Finanzpaket zur Entlastung der Vereine

Michael Müller sieht beim FSA noch Luft nach oben

Zwei Nachwuchs-Fußballer im Zweikampf.
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Auch im Nachwuchsbereich des KFV Altmark-Ost ist die Saison vorbei.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Das FSA-Finanzpaket zur Entlastung der Vereine klingt gut, hat für KFV-Präsident Michael Müller aber auch noch Potenzial zur Optimierung. Für ihn liegt die Last zu sehr auf den Kreis- und Stadtverbänden. Derweil ertönt für die Jugend im Kreis Stendal der Saison-Abpfiff.

Stendal – Der Kreisfachverband Fußball Altmark-Ost hat am vergangenen Freitag wenig überraschend auch die Saison des Nachwuchses auf Kreisebene für beendet erklärt. Dies machte der KFV in einer entsprechenden Pressemitteilung offiziell. Die Entscheidung traf das Präsidium bereits am Mittwoch vergangener Woche.

„Im Rahmen einer Videokonferenz fiel der Beschluss der Vorstandsmitglieder einstimmig aus. Die Grundlage für die Entscheidung war die Einbeziehung des abgefragten Meinungsbildes der beteiligten Mannschaften (84 Prozent stimmten für den sofortigen Abbruch)“, heißt es in der KFV-Mitteilung. Wie schon zuvor im Herrenbereich baut der KFV auch im Nachwuchs auf eine maximal einvernehmliche Lösung mit den Vereinen. Der Schritt des Abbruchs war am Ende des Tages alternativlos, da kurzfristig keine Besserung der Pandemielage in Reichweite schien, die Saison aber gemäß den Vorgaben des Landesverbands FSA bis zum 30. Juni beendet sein muss.

Ligen abgebrochen, Ausschüsse beraten über Pokal

Unklar bleibt nach aktuellem Stand, wie der Verband mit den Kreispokal-Wettbewerben verfahren wird. Sie sind bislang – sowohl bei den Herren als auch in der Jugend – noch nicht offiziell für beendet erklärt worden. Auch für sie gilt jedoch der Stichtag 30. Juni. Eine Pflicht, die Pokalsieger 2020/21 auf Biegen und Brechen zu ermitteln, besteht vonseiten des FSA nicht, weshalb auch hier der finale Schnitt in den kommenden Tagen zu erwarten ist. „Die Tendenz geht auch hier da hin, es abzubrechen. Aber wir geben das Thema in die entsprechenden Ausschüsse, den Jugendausschuss und den Spielausschuss. Dafür sind die Ausschüsse schließlich da“, erklärte KFV-Präsident Michael Müller gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Leidtragende wären neben den sich noch im Wettbewerb befindlichen Vereinen abermals die Ausrichter der Endspiele. Sowohl für den Post SV Stendal, der die Jugend-Finaltage veranstalten wollte, als auch für Saxonia Tangermünde im Herrenbereich wird es im zweiten Jahr in Folge nichts mit den geplanten Fußball-Feiertagen. Ob auch diesbezüglich eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Ausrichtervereine gefunden wird, steht aktuell noch nicht fest. „Ein Austausch wird erfolgen und den warten wir erstmal ab“, so Michael Müller.

Kritik am FSA-Finanzpaket

Im Einsatz für die Vereine ist der KFV-Präsident dieser Tage auch an einer anderen Front. Nämlich beim FSA und bei dessen jüngst präsentiertem Finanzpaket zur Entlastung der Vereine (AZ berichtete). Dieses sei laut Müller zwar kein verkehrtes Zeichen, doch unter dem Strich würde die Hauptlast aus Magdeburg lediglich auf die Kreis- und Stadtverbände abgewälzt, da dort rund 81 Prozent der Herrenmannschaften aktiv sind.

„Den Großteil durch die Reduzierung der Startgebühren tragen wir. Und auch die Aussetzung der Strafen wegen der Nichtstellung von Schiedsrichtern, die wir grundsätzlich richtig finden, sind letztendlich Einnahmen, auf die wir als KFV verzichten“, erläutert Michael Müller und führt weiter aus: „Die Sachen, die entlastet werden, sind Dinge, bei denen die Kreis- und Stadtverbände sehr auf ihre Vereine zugekommen sind. Vom FSA könnte aber auch mehr kommen. Auch der Landesverband hat noch Möglichkeiten, etwas zu tun.“

Mehr Schein als Sein?

Das Finanzpaket des FSA, für Michael Müller, so lässt es sich zwischen den Zeilen deuten, ist es mehr Schein als Sein. Zusammen mit Christoph Blasig hat er bei Sachsen-Anhalts Fußballverband deshalb den Vorschlag eingereicht, auch die Verbandsbeiträge der Vereine zu reduzieren und damit den Klubs bis hinunter zur Kreisklasse entgegen zu kommen.

Gleiches möchte der KFV-Präsident auch für die Pauschale zur monatlichen Nutzung des DFBnet erreichen. „Das DFBnet wird ja eigentlich seit November nicht mehr von den Vereinen genutzt. Trotzdem zahlen sie jeden Monat acht Euro. Auch da kann man sicherlich ansetzen“, sagt Müller, der mit seinen kritischen Standpunkten zum Finanzpaket bei dem einen oder anderen FSA-Oberen zuletzt nicht gerade auf Gegenliebe gestoßen war.

Die Basis erhöht den Druck

Den Rückhalt genießt der Stendaler mit seinem Vorstoß dafür an der Basis. „Immer mehr Kreise schließen sich unseren Vorschlägen an. Ich glaube, dass sich da schon noch was tun wird“, berichtet Müller. Eine gewichtige Rolle wird dabei auch der immer näher kommende FSA-Verbandstag am 26. Juni spielen, auf dem unter anderem auch ein neuer Präsident gewählt wird. Die potenziellen Anwärter auf den Posten müssen bis vier Wochen vor der Wahl ihre Kandidatur einreichen und werden spätestens dann zu allen aktuellen Themen Farbe bekennen müssen. Auch zum gut gedachten, aber bislang noch ausbaufähig umgesetzten Finanzpaket zur Entlastung der Vereine.

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