Fußball - 3. Liga

FCM im Ostderby gegen Dynamo Dresden unter Druck

FCM-Mittelfeldspieler im Spiel gegen 1860 München am Ball. Er hat im Januar 2020 jedes Spiel mitgespielt.
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Hat in keinem Januar-Spiel gefehlt: Mittelfeldspieler Thore Jacobsen. Er dürfte auch morgen im Heimspiel des FCM gegen Dynamo Dresden gesetzt sein.
  • Sabine Lindenau
    vonSabine Lindenau
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Magdeburg – Die Pause hat gutgetan, das geheime Training und der Rückzug aus der Öffentlichkeit möglicherweise auch. Ob die zurückgekehrte körperliche und mentale Frische den Drittliga-Profis des 1. FC Magdeburg reichen, um am Sonnabend gegen den Tabellenführer zu bestehen, wird sich zeigen.

Ab 14 Uhr gastiert Dynamo Dresden in der MDCC-Arena. Der Ost-Klassiker, der für eine volle Hütte sorgen würde, muss in Pandemie-Zeiten aber ohne Fans auskommen.

„Wir müssen ans Limit gehen, sonst sind wir chancenlos.“ Thomas Hoßmang weiß, was die Stunde geschlagen hat. Für den FCM-Trainer dürfte die morgige Partie erneut zu einem Endspiel werden. Für seine Mannschaft geht es einmal mehr um drei unendlich wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die zwei Tage Pause nach dem kurzfristig abgesagten Spiel bei Viktoria Köln hätten seinen Schützlingen gutgetan. Der harte Januar-Rhythmus mit einer englischen Woche nach der anderen ist vorbei. Der FCM hatte eine ganze Woche, sich auf Dynamo vorzubereiten.

Das große Ostduell - die Bilanz

Schon in der DDR-Oberliga duellierten sich die beiden Vereine von der Elbe. In den insgesamt 52 Partien ging der FCM gegen Dynamo Dresden 14-mal als Sieger vom Platz, musste 25 Niederlagen einstecken. 13 Partien endeten mit einem Remis. Auch im FDGB-Pokal spricht die Bilanz für die Sachsen. Dynamo gewann dreimal, Magdeburg zweimal. Jedoch gewann der FCM das einzige Endspiel zwischen beiden Teams. 1978 sorgte Manfred Zapf mit einem Kopfballtor (8.) für einen knappen, aber dennoch hochverdienten 1:0-Sieg. Ausgeglichen lief es in der 2. Bundesliga. Beide Spiele in der Saison 2018/19 gingen unentschieden aus. In der 3. Liga gab es bislang erst drei Aufein-andertreffen. Dresden gewann zweimal, zudem gab es ein Remis. Der FCM konnte noch kein Drittliga-Duell für sich entscheiden.

In der Regionalliga Nord gewannen beide Vereine jeweils zweimal. Aus dieser Zeit datiert auch der letzte Magdeburger Sieg. 1:0 hieß es im August 2007 für Blau-Weiß. In der Oberliga NOFV-Süd spielten beide Profi-Teams in ihren schwierigen Zeiten (1996/97) auch in einer Saison gegeneinander. Beide Partien gingen an den FCM. Zwischen 1994 und 2000 waren der 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden in der Regionalliga Nordost aktiv. Die Bilanz: ein Sieg, ein Remis, vier Niederlagen.

Die Statistik spricht für die Sachsen, die insgesamt 36-mal gewannen. Magdeburg war 21-mal erfolgreich. Zudem gab es 18 Unentschieden in den legendären Ost-Duellen.

Am Montag hatte Kapitän Tobias Müller über die vereinsinternen Social-Media-Kanäle verkündet: „Als Mannschaft haben wir uns bewusst dazu entschlossen, den Fokus auf das Derby gegen Dresden zu legen und uns medial zurückzuhalten. Wir wollen die sportlichen Probleme auf dem Platz angehen und lösen.“ Das machten er und seine Mitstreiter dann auch. Das Aufwärmtraining zum Start in die Woche hatte dann gleich etwas Teambildendes. Es galt, die Plätze vom Schnee zu befreien. Mit Schippen und Schubkarren packten die Profis an, um dann in die intensiven Einheiten zu starten.

„Wir hatten gute Trainingstage“, zog Hoßmang gestern Nachmittag bei der Pressekonferenz Bilanz. Ganz wichtig: „Dass die geistige Frische wieder da ist, sieht man an den Trainingseinheiten.“ Und so könnte es durchaus sein, dass die gleiche Startelf auflaufen wird wie bei den meisten Januar-Spielen. In Köln wollte der Chefcoach rotieren lassen, weil eben diese Frische zuletzt bei der 0:3-Niederlage gegen 1860 München gefehlt hatte.

Definitiv nicht spielen wird Andreas Müller, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Da mit Julian Weigel und Nico Mai zwei U23-Akteure an den Regionalligisten Germania Halberstadt ausgeliehen wurden, Müller pausieren muss und Maximilian Franzke verletzungsbedingt ausfällt, wird es nicht ganz einfach, die U23-Regel zu erfüllen. Vier Spieler müssen im Kader sein. Und so dürfte ein Teil der Ersatzbank jetzt schon feststehen. Neben Ersatztorhüter Timon Weiner dürften Henry Rorig und Philipp Harant auf der Bank sitzen. Hoßmang greift darüber hinaus mit Tom Weiß auf einen U19-Spieler zurück, der flexibel im Mittelfeld einsetzbar sei. Und er in der zurückliegenden Wochen auch schon immer mit den Profis zusammen trainiert habe.

Was positiv ist: Alle Spieler sind verletzungsfrei geblieben. Vielleicht gebe es dennoch die eine oder andere Änderung in der Startelf. „Aufgrund der Trainingsleistungen“, so Hoßmang, der aber keine Namen preisgab. Wie immer gelte es, klug zu entscheiden und die richtigen Maßnahmen zu treffen. Schließlich kommt mit Dynamo Dresden der Drittliga-Spitzenreiter. Der FCM-Coach weiß: „Wir müssen vor allem als Team auftreten.“ Die Grundtugenden auf den Rasen bringen, Dresden beschäftigen, eigene Chancen nutzen: So könnte es gelingen, die drei Punkte in Magdeburg zu behalten. Was helfen könnte: Bei Dresden fallen zwei wichtige Innenverteidiger aus. Aber dennoch ist die individuelle Qualität der Sachsen natürlich groß, vor allem offensiv.

Der FCM sollte sich an die beiden Siege in Unterhaching und Duisburg erinnern, dann ist vielleicht das Wunder gegen Dynamo möglich.

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