deutsche Nationalmannschaft, letztmals unter der Regie von Coach Dagur Sigurdsson mit dem bitteren Ende im Achtelfinale. Aus gegen Katar, ein Land, das man nicht gerade mit Handball verbindet und nur dank eingebürgerter Spieler in der Weltspitze mitmischt.

Das 20:21 am Sonntagabend bildete nicht nur den enttäuschenden Schlussgang für Sigurdsson, sondern eben auch das Ende der Träume der altmärkischen Handball-Anhängern. Und nicht zuletzt auch das Ende für die besten Handballer in der Region. Vom SC Magdeburg wurde Finn Lemke nach Frankreich delegiert, für den Abwehrhünen sind im denkwürdigen Spiel gegen Katar sechs Blocks in 32 Minuten Einsatzzeit notiert – und eine große Enttäuschung.

Wie bei seinen beiden Magdeburger Kollegen Jannick Green und Michael Damgaard, die überraschend mit Olympiasieger Dänemark ausschieden. Gestern reiste das Trio zurück nach Deutschland. Während die deutsche Elite-Auswahl in Paris seine Schmach erlebte, gelang immerhin dem SCM ein Erfolg. Der Bundesligist gewann den Peugeot-Cup in Dessau. Bei dem Vorbereitungsturnier besiegten die Nicht-Nationalspieler um Robert Weber im Finale den TBV Lemgo mit 15:13 (9:7). „Wir sind froh, nach langen Jahren wieder einmal den Cup in Dessau gewonnen zu haben“, erklärte SCM-Sportchef Steffen Stiebler.

Lemke, Green und Damgaard steigen am kommenden Montag in die Vorbereitung auf die weitere Saison, die für die Magdeburger am 8. Februar beim HBW Balingen-Weilstetten fortgesetzt wird, ein. „Das bittere WM-Aus tut immer noch weh“, teilte der Deutschen Handballbund gestern noch auf „facebook“ mit.

Der deutsche Handball ist verwundet. SCM-Coach Bennet Wiegert tippt auf Gastgeber Frankreich als Weltmeister: „Der Heimvorteil spielt auch ein Rolle.“ Deutschland hat seine Chance gehabt. „Dieser Boom und diese Euphorie sind erstmal vorbei“, so Magdeburgs ehemaliger Linksaußen Stefan Kretzschmar im NDR-„Sportclub“ zum Handball in der Republik. Das Aus könnte weite Kreise ziehen – bis in die Altmark.

Von Benjamin Post

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