Votum der Vereine

Auch der Jugendfußball macht Schluss

Pascal Danneberg dribbelt den Ball am Gegner vorbei.
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Pascal Danneberg (li.) und die B-Junioren des 1. FC Lok Stendal werden in dieser Saison kein Punktspiel mehr bestreiten.
  • Tobias Haack
    vonTobias Haack
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Der Landesverband FSA hat seine Vereine gefragt und eine Antwort bekommen: Die Mehrheit möchte die Saison im Nachwuchsbereich aufgrund der unklaren Pandemielage beenden.

Altmark – Die Saison im Herren- und Damenspielbetrieb auf Landesebene hat Sachsen-Anhalts Fußballverband FSA bereits beendet, nun zieht er auch im Nachwuchsbereich nach. Dies bestätigte der FSA-Jugendausschussvorsitzende Thomas Schulze am Freitagvormittag auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Der Verband bedient mit dieser Entscheidung den Willen der Mehrzahl der Vereine, deren Meinungsbild zuvor mittels Umfrage eingeholt worden war.

Zur Wahl standen den Klubs, die mindestens eine Mannschaft auf Landesebene gemeldet hatten, genau zwei Szenarien. Eines sah vor, die laufende Spielzeit mit sofortiger Wirkung abzubrechen und nicht weiter auf eine zeitnahe Besserung der Pandemielage zu spekulieren. Die zweite Variante war mehr oder weniger das Prinzip Hoffnung, wonach die Spielzeit inklusive Wechselfristen und Altersklassen-Zugehörigkeit bis zum 22. Juli verlängert worden wäre. Das Votum der Vereine, die bis zum vergangenen Dienstag ihre Stimme abgeben konnten, fiel letztlich für den Abbruch aus.

63 Prozent wollen den Schlussstrich

Wenngleich das Ergebnis eher nicht als eindeutig gewertet werden kann. So waren es nur knapp 63 Prozent, die den klaren Schlussstrich bevorzugten. Im nächsten Schritt müssen FSA-Vorstand und Präsidium den Willen der Vereine nun in die Tat umsetzen. Dies sollte bereits gestern Abend per Vorstandsbeschluss geschehen. Das offizielle Ergebnis stand zu Redaktionsschluss zwar noch nicht fest, doch, dass der Saisonabbruch auf Landesebene wasserdicht festgezurrt wird, gilt als sicher.

Die Motivation leidet weiter

„Es ist sehr traurig, dass wir nun schon die zweite Saison in Folge nicht zu Ende spielen können. Das ist traurig für den Sport und für den Nachwuchs. Wir befürchten dadurch einen großen Schaden, weil es immer schwieriger wird, den Nachwuchs überhaupt noch zu motivieren. Wir können nur die Daumen drücken, dass uns die Kinder nicht komplett weglaufen“, kommentierte Thomas Schulze den unumgänglichen Schritt. Die Entscheidung der Vereine kann Schulze dabei nachvollziehen, schließlich ist auch im Jugendbereich frühzeitige Planungssicherheit für alle Verantwortlichen ein hohes Gut. „Der Hintergrund, der die Vereine bewegt, ist der, dass sie sich jetzt lieber auf die neuen Jahrgänge konzentrieren möchten, anstatt noch länger nicht zu wissen, was mit den alten geschieht“, erklärt der Jugendausschuss-Vorsitzende des FSA.

Es geht um mehr als nur Fußball

Was für den Punktspielbetrieb der Talenteliga, der Landes- und Verbandsligen nun erst noch offiziell gemacht werden muss, ist für die Pokalwettbewerbe bereits kürzlich geschehen. Sie wurden ersatzlos gestrichen, da auch die Pokale auf NOFV- und DFB-Ebene abgesetzt worden waren.

Keine Liga, kein Pokal. Ein herber Einschnitt, bereits im zweiten Jahr in Folge. Zwar zeigen die Ergebnisse einer DFB-Umfrage und auch das Feedback aus den Klubs, dass der ganz große Mitgliederschwund bislang ausgeblieben ist. Doch so langsam müsste ein Aufschwung sich zumindest einmal andeuten, weiß auch Thomas Schulze: „Je länger es dauert, desto länger schweben wir in einem luftleeren Raum. Es geht ja nicht nur um den Fußball, sondern auch um das Nebeneinander auf dem Sportplatz.“

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