Chance ergriffen

Post SV Stendal steigt in die Landesklasse auf

Marcel Weidebach schirmt den Ball ab.
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Marcel weidebach kehrt mit Post in die Landesklasse zurück.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Havelberg und Uetz haben verzichtet, Bismark/Kläden durfte nicht. So ergab sich die Chance für Post Stendal nach mehr als zehn Jahren wieder in die Landesklasse zurückzukehren. Und die Röxer haben sie ergriffen.

Stendal – Die einen wollen nicht, die anderen dürfen nicht, am Ende freut sich der Post SV Stendal. Wie der Verein aus Röxe am Montag offiziell bestätigt hat, rückt er mit seiner ersten Herrenmannschaft zur neuen Saison in die Fußball-Landesklasse auf. Zwar beendete das Team von Trainer Ole Junghans die abgebrochene Spielzeit lediglich auf dem vierten Tabellenplatz der Kreisoberliga Altmark-Ost, doch dieser genügt für den Sprung in Liga acht, da die SpVgg Havelberg/Kamern (1.) und der VfB „Elbe“ Uetz (3.) ihr Aufstiegsrecht abgetreten hatten und die SG Bismark/Kläden (2.) als Spielgemeinschaft nur auf Kreisebene aktiv sein darf. Für den Post SV ist der unverhoffte Aufstieg nicht frei von Risiken. Nach reiflicher Überlegung fühlt sich der Klub aber gut genug aufgestellt.

Konkurrenzfähig dank solidem Unterbau

„Wir sehen uns konkurrenzfähig“, versichert Trainer Ole Junghans, der dabei vor allem auf einen stabilen Unterbau aus A-Jugend (Landesliga) und zweiter Männermannschaft (Kreisliga) baut. „Das hat nicht jeder“, meint er und freut sich schon jetzt auf das neue Abenteuer, dass er vor allem mit jungen, motivierten Spielern aus dem eigenen Verein angehen möchte. Die Landesklasse, so Junghans, sei mittelfristig ohnehin das Ziel der Stendaler gewesen. Diesen Schritt nun etwas früher als gedacht erreicht zu haben, sei vor allem für die Zukunft des Klubs ein wichtiges Zeichen.

Junghans: „Wir können unserem Nachwuchs nun beides bieten: Fußball im Land mit der ersten Mannschaft, oder im Kreis mit der zweiten Mannschaft. Das sind gute Argumente, die wir vorher nicht hatten, weshalb in der Vergangenheit einige Spieler den Verein in Richtung Landesklasse verlassen haben.“ Doch diesen Wettbewerbsnachteil im Kampf um die eigenen Talente hat der Post SV nun erst einmal hinter sich gelassen, wenngleich die Art und Weise auch den unverhofften Aufstiegstrainer ein wenig nachdenklich stimmt. „Ich bin immer der Meinung, dass nur der Erste aufsteigen sollte. Alles andere hat irgendwie einen Beigeschmack“, gesteht Junghans, schränkt allerdings gleichzeitig ein: „Durch Corona ist die Situation aber so verrückt, dass sowieso vieles spekulativ ist und niemand weiß, wo er steht.“

Aufstieg in der Kreisoberliga wäre schwieriger geworden

Unter dem Strich nehmen die Stendaler die Aufstiegschance auch aus ganz pragmatischen Gründen wahr. „Es wäre schwierig, nächstes Jahr aus der Kreisoberliga aufzusteigen. Havelberg ist immer gut, Schönhausen wird tendenziell immer stärker. Da ist es vielleicht einfacher, den Klassenerhalt in der Landesklasse zu schaffen“, schätzt Junghans ein. Unterschätzen wird das junge Post-Team die neue Liga dabei aber auf keinen Fall. Dafür möchte der Trainer sorgen: „Man muss von Anfang an vernünftig reflektieren, wo man steht, dann wirft einen auch nichts aus der Bahn. Natürlich wird es auch deutliche Niederlagen geben. Davon gehen wir aus.“

Kevin Beyer bleibt als Führungsspieler

Dass unter dem Strich trotzdem der Klassenerhalt und das Etablieren in der Landesklasse gelingen, soll ein gesunder Mix aus jungen Spielern und erfahrenen Akteuren garantieren. Vor allem Kevin Beyer ist dabei als Führungskraft gefragt. „Er freut sich von allen am meisten über den Aufstieg und hat auch zugesichert, dass er bleibt“, so Junghans. Jetzt, da die Ligazugehörigkeit geklärt ist, laufen beim Post SV auch die Personalplanungen konkret an. „Vielleicht kommen noch ein oder zwei Spieler dazu, vielleicht verlässt uns auch noch wer“, sagt Junghans, „den ganz großen Druck, Leute holen zu müssen, sehe ich aber nicht, da wir eine gute Jugend haben.“

Und die darf nun die Rückkehr von Post Stendal in die Landesklasse nach elf Jahren der Abstinenz feiern. Damals hatten sich die Röxer freiwillig zurückgezogen.

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