Handball-Bundesliga: Magdeburg schickt die Rhein-Neckar Löwen mit 35:32 aus der Halle

Oh du fröhliche SCM-Zeit...

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Michael Damgaard (l.) war mit acht Treffern gestern bester Werfer des SC Magdeburg beim überraschenden 35:32-Heimsieg gegen den amtierenden Deutschen Meister Rhein-Neckar-Löwen.

Magdeburg. Sie wollten sich selbst beschenken und haben es geschafft. In beeindruckender Manier warfen die Spieler des SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga gestern Nachmittag den amtierenden Deutschen Meister aus der Halle.

Gegen die Rhein-Neckar Löwen, die vier Tage zuvor noch beim THW Kiel gewannen, gelang den Grün-Roten ein verdienter 35:32-Erfolg. „Wir wollten es unbedingt, haben an uns geglaubt“, konstatierte Trainer Bennet Wiegert.

„Oh, wie ist das schön...“ Schon drei Minuten vor Abpfiff sangen die Fans in der mit 6 800 Zuschauern ausverkauften GETEC-Arena. Wissend, dass ihrem SCM der Sieg nicht mehr zu nehmen sein dürfte. Die Wiegert-Sieben zeigte von Beginn an, dass sie trotz des Weihnachtsfestes keine Geschenke verteilen wollte. Schnell und entschlossen im Angriff, sicher in der Deckung und mit einem starken Jannick Green im Tor gaben die Magdeburger den Ton an. Nur zweimal gingen die Rhein-Neckar Löwen in Führung – zuletzt zum 4:5 in der sechsten Minute.

Trotz Technikproblemen und kurzzeitigen Teil-Stromausfalls – die Anzeigentechnik spielte anfangs nicht mit – ließ sich der SCM nicht aus der Ruhe bringen. Fünf Tore in Folge vom 7:6 in Minute elf bis zum 11:6 in Minute 15 beflügelten die Landeshauptstädter, deren starke Rückraumspieler glänzten. Den Gästen schien die Weihnachtsgans noch schwer im Magen zu liegen, zu behäbig agierten sie im grün-roten Hexenkessel. Gans anders die Gastgeber, die sich von der Wahnsinnsstimmung immer weiter nach vorn treiben ließen. Zur Pause stand die 20:15-Führung.

Doch würde die Mannschaft das hohe Tempo aus Hälfte eins auch in der zweiten Halbzeit auf die Platte bringen können? Die Fans wissen schließlich um die Achterbahnfahrt in dieser Saison. Und die Jungs von Trainer Wiegert auch. Doch davon war nichts zu spüren. Offensiv ging es weiter. Die Führung schien nie wirklich in Gefahr. In der 51. Minute war der SCM mit sieben Toren in Front (32:25). Die Rhein-Neckar Löwen kamen noch einmal auf 35:32 heran. Doch das war auch das Endergebnis. Eine Bilderbuch-Bescherung für den SCM, der nun auf Platz fünf der Tabelle steht.

• SC Magdeburg: Green, Quenstedt – Musche (2 Tore), Weber (3), Damgaard (8), Lemke (4), Christiansen (7), Zelenovic (3), Musa (4), Bagersted, O’Sullivan (7).

Stimmen

Bennet Wiegert: „Ich möchte heute nicht lange schwafeln, sondern Danke sagen. Danke an unsere fantastischen Zuschauer, die uns immer wieder nach vorn gepuscht haben. Danke an meine Mannschaft, die mit Höhen und Tiefen durchs Jahr gegangen ist. Leider haben wir jetzt eine Pause, ich hätte sie nicht gebraucht. Guten Rutsch!“

Steffen Stiebler: „Ich glaube, das war heute ein verdienter Sieg. Wir sind nicht als Favorit gestartet. Die Mannschaft hat das sensationell gelöst. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft, wir hatten ja doch einige Täler. Die Freude ist umso größer, da wir ein sehr sehr versöhnliches Ende haben dieses Jahr.“

Von Sabine Lindenau

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