Schnell Autorität erwerben

Fussball: Schiedsrichter-Obmann Thomas Kölle lobt den Nachwuchs

Schiedsrichterobmann Thomas Kölle hält große Stücke auf die drei jungen Unparteiischen Sebastian Dembeck, Mattes Schulze und Hannes Serien (v.l.).
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Schiedsrichterobmann Thomas Kölle hält große Stücke auf die drei jungen Unparteiischen Sebastian Dembeck, Mattes Schulze und Hannes Serien (v.l.).
  • Renee Sensenschmidt
    vonRenee Sensenschmidt
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Altmark – Seit einigen Jahren ist die Anzahl der aktiven Schiedsrichter im Altmarkkreis Salzwedel rückläufig. Und da ist es äußerst positiv, dass mit Sebastian Dembeck, Hannes Serien und Mattes Schulze drei junge Fußballer zur Pfeife greifen und dabei auch Ehrgeiz entwickeln.

Bei der Zwischenrunde zur Landesmeisterschaft im Futsal stand das Trio gemeinsam in der Gardelegener „Willi-Friedrichs-Sporthalle“ auf dem Spielfeld. Sebastian Dembeck und Hannes Schwerin leiteten gemeinsam mit Thomas Kölle die Begegnungen, während Mattes Schulze mit Erfolg das Tor des SSV Gardelegen hütete, der sich als Zweiter ein Ticket für die Endrunde der C-Junioren am 2. Februar in Beetzendorf sicherte.

Thomas Kölle, Schiedsrichter-Obmann des KFV Altmark West, hält große Stücke auf seine drei jungen Schiedsrichter. „Guter Nachwuchs, mit Potenzial höherklassig zu pfeifen. Sie sind für ihr Alter bereits sehr weit und wissen sich auf dem Platz durchzusetzen. Es erfordert auch eine Portion Mut, sich den Spielen im Männerbereich zu stellen. Ich wünsche mir, dass sie weitere Nachahmer finden.“

Hannes Serien ist mit 15 Jahren der Älteste aus dem jungen Trio. Er hatte vor zwei Jahren in seinem Heimatverein ein F-Jugendturnier gepfiffen, Thomas Kölle hat ihn dann sofort für das Schiedsrichterwesen geworben. „Ich habe dadurch eine ganz andere Sicht auf das Spiel bekommen und kann für Gerechtigkeit sorgen“, so der Gymnasiast, der für die B-Jugend der SG Lok Salzwedel/MTV Beetzendorf Punktspiele bestreitet.

Die Einsätze dort dürften in der Zukunft weniger werden, denn Hannes hat sich durch gute Leistungen die Anerkennung vieler Fußballer bis in den Männerbereich hinein erworben. Der 15-Jährige hat bereits Partien der Kreisoberliga geleitet und wurde in der Landesklasse mehrfach als Assistent eingesetzt. Dort an der Seite erfahrener Unparteiischer wie Michael Damke, Torsten Felkel oder Guido Eisenschmidt, die ihren jungen Schiri-Kollegen bei dessen Entwicklung unterstützen.

„Ich lerne viel von den Älteren und kann mich immer an sie wenden, wenn ich Fragen habe“, so Hannes Serien, der sich darüber ärgert, dass junge Schiedsrichter von den Zuschauern nicht akzeptiert werden. Im Gegensatz zu den Spielern, die ihn auf dem Platz unterstützen. „Mein Stellungsspiel und meine Laufbereitschaft muss ich verbessern“, so der Jeetzestädter, dessen Ziel es ist, einmal Punktspiele in der Oberliga zu leiten.

Der ein Jahr jüngere Sebastian Dembeck ist bei seinen Zielvorstellungen noch ein wenig mutiger. „Bis ganz nach oben, bis in die Bundesliga“, so die Pläne des Salzwedelers, der seit zwei Jahren Fußballspiele leitet und kürzlich beim Spiel SSV Gardelegen II gegen Eintracht Chüden sein Debüt in der Kreisoberliga der Männer gab.

„Ich habe beim Fußball als Spieler bereits auf jeder Position Erfahrungen sammeln können, Schiedsrichter fehlte aber noch. Deshalb war es mein Wunsch, Schiedsrichter zu werden“, meinte der Jeetzestädter, der als Assistent bei den erfahrenen Unparteiischen des Altmarkkreises ebenfalls zahlreiche Erfahrungen in der Landesklasse und Landesliga sammeln konnte.

„Man kann sich viel abschauen, man wird dabei auch selbstbewusster.“ Da es beim Fußball keinen „Welpenschutz“ gibt, benötigen gerade junge Schiedsrichter viel Selbstvertrauen und Courage, um sich auf dem Feld durchsetzen zu können.

Auch Mattes Schulze ist gerne Schiedsrichter, seit einem Jahr leitet der 14-Jährige Begegnungen im Nachwuchsbereich. „Mal sehen, wie sich alles entwickelt. Momentan bin ich noch mehr Spieler und möchte zum Erfolg meiner Mannschaft beitragen.“ Doch auch Mattes hat bereits viele positive aber auch einige negative Erfahrungen als Referee sammeln können.

„Gleich in meinem ersten Spiel hat mich ein Spieler beleidigt. Man muss als Schieri einstecken können.“ Mattes hat es weggesteckt und seinen Weg als Schiedsrichter fortgesetzt. Auch für den Gardelegener waren die Einsätze als Assistent bei Michael Damke und anderen Unparteiischen hilfreich.

„Am Anfang ist es mir schwergefallen, die Konzentration bis zum Spielende aufrecht zu erhalten. Insbesondere, wenn eine Partie etwas langweilig ist, muss man wach bleiben.“ Mattes Schulze will seine Leistungen an der Pfeife weiter verbessern, auch er möchte bald Spiele in der Kreisoberliga leiten.

An der Seite der jungen Schiedsrichter steht auch Torsten Eckhardt, der den Förderkader des KFV Altmark West leitet. „Wichtig ist, dass sich die Jungs bei den Erwachsenen schnell Autorität erwerben. Nur so können sie in der Zukunft erfolgreich sein.“

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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