Trainerwechsel im Heide-Dorf

SV Medizin Uchtspringe: Reifke geht, Fleck kommt

Trainer Lars Reifke gestikuliert am Spielfeldrand.
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Lars Reifke tritt bei Medizin Uchtspringe zurück.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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In der Fußball-Landesklasse hat es einen überraschenden Trainerwechsel gegeben. So tritt Lars Reifke nach zwei erfolgreichen Jahren bei Medizin Uchtspringe zurück. Auf ihn folgen wird ein alter Bekannter.

Uchtspringe – Das Trainerkarussell im deutschen Fußball ist in diesem Frühjahr so rasant in Fahrt wie selten zuvor. Erst am Montag überschlugen sich die Nachrichten regelrecht. Dass der FC Augsburg Heiko Herrlich freistellen würden, war erwartet worden. Der Wechselwunsch von Leipzigs Julian Nagelsmann zum FC Bayern kam von seiner Art und Weise eher überraschend. Die kolportierten 25 Millionen Euro Ablöse wirken in Corona-Zeiten fast schon surreal. Inzwischen ist der Deal perfekt. Die Bundesliga schreibt halt ihre eigenen Geschichten. Doch auch in der Altmark ist der Trainermarkt in Bewegung gekommen. Der TuS Bismark sucht mittlerweile schon zwei Übungsleiter für seine Herrenteams (AZ berichtete). Der SV Medizin Uchtspringe kommunizierte gestern einen bereits vollzogenen Trainerwechsel. So wird Lars Reifke sein Amt nach zwei erfolgreichen Jahren niederlegen und zur neuen Spielzeit von René Fleck ersetzt.

Als Gerücht kochte diese Personalie bereits seit einigen Tagen durch die Landesklasse, nun meldete Uchtspringes frisch gewählter Vereinspräsident Stefan Roggenthin Vollzug: „Lars hat uns mitgeteilt, dass er den Posten aus beruflichen und persönlichen Gründen gerne abgeben würde. Wir haben dann zusammen nach einer gemeinsamen Lösung gesucht und sie in René Fleck gefunden.“ Fleck, der zuletzt die Reserve des Osterburger FC (Kreisliga) betreut hatte, ist im Heidedorf kein Unbekannter. Zwischen 2012 und 2015 trug er das Trikot der Mediziner in der Fußball-Landesklasse. Nun kehrt er als Trainer zurück. „Auch in den sechs Jahren, die René jetzt weg war, standen wir immer im Kontakt. Er hatte auch andere Anfragen, aber wir sind froh, dass er wieder nach Uchtspringe kommt“, erklärte Medizin-Präsident Roggenthin im Gespräch mit der Altmark-Zeitung.

Verständnis und Dankbarkeit

Die Mannschaft, die ein sehr gutes Verhältnis zu Reifke hatte, wurde von dessen Rücktritt in einer hybriden Veranstaltung persönlich unterrichtet. Die Begeisterung hielt sich naturgemäß in Grenzen. „Die Jungs hätten sehr gerne mit Lars weitergemacht“, bestätigte Roggenthin. Doch die Entscheidung des auch beruflich sehr eingespannten Lars Reifke war unumstößlich. „Der Trainerposten ist die Position in einem Verein, die am meisten Zeit und Kraft kostet und vor allem Kontinuität verlangt. Lars war jetzt sechs Jahre am Stück Trainer, nicht nur bei uns, sondern auch in Schinne. Das ist eine Herausforderung, deshalb können wir seine Entscheidung nachvollziehen“, zeigt Roggenthin Verständnis.

Alter Bekannter mit neuen Ideen

Reifke selbst bestätigt, dass ihm der Entschluss zum Rücktritt keinesfalls leicht gefallen sei. „Es ist natürlich ein weinendes Auge dabei, aber es war einfach nicht mehr möglich. Die Mannschaft hat in der Zeit meine Vorstellungen gut umgesetzt. Wir waren auf einem tollen Weg, der noch nicht fertig ist. Leider hat Corona unsere Entwicklung unterbrochen“, resümiert der scheidende Medizin-Coach. Seinem Nachfolger wünscht Lars Reifke ein glückliches Händchen und zeigt sich dabei gespannt, wie der Fußball der Mediziner in Zukunft aussehen wird: „Es werden Veränderungen eintreten. Jeder Trainer hat seine eigenen Vorstellungen. Da muss man abwarten, wie das alles so funktioniert. Wir haben nur einen kleinen Kader mit wenig Flügelspielern. Deshalb sollte in Sachen Spielerwechsel noch ein bisschen was passieren.“

Reifke bleibt Verein erhalten

Doch diese Aufgaben obliegen nun den handelnden Personen rund um Neu-Trainer Fleck. Lars Reifke wird sich das Treiben aus dem Hintergrund anschauen, sieht seine eigene Zukunft aber weiter in Uchtspringe. „Ich nehme mir jetzt meine Zeit und dann werde ich mich irgendwie wieder einbringen. Das Kind braucht aber nicht zwingend einen Namen, ich kann auch so helfen“, schildert der 34-Jährige seine Pläne.

René Fleck (li.) übernimmt als Trainer beim SV Medizin.

Ein Trainer-Engagement an anderer Stelle schließt Reifke aus und auch der SV Medizin Uchtspringe wiegelt in dem Punkt ab. „Er bleibt bei uns im Verein“, stellt Stefan Roggenthin klar. Das Trainerkarussell in Deutschland und der Altmark dreht sich also in Zukunft ohne Lars Reifke weiter.

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