Fußball - 3. Liga

FCM schüttelt den 1. FC Kaiserslautern im Abstiegskampf ab

Spieler des 1. FC Magdeburg laufen nach dem 1:0 gegen Kaiserslautern jubeln über den Platz.
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Gemeinsam kämpfen, gemeinsam jubeln: Nach dem 1:0 durch Baris Atik (vorn, 2. v.l.) feierten die Drittliga-Profis des 1. FC Magdeburg den kleinen Befreiungsschlag. Sie bezwangen mit Kaiserslautern einen Mitkonkurrenten.
  • Sabine Lindenau
    VonSabine Lindenau
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Magdeburg – Auch wenn es nur drei Punkte zu verteilen gab, war es das viel beschworene Sechs-Punkte-Spiel für den 1. FC Magdeburg. Die Mannschaft von Trainer Christian Titz hielt dem Druck stand, gewann am Sonnabendnachmittag sein Drittliga-Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:0 (0:0).

Zwar stehen die Elbestädter noch immer auf dem ersten Abstiegsrang. Doch: Sie konnten die Roten Teufel abschütteln, die nun fünf Punkte Rückstand auf den FCM haben. Das rettende Ufer ist nur einen Zähler entfernt.

Titz musste auf Jürgen Gjasula verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag das Knie verdreht hatte. Zwar ging er direkt zum Arzt und die Hoffnung war groß, dass er würde auflaufen können. „Aber es war Flüssigkeit drin, sodass wir leider auf ihn verzichten mussten“, erklärte der Trainer nach Abpfiff. Für Gjasula lief Sebastian Jakubiak von Beginn an auf. Der zuletzt gelbgesperrte Kai Brünker ersetzte Sirlord Conteh.

Die Magdeburger begannen konzentriert, übernahmen die Regie auf dem weiterhin schlechten Rasen. Immer wieder verlagerten sie das Spiel mit langen Diagonalpässen, suchten Dominik Ernst auf dem rechten Flügel. In der 10. Minute hatte Baris Atik die Führung auf dem Fuß. Nach sehenswerter Hereingabe von Raphael Obermair zog er im Strafraum direkt ab. Doch der Ball ging weit übers Tor hinaus. Ein Ernst-Foul an Elias Huth kurz vor der Strafraumgrenze brachte den Gästen die erste Möglichkeit ein. Doch Lauterns Marln Ritter schoss die Kugel direkt in die Arme von FCM-Schlussmann Morten Behrens (17.). Nun waren die Pfälzer besser in der Partie, die intensiver und kampfbetonter wurde. Immer wieder wurde der Spielfluss durch Nicklichkeiten, Fouls und Rudelbildungen unterbrochen. Im knallharten Abstiegskampf kochten die Emotionen bisweilen über.

Meine Mannschaft hat wirklich einen sehr fokussierten Eindruck gemacht und diszipliniert die Räume hinten zugemacht.

Christian Titz (Trainer 1. FC Magdeburg)

Die Defensivreihen standen auf beiden Seiten sicher, in der Box kam der Ball selten an. Marvin Pourié hätte die Gäste in der 35. Minute in Front bringen können. Sein Schuss ging nur knapp am Magdeburger Kasten vorbei. „Wir wurden dann schludrig über die rechte Seite“, ärgerte sich Titz. Doch ihm war bewusst, dass sich mit zunehmender Spieldauer mehr Räume ergeben würden. Vor allem, wenn die Diagonalverlagerungen gelingen würden. Und so gingen die FCM-Profis dann auch in den zweiten Durchgang, suchten konsequent die Flügelspieler. Über die linke Seite wurde auch das erlösende 1:0 eingeleitet. Jakubiak flankte auf Atik, der den Ball im Strafraum sicher annahm, sich drehte und einnetzte (56.). Ein Befreiungsschlag, der für Jubel sorgte. Auf dem Rasen genauso wie auf der Bank und auf der Tribüne. Atik, der Winterneuzugang, der laut Titz ein „Unterschiedspieler“ ist, genoss den Trubel. Aber nur kurz. Denn nun waren es die Roten Teufel, die mehr Druck machten. Die größte Möglichkeit vergab Kapitän Jean Zimmer (72.). Der FCM wurde in Umschaltsituationen gefährlich. Zumindest bis zur Strafraumgrenze. „Da waren wir dann wieder schludrig im Ausspielen“, fasste Titz zusammen. So hätte Obermair einen Ball fast ins Tor geköpft, als er von FCK-Keeper Avdo Spahic versehentlich angespielt wurde (80.). Sieben Minuten später hämmerte der eingewechselte Sören Bertram die Kugel bei einem Freistoß aus gut 25 Metern beinahe in den Winkel. Doch Spahic rettete stark (86.). Daniel Steininger, ebenfalls eingewechselt, hätte in der Schlussminute alles klar machen müssen. Da Lauterns Torwart mit nach vorn gelaufen war, blieb sein Kasten leer. Doch statt einfach aus der Distanz abzuziehen, legte er sich die Kugel zu weit vor. Dennoch reichte es am Ende für den Dreier.

Als der Schlusspfiff ertönte, brannten die Fans vor dem Stadion ein Bengalo-Feuerwerk ab, sodass die Jubelschreie der Profis beinahe untergingen. „Meine Mannschaft hat wirklich einen sehr fokussierten Eindruck gemacht und diszipliniert die Räume hinten zugemacht“, zollte Titz seinen Schützlingen Lob für ihre Einstellung. Dabei wirkte er ähnlich gelöst wie die Mannschaft, die wieder an sich glaubt und einen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht hat.

Statistik

Tor: 1:0 Baris Atik (56.)
1. FC Magdeburg: Behrens - T. Müller, A. Müller, Bittroff - Ernst (88. Steininger), Jacobsen, Malachowski, Obermair - Atik (76. Perthel), Jakubiak (63. Bertram) - Brünker (76. Beck).

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