Fußball: Wie bei bestätigten oder Verdachts-Corona-Fällen zu verfahren ist

Funktionierende Kommunikation zwischen Vereinen und KFV

Auch in der Kreisoberliga – hier die Partie zwischen dem SV Eintracht Salzwedel II (r. Ferdinand Lorek) und dem VfB Klötze (Marko Wißwedel) – gab es vereinzelte Spielabsagen aufgrund von Corona-Fällen.
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Auch in der Kreisoberliga – hier die Partie zwischen dem SV Eintracht Salzwedel II (r. Ferdinand Lorek) und dem VfB Klötze (Marko Wißwedel) – gab es vereinzelte Spielabsagen aufgrund von Corona-Fällen.
  • Florian Schulz
    VonFlorian Schulz
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Das war schon ein hartes Brett! Mehr als der halbe Kader brach dem FC Bayern München gestern Abend zum Rückrundenauftakt der 1. Fußball-Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach weg. Allein neun Spieler befanden sich in Corona-Quarantäne. Man stelle sich vor, es erginge eine Mannschaft auf Landes- oder Kreisebene ähnlich. Klar: An einen Spielbetrieb wäre in diesem Fall nicht mehr zu denken.

Altmark – „Allerdings kann man das ja auch nicht miteinander vergleichen. Die Profi-Vereine haben ganz andere Möglichkeiten – allein schon mit ihren Nachwuchsleistungszentren. In diesem Bereich geht es um Millionen“, äußert sich Axel Garz, Spielausschussvorsitzender des Kreisfachverbandes (KFV) Altmark West, um anzufügen: „Eine Mannschaft auf Kreisebene hat es teilweise schon schwierig, zwei oder drei Ausfälle zu kompensieren. Bei uns geht es ja vorwiegend um den Spaß an der Bewegung.“

Doch wie genau ist vorzugehen, sollte es beispielsweise auf Kreisebene Corona-Fälle in einer oder gar mehreren Teams geben? „Der Schutz aller steht natürlich im Vordergrund. Die Vereine sind, sollte es Corona-Fälle oder Verdachtsfälle geben, verpflichtet, sich an die spielleitende Stelle des KFV zu wenden und diese zu melden“, erklärt Garz. Wichtig ist auch, wann die Meldung eintrifft, ob die entsprechenden Akteure geimpft sind, sich in eine Quarantäne begeben müssen und wann sie zum letzten Mal Kontakt zur Mannschaft hatten. Danach hat der entsprechende Verein fünf Tage Zeit, um alle relevanten Unterlagen einzureichen. „Passiert dies nicht, geht die Sache in Form eines Nichtantritts an das Sportgericht“, verrät der KFV-Spielausschusschef. Zudem besteht auch die Möglichkeit, dass sich beide Vereine rechtzeitig auf eine Spielverlegung verständigen. „Dies ist aber auch nur dann möglich, wenn es sich tatsächlich um bestätigte oder Verdachtsfälle handelt“, so Garz.

Beispielsweise in der Kreisoberliga wurde letztgenanntes Prinzip mehrfach angewandt. „Bislang funktioniert die Kommunikation zwischen den Vereinen und dem KFV sehr gut“, lobt Axel Garz. Etwas „komplizierter“ gestaltete sich das Vorgehen hingegen in der Anfang November angesetzten Landesklasse-Partie zwischen dem SV Liesten und dem MTV Beetzendorf. Aufgrund eines positiven Corona-Falls in den Liestener Reihen verzichtete der MTV auf eine Anreise. Ein Urteil, ob die Partie neu angesetzt oder sogar gewertet wird, ist vom Verbandssportgericht noch nicht gefällt. „Das wäre auch für uns im Kreisfachverband richtungsweisend, sollte bei uns so etwas vorkommen“, erklärt Garz. „In diesem konkreten Fall kann ich tatsächlich beide Seiten verstehen. Im Prinzip trafen Pflichtbewusstsein und Moral aufeinander“, fügt er an.

Axel Garz wartet noch immer auf „grünes Licht“ seitens der Politik, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden darf. „Solange es keine festen Termine gibt, macht es auch keinen Sinn, eine Planung zu erstellen“, verdeutlicht er. Sollte es eine klare Tendenz geben, wird aller Voraussicht nach zunächst einmal mit den Kreisoberliga-Mannschaften in Form einer Videokonferenz über das weitere Verfahren diskutiert beziehungsweise abgestimmt. Dies kann jedoch angesichts der aktuellen Lage noch dauern...

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