Familiensache SSV 80 Gardelegen

Für Norbert Scheinert geht ein Traum in Erfüllung

Florian, Norbert und David Scheinert.
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Ein starkes (Familien-)Trio: Vater Norbert Scheinert (Mitte) arbeitet bei den Herren des SSV 80 Gardelegen mit seinen Söhnen Florian (links) und David zusammen.
  • Florian Schulz
    VonFlorian Schulz
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Die Scheinerts sind „bekloppt“ – allerdings mit dem Zusatz „positiv“. Ein Wochenende ohne Aufenthalt auf dem Sportplatz: unvorstellbar. In der aktuellen Saison hat sich ein kleiner (Familien-)Kreis geschlossen. Denn Papa Norbert trainiert seine beiden Söhne Florian und David in der ersten Herren-Vertretung des SSV 80 Gardelegen in der Fußball-Verbandsliga Nord. Damit ging zugleich ein großer Traum in Erfüllung.

„Es war schon immer mein Ziel, mal mit Flori und David in einer Mannschaft zusammenzuarbeiten. Eigentlich wollte ich danach aufhören, doch momentan fühle ich mich noch fit und möchte daher – sofern der Verein mich lässt – auch gern weitermachen“, erklärt Norbert Scheinert mit einem Schmunzeln. Doch wer ist in der Familie eigentlich der Verrückteste? „Ich würde sagen: Flori. Was er mit seinen 22 Jahren neben seinem Studium im Verein leistet, ist schon Wahnsinn“, entgegnet der Vater. Florian Scheinert ist nicht nur aktiver Spieler, sondern zugleich auch noch im SSV-Vorstand sowie als Trainer der Talenteliga-D-Jugend tätig. Da kann selbst der Senior nicht ganz mithalten.

Und auch sportlich drücken die beiden Trainersöhne dem Gardelegener Spiel immer mehr ihren Stempel auf. Florian zählt bereits seit Jahren zu den absoluten Leistungsträgern. „Der ganze Jahrgang, der damals schon mit 17 in den Herrenbereich rückte, hat frischen Wind reingebracht“, erklärt Norbert Scheinert. Und auch David Scheinert ist erst 17 Jahre alt – und dennoch mittlerweile schon fester Bestandteil des Männer-Kaders. „David spielt ja nebenbei auch noch in der A-Jugend. Wir müssen natürlich darauf achten, dass wir ihn nicht gleich zu sehr verheizen“, so der Papa, der gewisse Parallelen mit Blick auf seine beiden Söhne sieht.

Während Florian seine Stärken vor allem als Spielgestalter im Mittelfeldzentrum hat, ist David offensiv sowie defensiv universell einsetzbar. Vermehrt kam der Jüngste in der Familie in der laufenden Spielzeit als Innenverteidiger zum Einsatz. „Das war so eigentlich noch nicht geplant, aber aufgrund der Verletzung von Xaver-Dan Haak mussten wir notgedrungen handeln. Trotz seines jungen Alters kommuniziert David schon sehr viel“, verdeutlicht der Trainer. Der 17-Jährige war sogar ein Jahr lang im Nachwuchsbereich des 1. FC Magdeburg aktiv, ehe es ihn wieder zurück in seine Heimat zog: „Einerseits war David schon sehr froh, wieder zu Hause zu sein, doch ein verlorenes Jahr war es definitiv nicht. Er hat viel dazugelernt.“

Es war fast abzusehen, dass beide Filiusse eine große Affinität zum Sport aufbauen. „Meine Frau und ich haben es ihnen ja eigentlich schon immer vorgelebt. Wir waren immer unterwegs, die Jungs sind damit groß geworden“, blickt Norbert Scheinert zurück, um zu ergänzen: „Meine Frau, aber auch die Großeltern haben uns immer unterstützt, sind fast immer mitgekommen. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Genau wie Mutter Ulrike probierte sich David auch eine Zeit lang parallel zum Fußball als Tischtennis-Crack („Er war sogar sehr talentiert“) aus, entschied sich dann aber mit der Zeit doch endgültig für den grünen Rasen. Die beiden Scheinert-Söhne genossen zudem eine gute fußballerische Ausbildung im DFB-Stützpunkt in Klötze unter Trainern wie Dieter und Mario Förster, Jürgen Brandt, Marko Trostmann oder auch Peter Böse: „Das war auch sehr hilfreich, da haben sie viel mitgenommen.“

Doch wie behandelt man eigentlich als Vater und Trainer seine beiden Söhne in einer Mannschaft? „Es ist manchmal schwierig, doch ich versuche sie nicht zu bevorteilen, sondern jeden Spieler gleich zu behandeln und nach Leistung aufzustellen“, erklärt der Senior. Außerhalb des Platzes wird in der Familie Scheinert – übrigens durchweg Anhänger des Hamburger SV – nicht außerordentlich viel über Fußball („Mal sicherlich, aber so extrem ist es ganz gewiss nicht“) diskutiert. Auf dem Geläuf soll es allerdings noch möglichst lange so sein. „Solange es gesundheitlich möglich ist und ich keinen Stress habe, würde ich auch gern weitermachen“, verdeutlicht Norbert Scheinert. Das gemeinsame Familie-Ziel ist die Etablierung in der Verbandsliga. „Auch wenn die ersten Jahre schwer sind, bin ich aber positiv gestimmt“, so Papa Norbert. Die beiden Söhne Florian und David werden hingegen auf dem Platz alles für das langfristige Wohl des SSV 80 Gardelegen geben.

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