Re-Start der Oberliga

Zuversicht des NOFV schwindet

Drei Spieler des 1. FC Lok Stendal beim Training.
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Die Rückkehr auf den Trainingsplatz zieht sich für die Oberliga-Spieler des 1. FC Lok Stendal weiter hin.
  • Tobias Haack
    VonTobias Haack
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Der NOFV möchte die Oberliga-Hinrunde sportlich beenden und anschließend Auf- und Absteiger werten. Der 1. FC Lok Stendal war von Beginn an dagegen. Nun deutet sich an, dass die Ziele des Verbands außer Reichweite geraten. Zum Glück für die Altmärker.

  • Angepeilter Re-Start am 1./2. Mai wird immer unwahrscheinlicher
  • NOFV hat Abbruch-Szenarien in der Schublade
  • Lok-Herren pausieren noch, Nachwuchs nimmt Training auf

Stendal – „Ich sehe es nach wie vor kritisch, wenn man sich Szenarien überlegt, wonach über Auf- und Abstiege nach einer Hinrunde entschieden wird. Man braucht doch nur mal auf die 3. Liga gucken. Da wäre Duisburg nach der Hinrunde sang- und klanglos abgestiegen. Jetzt haben sie eine Serie gestartet und stehen im Mittelfeld. So was ist immer möglich, in jeder Liga.“ Guido Klautzsch, Vize-Präsident des 1. FC Lok Stendal, hat eine klare Meinung bezüglich einer möglichen Beendigung der Hinserie in der Oberliga Nord, in der die Eisenbahner aktuell den vorletzten Platz belegen. Doch die sportliche Entscheidung nach einer halben Saison ist noch immer das oberste Ziel des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bei dem sich allerdings auch so langsam aber sicher Zweifel an der Umsetzbarkeit dieses Unterfangens breitmachen.

„Uns hilft wahrscheinlich nur ein Wunder“, bestätigte Oberliga-Staffelleiter Ulf Kuchel gestern im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Zwar plane der NOFV den Trainingsbetrieb ab dem 22. März wieder zu ermöglichen, und den Spielbetrieb ab dem Wochenende 1./2. Mai wieder aufzunehmen. Doch mit jedem Tag, an dem die Inzidenzwerte weiter steigen, oder zumindest nicht sinken, werden die Ziele des Verbands unrealistischer.

Warten auf die nächste Bund-Länder-Konferenz

Zwar möchte man beim NOFV noch die Beschlüsse der kommenden Bund-Länder-Konferenz abwarten, ein Abbruch-Szenario liegt aber zumindest schon einmal in den Schubladen. „Gedanklich sind diese Pläne schon da. Wir planen immer zweigleisig“, versichert Kuchel. Käme es zu einer Beendigung der Saison, müssten die Fragen bezüglich Auf- und Abstieg am grünen Tisch statt auf dem grünen Rasen geklärt werden. Für Lok Stendal wäre die Chance allerdings groß, auch im kommenden Jahr in der Oberliga am Ball zu bleiben. Die entsprechenden Lizenz-Unterlagen hat der Verein unlängst bereits eingereicht.

Nach wie vor kein Oberliga-Training am „Hölzchen“

Sportlich bereitet sich die Mannschaft von Trainer Jörn Schulz nach wie vor noch nicht auf einen Re-Start vor. Trotz der leichten Lockerungen der Politik für einen möglichen Trainingsbetrieb ruht am „Hölzchen“ noch der Ball. „Wir könnten nur in Vierergruppen plus Trainer trainieren. Was willst du da machen? Das macht doch keinen Sinn und dafür kommt auch kein Spieler aus Magdeburg angefahren“, erklärte Guido Klautzsch gestern gegenüber der AZ. Gleichwohl werde der Verein seinen Spielern in den kommenden Tagen die Möglichkeit geben, auf Wunsch in kleinen Gruppen mehr oder weniger in Eigenregie aktiv zu werden. Viel mehr sei aber laut Klautzsch noch nicht möglich.

Lok-Nachwuchs kehrt ab Montag auf den Platz zurück

Bessere Neuigkeiten gibt es für die zahlreichen Nachwuchs-Mannschaften des 1. FC Lok. Diese dürfen ab der kommenden Woche aus dem Lockdown ins Training zurückkehren. „Wir haben entsprechende Konzepte bei der Stadt eingereicht und sollten dann ab Montag die Bestätigung der Stadt Stendal haben“, so Klautzsch, „bis hoch zur A-Jugend sollte es dann für jede unserer Mannschaften möglich sein, zweimal in der Woche zu trainieren.“ Die Auswirkungen der Pause für den Stendaler Jugendbereich vermag Klautzsch noch nicht abzusehen. Befürchten tut er jedoch, dass der eine oder andere Spieler nicht mehr erscheint und, „dass einiges auf der Strecke bleibt.“

Vertragsgespräche gehen in die finale Phase

Im Herrenbereich möchte der 1. FC Lok Stendal seinen Kader auch über den Sommer hinaus zusammenhalten. In der kommenden Woche beginnt der Vorstand deshalb die finalen Gesprächsrunden mit seinem kickenden Personal. Bislang steht nur Martin Gödecke als Abgang fest.

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