Handball-Spektakel in Hamburg

Final Four: SC Magdeburg nach Krimi im Handball-Pokalfinale

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Mannschaft und Fans im Freudentaumel.

Hamburg/Magdeburg. Es bedarf die zweite Verlängerung an diesem Abend bis um 19.40 Uhr, bis der Einzug des SC Magdeburg in das Handball-Pokalfinale fest stand. Am Ende rang die Wiegert-Sieben den Bergischen HC mit 36:33 (14:15, 29:29) nieder.

Bereits nach wenigen Sekunden zeichnete es sich ab, dass es ein physisches Spiel werden wird. Beide Teams schenkten sich in der Defensive nichts. Dennoch blieb es fair. Vorab: Es gab nur drei Zeitstrafen im ersten Spielabschnitt. Der erste Treffer war dem SC Magdeburg vorbehalten. Robert Weber netzte nach 34 Sekunden ein. Doch in der Folge unterstrichen die Handballer des Bergischen HC, dass sie nicht nur wegen des Dabei-Seins nach Hamburg gereist waren und spielten den SCM phasenweise schwindelig. Absetzen konnte sich zunächst keine der beiden Mannschaften – 6:6 (10.).

Der SCM wirkte unkonzentriert und trat im ersten Durchgang zu ideenlos auf. Auch eine Überzahl beendeten sie ohne eigenen Treffer. Vor allem Zeljko Musa wirkte bei den Landeshaupstädtern wie ein Fremdkörper. Er warf freie Bälle direkt zum Gegenspieler. Mit der Pausensirene bescherte SCMs Bester Robert Weber mit seinem bis dato fünften Treffer, dem zweiten vom Siebenmeterpunkt, den 14:15 Halbzeitstand.

Der Start in die zweite Halbzeit hätte nicht besser sein können. Marko Bezjak, drei Mal Robert Weber und Finn Lemke nahmen die Geschenke der BHC-Deckung dankend an und brachten den SCM deutlich in Führung – 19:15. Jetzt klappte bei den Börde-Handballer alles was klappen musste und der Bergische HC verzweifelte an einem nun immer stärker werdenden Jannick Green. Aber auch Mittwoch im EHF-Cup gegen Göppingen führte der SCM deutlich mit sieben Toren und gewann am Ende nur mit zweien Vorsprung. Dieser würde heute für den Finaleinzug reichen.

Weber avancierte auf Seiten des SCM immer mehr zum Torgaranten. Ein ums andere Mal setzte sich der Rechtsaußen gekonnt durch und netzte weiter fröhlich ein. Sein Treffer zum 22:19 war bereits der elfte an diesem Abend (40.). Aber die Magdeburger wären nicht die Magdeburger, wenn die Angelegenheit trotz einer deutlichen Führung noch einmal eng werden würde. So verkleinerte der BHC stetig den Rückstand und war in der Schlussphase wieder auf ein Tor heran gerückt. Moritz Preuss vollendete einen Tempogegenstoß zum 24:25 aus Sicht der Löwen aus NRW (49.). Während einer Zeitstrafe, die Michael Haaß absitzte, glichen sie sogar durch Preuss aus – 26:26 (51.).

Dies versprach noch einmal Spannung in den letzten Minuten. Bereits das erste Halbfinale zwischen Flensburg und Mannheim wurde erst in der Verlängerung mit 31:30 entschieden. Nach einem leichtfertigen Fehler von Marko Bezjak im Angriff ging sogar die Führung wieder an die Handballer aus dem Bergischen Land. Christian Hoße schaltete am schnellsten und vergoldete den Gegenstoß – 28:29. Yves Grafenhorst glich kurzum aus. Dank eines Fehlwurfs des BHC wankte das Momentum eine Minute vor dem Ende aus Seiten der Magdeburger. 47 Sekunden vor dem Ende kam es zum Duell Weber gegen Gustavsson. Der Magdeburger vergab.

Somit bekam der BHC 20 Sekunden vor dem Ende die Chance mit dem Treffer zum 30:29 den Überraschungssieg perfekt zu machen. Dazu nahm Sebastian Hinze noch einmal eine Auszeit. Ebenso Augenblicke für Wiegert seine Sieben auf die letzte Szene der Partie einzustellen. Nach einem lang gezogenen Spielzug, den Arnor Gunnarsson vergolden sollte, landete der Ball mit einem Roller nur neben dem Tor. Somit gab es auch im zweiten Spiel Verlängerung.

Während der BHC noch in Unterzahl brachten Bezjak und Zelenovic den SCM wieder auf zwei Tore vor – 31:29 (62.). Auch dank Robert Weber, der weiter unbeirrt traf, rettete der SCM ein knappe 33:32 in die Pause. Für die letzten fünf Minuten brachte Wiegert noch mal Quenstedt zurück auf die Platte, zudem zog sich der BHC durch einen Wechselfehler einen unnötige Strafe zu. Grafenhorst erhöhte folglich auf 34:32 (67.). Die SCM-Sieben versuchte nun, das Spiel zu beruhigen und sichere Tore zu werfen. Dies gelang Michael Damgaard: 35:32 (68.).

Dank eines überragenden Dario Quenstedt, der drei Würfe parierte, reichte es für den erneuten Finaleinzug. Nemanja Zelenovic markierte den 36:33-Endstand. Somit bekommt der SCM morgen ab 15 Uhr die Möglichkeit, Revanche für die bittere Niederlage aus dem Vorjahr zu nehmen.

Von Falk-Stéphane Dezort

Die Statistik

Green, Quenstedt – Musa, Musche, Bagerstedt (1), Grafenhorst (6), Haaß, Bezjak (3), Weber (12), Damgaard (8), Zelenovic (5), Lemke, Rojewski, van Olphen, Schöngarth

Zuschauer: 13.200

Handball-Pokalfinale: SC Magdeburg kurz vor dem Ziel

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