FUSSBALL Röxer und Saxonen halten an Ausrichtung der Pokalfinals fest

Gastgeber bieten sich weiter an

Klare Umfrage-Tendenz: Pokalsieger im KFV Altmark-Ost sollen ermittelt werden.
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Klare Umfrage-Tendenz: Pokalsieger im KFV Altmark-Ost sollen ermittelt werden.

Stendal – 72 Prozent der befragten Vereine des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost (KFV) haben sich gegen eine Fortsetzung des Spielbetriebs der Ligen auf Kreisebene ausgesprochen.

Beim kreislichen Pokalspielbetrieb des Nachwuchses und der Herren sieht der Kurs anders aus: Etwas mehr als 85 Prozent tendieren zu einer sofortigen Fortsetzung nach einer Wiedereröffnung der Sportstätten. Zwei Vereine stehen im Pokal jeweils sportlich und organisatorisch im Fokus.

Alle 43 Mitgliedsvereine haben auf die Meinungserhebung des Kreisfachverbandes Fußball Altmark-Ost zur Fortsetzung der aktuellen Spielzeit reagiert. Und auch KFV-Präsident Werner Meinschien könnte sich persönlich mit dem Umfrage-Ergebnis anfreunden. Es sei die beste Lösung, so Meinschien, der die Ordnung in Zeiten des Stillstands mit Blick auf die Zukunft beibehalten möchte: „Ich sehe das so, dass uns eine höhere Gewalt daran hindert, den Spielbetrieb durchzuführen. Wir sollten das Durcheinander nicht auf ein neues Spieljahr übertragen.“

Seit dem 14. März ist der Spielbetrieb ausgesetzt. So werden Lösungen gesucht. 20,9 Prozent der Vereine befürworten eine Annullierung der Saison, bei der weder Auf- noch Absteiger ermittelt werden. Etwas mehr als die Hälfte zieht es vor, die Saison abzubrechen und den Spielbetrieb zum Zeitpunkt der Aussetzung zu werten. Entscheidungen soll es auch im Pokal geben. Dass es dazu kommt, hält Meinschien nicht für unrealistisch. Zumal sich die Pokalwettbewerbe der Herren und des Nachwuchses im Halbfinale befinden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Pokal abgebrochen wird, weil es nur zwei Spieltage sind.“ Demnach scheint es machbarer, die wenigen Pokalspiele – im Gegensatz zu der Vielzahl an noch ausstehenden Partien im Ligabetrieb – sportlich zu beenden.

Dabei ist der Post SV Stendal Final-Gastgeber im Nachwuchs, der FSV Saxonia Tangermünde im Herrenbereich. Und nicht nur das. Beide haben zahlreiche Teams in die Runde der letzten Vier gebracht. So stehen von der A- bis zur F-Jugend sechs Röxer Mannschaften im Halbfinale, bei den Saxonen sind es drei. Zudem erreichten sowohl die erste als auch die zweite Herrenmannschaft der Tangermünder das Semifinale. Momentan führen die zwei Gastgeber Gespräche mit dem KFV. Verzichten sie auf die Ausrichtung, werde der Kreisfachverband andere Vereine ansprechen, so Meinschien.

Nach jetzigem Stand haben beide gegen die geplante Ausrichtung nach wie vor nichts einzuwenden. „Wir mussten das von zweierlei Seiten betrachten: einmal als Ausrichter und einmal als Teilnehmer“, erklärt Post Stendals Präsident Rico Goroncy, der dabei die Verantwortung nicht vergisst und sich vorstellen könnte, die vielen Nachwuchs-Endspieltermine aufgrund der Hygienevorschriften auf zwei Wochenenden zu verteilen.

Ziel dieser Idee ist es, das vermeintlich hohe Menschenaufkommen zu minimieren oder die Kabinen, die von mehreren Teams nach- einander genutzt werden, gründlich zu desinfizieren. „Als Ausrichter würden wir dann trotzdem sagen: Wir stellen uns dieser Herausforderung und bringen es im Sinne der Kinder wenigstens zu Ende“, merkt Goroncy an.

Saxonia Tangermünde zeigt sich auch bereit. „Der Verein hat dafür gestimmt, dass der Pokalwettbewerb unter bestimmten Voraussetzungen fortgeführt wird“, so Marco Rossnick, Vorsitzender der Saxonen. Es hänge immer davon ab, wann Stadien wieder öffnen würden. Etwas pessimistisch ist Rossnick aber dennoch und geht davon aus, dass vor dem 31. August kein Fußball gespielt werde. Sollte dieser Fall eintreten, gibt es erste Einigungen mit dem KFV. „Das ist so besprochen, wenn wir später nach hinten verlegen, dass wir als Gastgeber erhalten bleiben“, sagt Rossnick.

Die Ergebnisse der Meinungsabfrage sind für den KFV nicht verbindlich. Sie dienen jedoch als mögliche Entscheidungsgrundlage für den Austausch mit dem Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA), dem die Entscheidungsgewalt über die weitere Abwicklung des Spielbetriebs obliegt.

VON PATRICK NOWAK

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