FUSSBALL – 3. LIGA FCM schlägt sich gegen Braunschweig selbst

Das Festival der Fehler

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Jürgen Gjasula (r.) und dem 1. FC Magdeburg fehlte im Spiel gegen Eintracht Braunschweig die Durchsetzungskraft im Zentrum.

Magdeburg – Die Vorfreude war groß, die Motivation noch größer. Doch am Ende fiel der 1. FC Magdeburg auf den harten Boden der Drittliga-Realität. Zum Saisonauftakt kassierte die Elf von Trainer Stefan Krämer am Sonnabend ein 2:4 (1:3) gegen Eintracht Braunschweig.

Eine Niederlage, die hätte vermieden werden können. Zwei Gegentoren gingen schwerwiegende FCM-Patzer voraus.

„Fußball ist ein Fehlerspiel, aber heute haben wir eindeutig zu viele Fehler gemacht. So eine abgezockte Mannschaft wie Braunschweig nutzt die Fehler aus.“ Stefan Krämer dachte vor allem an drei der vier Eintracht-Treffer. Das 0:1 fiel, als Tobias Müller im Vorwärtsgang dem Gegner dem Ball zuspielte. Marcel Bär schaltete schnell um, fand Martin Kobylanski, der unhaltbar einnetzen konnte.

Beim 1:2 konnte der Braunschweiger Neuzugang völlig unbedrängt per Kopf einnetzen. Beim 1:3 sah Torwart Alexander Brunst schlecht aus. Er war herausgelaufen, konnte den Ball aber nicht abfangen und wurde überlupft. Und so stand für Krämer fest: „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren.“ Im zweiten Spielabschnitt sah er seine Elf aufopferungsvoll kämpfen.

Doch glasklare Chancen blieben Mangelware. Zwar konnte Christian Beck noch auf 2:3 verkürzen. Doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. Auch nicht, als Braunschweig nach diesem Tor Jasmin Fejzic ersetzen musste. Der Keeper, in der vergangenen Saison noch in Diensten des FCM, war über einen eigenen Mitspieler gestürzt und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert. „Das kann einen Knackpunkt geben“, war Eintracht-Coach Christian Flüthmann erleichtert, dass dies nicht passierte.

Ihm war aber auch bewusst, dass individuelle Fehler der Gastgeber zu den eigenen Treffern geführt haben. „Wir haben die Umschaltmomente, die wir nutzen wollten, brutal effektiv genutzt.“ Fürs Spiel selbst tat sie indes nicht viel. Immer wieder waren es die Magdeburger, die den Weg nach vorn suchen wollten. „Ich will, dass meine Mannschaft Fußball spielt“, zeigte sich Krämer in Ansätzen zufrieden.

Doch zu viele Pässe kamen bei dem Versuch, sich durchs Zentrum zu kombinieren, beim Gegner an. Zu selten versuchten es die FCM-Spieler, ihr Heil über die Außen zu suchen. Da beide Teams aus einem 4-2-3-1-System heraus agierten, blieb im Zentrum oft zu wenig Platz. Braunschweig zog sich im Schlussviertel in die eigene Hälfte zurück, reagierte nur noch. In den letzten Minuten wurde es hitzig. Björn Rother sah Rot, nachdem er Nick Proschwitz von hinten traf (83.). Nur drei Minuten später wurde Co-Trainer Silvio Bankert wegen Unsportlichkeit des Platzes verwiesen.

Der Rudelbildung am Rasenrand folgte ein erbitterter Kampf des FCM, der nun erst recht das 3:3 erzwingen wollte. Stattdessen fiel der vierte Braunschweiger Treffer zum 2:4-Endstand. Erneut aus einer Kontersituation heraus. Ein bitterer Start in Liga drei nach dem Abstieg aus dem Fußball-Unterhaus. Krämer sagt ganz klar: „Wir müssen unsere Fehlerquote reduzieren, so einfach ist es. Da haben wir noch viel zu tun.“ Es war ja auch erst der erste Spieltag.

Tore: 0:1 Martin Kobylanski (7.), 1:1 Sören Bertram (12.), 1:2 Kobylanski (18.), 1:3 Marcel Bär (32.), 2:3 Christian Beck (51.), 1:4 Kobylanski (90.+6.).

1. FC Magdeburg: Brunst - Chahed (73. Ernst), Rother, Müller, Perthel - Gjasula (87. Harant), Preißinger - Costly, Kvesic, Bertram (72. Osei Kwadwo) - Beck.

Eintracht Braunschweig: Fejzic (54. Engelhardt) - Kijewski, Nikansah, Becker, Kessel - Pfitzner, Nehrig (74. Wiebe) - Kobylanski, Putaro (46. Feigenspan), Bär - Proschwitz.

Bes. Vorkommnisse: Rote Karte Björn Rother (1. FCM/84.), Rote Karte Silvio Bankert (Co-Trainer 1. FCM/87.).

VON SABINE LINDENAU

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