INTERVIEW – Rossau-Trainer Christian Schulze freut sich auf die Nachbarn

„Fünf Minuten hinfahren“

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Mit dem Rossauer SV in die Landesklasse: Trainer Christian Schulze gibt seit Jahren die Richtung vor. 

Landesklasse-Aufsteiger Rossauer SV drehte in der Fußball-Kreisoberliga einsam seine Kreise. Mit 22 Siegen in 24 Spielen beendete die Elf von Trainer Christian Schulze die Saison nahezu perfekt.

Im Interview mit AZ-Sportvolontär Patrick Nowak nennt Schulze die Faktoren für den Erfolg, beurteilt das Kreisoberliga-Niveau und blickt auf die anstehenden Begegnungen mit den Nachbarn aus Krevese und Osterburg.

Herr Schulze, der Rossauer SV ist Meister, Aufsteiger und Landesklassist. Wie fühlt sich das an?

Christian Schulze: Das fühlt sich sehr, sehr gut an. Wir haben damit nicht gerechnet, muss ich ehrlich gestehen, weil wir viele junge Spieler hochgenommen haben. Wir wollten weiter oben mitspielen. So deutlich nah ist aber keiner herangekommen, weil wir eine unglaubliche Serie gespielt haben.

Das war ja auch gegen Lok Stendals Reserve der 22. Sieg im 24. Spiel.

Ja. Wir haben auswärts alles gewonnen und zu Hause die Punkte liegen gelassen. Das haben die Jungs überragend gemacht.

Faktoren für den Erfolg waren wohl auch die vielen jungen Spieler, oder?

Ja, na klar sind es die jungen Spieler. Die bringen eine gute Athletik mit und sind technisch gut ausgebildet. Wichtig ist natürlich, dass man eine erfahrene Achse hat, die das leitet. So wie Daniel Rathmann, wie Robert Vorlop, an denen sich die Jungs immer aufrichten konnten.

Hätten Sie sich mehr Spannung gewünscht?

Nein (lacht). Für mich war es spannend genug. Es war schon eine große Anspannung, die ich so sonst als Trainer auch nicht hatte.

Letztes Jahr ist Germania Tangerhütte ähnlich durchmarschiert. Sie sagen, dass Anspannung da war. Ist in der Kreisoberliga ein Niveauabfall zu erkennen?

Ich glaube, dass sich da viele Mannschaften ins Zeug legen und das gut machen. Das steht und fällt natürlich mit der Spielerdecke, die man hat und wie man trainieren kann. Wenn ich Schönhausen sehe, die es die letzten Jahre schwer hatten, diese Saison aber eine gute Entwicklung genommen und junge Spieler integriert haben, dann geht es nach oben. Eintracht Lüderitz genauso.

Ist der Aufstieg mit Rossau in die Landesklasse Ihr größter Erfolg als Trainer?

Ich hatte mit den Spielern, die ich jetzt im Männerbereich hatte, schon Erfolge. Die würde ich fast sogar ein bisschen höher hängen. Wir sind da Kreismeister in der Jugend geworden. Haben dann als kleines Dorf drei Jahre in der Landesliga gespielt und den Pokal geholt.

Wie sehr sehen Sie sich selbst eigentlich als Macher dieses Erfolgs?

Das ist niemals eine Person. Erstens sind es die Spieler, die die Ergebnisse auf dem Platz bewerkstelligen. Und dann die Leute, die im Hintergrund arbeiten. Auch die Trainer, die die Jugendarbeit machen. Alleine kann man gar nichts erreichen.

Woher kommt eigentlich Ihr Understatement?

Nach zehn Spieltagen kann man nicht aufsteigen. Das ist aus meiner Sicht Realismus. Es hat auch immer etwas mit Respekt zu tun. Man muss sich nicht wichtiger nehmen als die Gegner. Wir hatten auch unsere schweren Jahre in der Kreisoberliga. Man muss jedem Gegner respektvoll gegenübertreten. Das habe ich immer versucht rüberzubringen. Man muss nicht herumposaunen, dass wir aufsteigen. Davon halte ich nichts.

Hat es bei Ihnen etwas Spezielles mit der Kappe auf sich. Ist das ein Markenzeichen?

Ja, seit dieser Saison trage ich die Mütze. Und sie hat Glück gebracht. Sie ist schon etwas ausgegriffen und von der Sonne verfärbt.

Nächstes Jahr heißt es für den Rossauer SV dann Landesklasse. Auch mit Ihnen an der Seitenlinie?

Ja, die Planungen laufen schon seit ein paar Wochen.

Und wie sieht es bei den Spielern aus?

Wir haben sicherlich noch zwei, drei Gespräche offen. Vieles, was wir uns vorgestellt haben, hat sich zerschlagen. Zwei bis drei haben wir noch in petto. Verlassen wird uns Daniel Rathmann und Julius Riemann wird uns kaum noch zur Verfügung stehen, weil er als Trainer nach Magdeburg in den Jugendbereich geht.

Im Pokal hat Rossau schon gegen den Kreveser SV gespielt. Dann gibt es in der Landesklasse noch den anderen Nachbarn aus Osterburg. Wie viel Lust hat man auf diese Spiele?

Man hat riesigen Bock auf die Spiele. Das sind fünf Minuten hinfahren. Beide haben super Fans und machen gute Arbeit im Jugendbereich. Das wird die Leute hier anziehen, wenn wir dort hinfahren oder die Leute herkommen.

Können Sie aus dem Pokalspiel gegen Krevese herausheben, was die Besonderheit war?

Wir haben seit ewigen Zeiten nicht gegeneinander gespielt, haben die ganze Saison darauf hingearbeitet und wollten uns mit diesen Mannschaften messen, weil die Landesklasse dadurch auch dauerhaft eine andere Qualität hat. Es wird aber wahnsinnig schwer, gegen sie zu bestehen.

Und jetzt dürfen Sie abschließend den Satz beenden: Der Rossauer SV wird in der kommenden Landesklasse-Saison ...

... hoffentlich den Klassenerhalt schaffen (lacht).

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