Entscheidung in Reichweite

FSA bietet „charmante Lösung“ für den Landespokal an

Jürgen Gjasula und Felix Knoblich stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber.
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Magdeburgs Jürgen Gjasula (l.) und Lok Stendals Florian Knoblich könnten sich bald im Pokal gegenüberstehen.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Abbrechen, auslosen oder einfrieren? Der Fußball-Landesverband FSA hat sich in einer Videokonferenz mit seinen Vereinen über die Fortführung des Landespokals beratschlagt und eine vielversprechende Lösung gefunden.

Magdeburg/Stendal – Wie geht es weiter im Fußball-Landespokal? Vor dieser Frage, an der nicht zuletzt auch viel Geld hängt, steht nach wie vor der Landesverband FSA. Gibt es einen „Finaltag der Amateure“? Stellt Sachsen-Anhalt einen Teilnehmer am DFB-Pokal? Und was wird aus altmärkischer Sicht eigentlich aus dem so heiß ersehnten Traditionsduell des 1. FC Lok Stendal gegen den 1. FC Magdeburg? All diese Fragen sind ungeklärt. Doch die Zeit drängt, weshalb der Verband am Dienstag zu einer Videokonferenz geladen hatte, in der drei Lösungsvorschläge diskutiert wurden.

Bislang konnte der Wettbewerb gerade einmal bis zur 3. Hauptrunde durchgespielt werden, ehe der pandemiebedingte Abbruch erfolgte. Eine simple, halbwegs einvernehmliche Lösung wie im Vorjahr, als der 1. FC Magdeburg einfach als DFB-Pokal-Teilnehmer bestimmt wurde, ist in diesem Jahr nicht mehr möglich. Damals war der Wettbewerb bis ins Halbfinale fortgeschritten, der FCM als ranghöchster Vertreter hätte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ohnehin den Titel geholt. So nickten die anderen Klubs zähneknirschend den Kompromiss ab. Aktuell sind aber noch 18 Vereine im Wettbewerb vertreten, eine Lösung ist entsprechend schwer zu finden. Der FSA hatte deshalb drei Varianten erarbeitet, die am Dienstag zur Diskussion standen und von der eine am Ende des Tages das Gros der Teilnehmer überzeugte.

Einfrieren als klarer Favorit

Es war die „Variante 3 - Einfrieren/Stundung des Pokalwettbewerbs 2020/21“. Demnach würde der Pokalwettbewerb durch einen Vorstandsbeschluss ausgesetzt und erst in der kommenden Saison zu Ende gebracht. Der FSA-Vertreter im DFB-Pokal würde in einem Qualifikationsspiel zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg ermittelt, das dann auch Bestandteil des bundesweiten „Finaltags der Amateure“ am 29. Mai wäre – ohne ein echtes Finale zu sein. Die 55 bereits ausgeschiedenen Vereine würden vom FSA über die Einnahmen aus dem DFB-Pokal im kommenden Sommer entschädigt. Die noch im Wettbewerb verbliebenen Klubs sollen nach gleichem Vorbild von den DFB-Pokal-Geldern 2022/23 profitieren.

Entscheidung fällt am Freitag

„Wir denken, dass das eine charmante Lösung ist, auch mit Blick auf die Pandemie, weil sie uns im Terminplan ein wenig Luft verschafft. Außerdem kann mit dieser Variante auch jeder sein Spiel gegen den FCM oder HFC bekommen“, erklärte FSA-Vize-Präsident Jörg Bihlmeyer gestern auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Gleichzeitig würden die Kreisverbände entlastet, da sie in diesem Frühjahr nicht mehr den Druck hätten, einen Kreispokalsieger und damit einen Landespokal-Teilnehmer zu ermitteln. Zahlreiche gute Argumente, die letztlich auch die Mehrheit der Konferenz-Teilnehmer am Dienstag überzeugten. Dieses Ergebnis bringt Bihlmeyer am Freitag bei der nächsten Vorstandssitzung des FSA ein, wo letztlich die finale Entscheidung gefällt werden soll. „Ich denke, das wird schnell gehen“, ist der Vizepräsident zuversichtlich.

Es ist unser Ansinnen, ein Spiel gegen den FCM im eigenen Stadion zu haben, in dem es um etwas geht. Wenn das klappt, sind wir sehr zufrieden.

Guido Klautzsch (Vize-Präsident, 1. FC Lok Stendal)

Gleichzeitig zeigte sich Bihlmeyer erleichtert, dass die beiden anderen diskutierten Lösungs-Varianten bei den Vereinen auf Ablehnung stießen – ganz im Sinne des FSA. Denn sowohl Variante 1 (harter Abbruch ohne DFB-Pokal-Teilnehmer) als auch Variante 2 (Abbruch und DFB-Pokal-Teilnehmer wird ausgelost) hätten bei der praktischen Umsetzung zu erheblichen Problemen geführt. „Als wir diese Möglichkeiten durchgesprochen haben, war die Atmosphäre in der Runde wirklich bedrückt“, gibt Bihlmeyer einen Einblick.

Lok hofft auf FCM-Spiel vor Zuschauern

Sollte nun aber Variante 3 umgesetzt werden, was nur noch eine Formsache ist, hätten Verband und Vereine den bestmöglichen Kompromiss gefunden. „Das wäre in unserem Sinne. Eine schöne Lösung, mit der wir sehr gut leben können“, kommentierte Thomas Weise, Präsident des 1. FC Lok Stendal, in einer ersten Reaktion. Dem Drittrunden-Spiel zwischen den Eisenbahnern und dem 1. FC Magdeburg stünde somit – bei günstigem Pandemieverlauf – nichts mehr im Wege. „Der entscheidende Punkt ist natürlich, ob dann Zuschauer dabei sein dürfen. Ein Geisterspiel gegen Magdeburg brauchen wir auch nicht. Es ist unser Ansinnen, ein Spiel gegen den FCM im eigenen Stadion zu haben, in dem es um was geht. Das ist unser großer Wunsch und wenn das mit dieser Lösung klappt, sind wir sehr zufrieden“, hält sich Lok-Vizepräsident Guido Klautzsch mit der ganz großen Euphorie noch zurück. Doch immerhin: Eine gute Lösung scheint nun zum Greifen nah.

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