HANDBALL – BUNDESLIGA SCM zwingt THW Kiel in die Knie – 32:31

Freudentaumel in Grün-Rot

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Jubel in Grün-Rot: Christoph Steinert (v.l.), Hannes Bransche, Erik Schmidt, Lukas Mertens, Tim Hornke und Keeper Jannick Green feiern ihre Mannschaft von der Bank aus. Der SC Magdeburg bezwang den THW Kiel in einer packenden Partie mit 32:31. Foto: Lindenau

Magdeburg – „Es war ein Mega-Handballspiel. “ Bennet Wiegert kam am Samstagabend aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Der Trainer des SC Magdeburg war überglücklich, dass seine Sieben gegen Bundesliga-Titelaspirant THW Kiel in der ausverkauften GETEC-Arena mit 32:31 (18:19) gewonnen hatte. Die Partie bot alles, was ein Spitzenspiel ausmacht: hochklassigen Handball, enormes Tempo und Dramatik bis zum Schluss.

Für die ARD, die live übertragen hatte, schien die Spannung schon 20 Sekunden vor Abpfiff vorbei. Der SCM führte 32:30, Kiel bekam einen Siebenmeter. Dass der Mannschaft von Trainer Filip Jicha der Anschluss gelang, sah der TV-Zuschauer nicht mehr. Während die Fans in der Halle mitfieberten, wurden im Öffentlich Rechtlichen Werbung und Lottozahlen gesendet. „Für jeden Handballfan eine Katastrophe“, konnte Wiegert die Entscheidung nicht nachvollziehen. Jicha sah das ebenso. Die Zuschauer in der Halle kamen indes voll auf ihre Kosten. Der SCM begann konzentriert und treffsicher, lag nach zwölf Minuten erstmals mit vier Toren vorn (10:6). Nach einer Auszeit stellte Jicha seine Abwehr von einem 6-0 auf ein 3-2-1 um. Der Knackpunkt in der ersten Halbzeit. Mehrere Magdeburger Ballverluste folgten. Kiel konnte nicht nur ausgleichen, sondern zum 18:19-Halbzeitstand erstmals in Führung gehen. „Wir sind dann mit einem nicht mehr so guten Gefühl in die Pause gegangen“, blickte Wiegert zurück.

Nach dem Seitenwechsel blieb der THW zumeist vorn, nach 46 Minuten sogar mit zwei Treffern (24:26). Doch nun begann die zweite prägnante Phase, in der der SCM die Partie zu seinen Gunsten drehte. Ein Fünf-Tore-Lauf katapultierte die Grün-Roten auf einen Zwischenstand von 29:26 (49.). „Das macht mich stolz, dass unsere Mannschaft die Qualität hat, das einfach zu machen“, freute sich der Coach über den plötzlichen Lauf. Entschieden war indes noch nichts. Doch getragen von der unglaublich lauten Halle ließ sich die Wiegert-Sieben nicht mehr von der Erfolgsspur abbringen. Kiel kam noch einmal heran (30:29/56. Minute).

„Wir haben heute alles auf der Platte gelassen“, konnte Jicha seiner Sieben kaum Vorwürfe machen. Er sah die entscheidende Phase auch in den zwei Minuten, als Kiel drei schnelle Ballverluste kassierte. „Da haben wir Magdeburg eingeladen zu Tempogegenstößen, sie haben das brutal bestraft“, ärgerte er sich.

Sein Magdeburger Pendant genoss indes den Erfolg. „Zwei Punkte gegen Kiel sind für uns alles andere als normal. Das Momentum nehmen wir gern mit.“

SC Magdeburg (Tore): Green, Thulin - O’Sullivan (1), Musa (2), Chrapkowski (1), Musche (5), Hornke (5), Lagergren (4), Bezjak (2), Damgaard (6), Pettersson (5), Schmidt (1), Steinert, Mertens.

THW Kiel: N. Landin, Quenstedt - Duvnjak, Reinkind (2), M. Landin (3), Kristjansson, Weinhold (2), Wiencek (3), Ekberg (11), Rahmel, Dahmke, Zarabec (1), Horak, Bilyk (1), Pekeler (3), Nilsson (5).

VON SABINE LINDENAU

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