Unattraktivität der Landesliga macht den Vereinen zu schaffen / Schwarz-Weiß zahlt drauf, Warnau feiert Dorffeste

Frust über Zuschauerschwund

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Eric Wagener (rechts) und der TuS Bismark sind es gewohnt vor leeren Rängen zu spielen.

tha/pno Bismark. Stolze 16 Jahre am Stück spielt der TuS Schwarz-Weiß Bismark nun schon in der Fußball-Landesliga. Es waren gute Spielzeiten dabei, aber auch Serien, in denen es mal nicht so lief. Unter dem Strich hat sich der TuS aber immer behauptet.

Das ist aller Ehren wert und verdient Respekt, doch genau den bekommt der Verein nicht – zumindest nicht in Form von entsprechenden Zuschauerzahlen. Nur selten verirren sich mal mehr als 50 Besucher ins Bismarker Waldstadion. Ein deprimierendes Schicksal, das der TuS mit nahezu allen anderen Landesligisten teilt. Der Klasse fehlt es an der nötigen Attraktivität.

„Die Landesklasse hat mit ihren vielen Derbys einfach einen anderen Stellenwert bei den Leuten. Die Landesliga hat zwar sportlich ein anderes Level, aber das wird nicht honoriert“, beklagt Bismark-Trainer Dirk Grempler. Dies sei allerdings kein Problem, das die Bismarker exklusiv haben. „Wir haben in Förderstedt vor 15 Zuschauern gespielt, in Calbe vor 20 und selbst in einer großen Stadt wie Burg kamen nicht mehr als 30 Leute“, berichtet Grempler. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand. Gegner wie Ottersleben oder Irxleben ziehen in der Altmark ebenso wenig wie Bismark oder Warnau in Wernigerode. Einzig die traditionsreichen Harz-Derbys hübschen die triste Zuschauerbilanz der Landesliga hin und wieder auf. In den übrigen Partien sind die Heimfans rar, Gäste-Anhänger reisen nahezu nie mit. „Bei unseren Heimspielen war es so, dass eigentlich nur Warnau mal ein paar Zuschauer mit dabei hatte“, erinnert sich Grempler.

Diese Entwicklung geht zum einen zu Lasten der Motivation. „Wenn ein Spieler darauf aus ist, vor viel Publikum zu spielen, ist er in Bismark falsch“, so Grempler. Zum anderen entstehen den Vereinen dadurch aber auch finanzielle Probleme. In der Regel deckt jeder Klub seine Schiedsrichterkosten mit den Zuschauereinnahmen. Eine Rechnung, die in Bismark nicht mehr aufgeht. „Wir zahlen schon seit Längerem drauf“, sagt Grempler, der auch im Vorstand der Bismarker aktiv ist. Richtig teuer wird es sogar, wenn die Unparteiischen einen weiten Anreiseweg haben. „Neuerdings kommen sie ja schon aus Dessau“, schüttelt Grempler den Kopf.

Auch Rivale Warnau äußert sich zu diesem Thema – allerdings positiver! „Wir in Warnau sind ein kleines Dorf. Wenn wir spielen, gleicht das einem Dorffest, alle zwei Wochen gibt es ein Highlight“, meint Ralf Franke und holt weiter aus: „Ansonsten gibt es hier bei uns nichts anderes. In der Regel fahren auch 20 von unseren Leuten zu den Auswärtsspielen mit.“ Wie es sich bei den restlichen Landesliga-Konkurrenten im Hinblick auf die Zuschauerzahlen verhält, könne er nicht einschätzen.

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