FUSSBALL – OBERLIGA Lok setzt auf mehr Mut / Neumann verletzt

Flucht nach vorne

Trainer Jörn Schulz hat seine Mannschaft vor dem Spiel in Brandenburg umgekrempelt. Das Ergebnis war immerhin der erste Auswärtspunkt.
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Trainer Jörn Schulz hat seine Mannschaft vor dem Spiel in Brandenburg umgekrempelt. Das Ergebnis war immerhin der erste Auswärtspunkt.

Stendal – Die nackten Zahlen und Werte sprechen im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga aktuell gegen den 1. FC Lok Stendal. Aus sieben Spielen holte die Mannschaft von Trainer Jörn Schulz lediglich vier Punkte, schoss gerade einmal sieben Tore.

Nach dem 2:1-Erfolg der Charlottenburger Hertha am vergangenen Sonntag über Strausberg rutschte der 1. FC Lok auf den letzten Tabellenplatz ab.

Und doch macht der jüngste Spieltag mit dem späten 1:1-Unentschieden beim Brandenburger SC Süd Mut, denn die Eisenbahner haben in vielerlei Hinsicht ihre Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt.

So waren es gleich mehrere Tiefschläge, die Schulz und sein Team rundum das Kellerduell in der Havelstadt zu verdauen hatten. Im Abschlusstraining schied Vize-Kapitän Martin Gödecke verletzt aus und musste für das Sechs-Punkte-Spiel passen. Für ihn rückte Youngster Lukas Pfeiffer überraschend in die Startelf. Unzählige Akzente setzte der Neuzugang aus der eigenen Jugend freilich noch nicht, doch Fleiß und Einsatzfreudigkeit waren dem Angreifer nicht abzusprechen. Nach knapp einer Stunde wurde er von Maurice Schmidt ersetzt, der nach dem Ausfall Gödeckes eher in der Startformation erwartet worden war.

Die Stendaler Pannenserie setzte sich nach Gödeckes Trainingsverletzung am Spieltag selbst mit einem Wasserschaden im Stendaler „Hölzchen“ fort. Der gesamte Funktionstrakt stand unter Wasser. Schuhe und weitere Ausrüstungsgegenstände für die Auswärtsreise waren nass. Es musste improvisiert werden. Letztlich kam Lok etwas verspätet beim BSC Süd an, konnte aber problemlos spielen.

Nach dem Anpfiff der Partie waren es dann zur Abwechslung die Stendaler selbst, die überraschten. Anstatt tief zu stehen und auf Konter zu lauern – wie es Lok in der Saison häufig praktiziert hatte –, suchten die Gäste ihr Heil in der Offensive. Pfeiffer war neben Denis Neumann eine zweite, echte Spitze. Dahinter baute sich eine offensive Dreierreihe aus Niclas Buschke, Tim Kolzenburg und Max Salge auf. Lok reagierte nicht, Lok agierte. Dies sorgte nicht nur für Brandenburger Verwunderung, sondern auch für die eine oder andere Torchance. Der BSC hingegen lieferte trotz zahlreicher Neuzugänge und seinem namhaften Spielmacher Thiago Rockenbach da Silva ein biederes Heimspiel ab.

Das Führungstor der Platzherren, der nächste Stendaler Nackenschlag, war ein reines Zufallsprodukt. Felix Knoblich, überraschend als Linksverteidiger für Benjamin Bubke aufgeboten, versprang der Ball, Brandenburg schaltete schnell, flankte und traf. Alles schien gegen Jörn Schulz und seine junge Mannschaft zu laufen, doch deren Köpfe blieben oben. Der Lohn folgte in der Schlussminute, als Neumann eine Eingabe aus dem Halbfeld mit aller Entschlossenheit ins Tor zwang. Immerhin: Der erste Auswärtspunkt war somit gesichert.

Trotz des Absturzes ans Tabellenende gehen die Eisenbahner nach diesem chaotischen Wochenende zuversichtlich in die kommenden Aufgaben. Sie haben als Team funktioniert, sämtliche Rückschläge pariert und gesehen, dass es mit dem BSC Süd ein weiteres Team gibt, das keinesfalls besser als man selbst ist. Einfacher wird es allerdings nicht: Während Martin Gödecke am Montag ins Training zurückgekehrt ist, droht Denis Neumann mit einem Muskelfaserriss längerfristig auszufallen. VON TOBIAS HAACK

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