3. Liga: Magdeburger Trainer sieht seine Mannschaft für die Rückrunde gerüstet

FCM-Coach Härtel: „Der Weg ist noch extrem lang“

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Beim Landespokalgastspiel in Liesten präsentierte sich Jens Härtel ganz volksnah.

Magdeburg. Die Pause war kurz, die Vorbereitungszeit nicht viel länger. Auch ohne Trainingslager in England ist der 1. FC Magdeburg für die Rückrunde in der Dritten Fußball-Bundesliga bereit.

Fokussiert auf den Aufstieg in Liga zwei möchte die Mannschaft von Trainer Jens Härtel bereits zum Auftakt am kommenden Montag in Erfurt unter Beweis stellen, dass sie zurecht Tabellenführer ist. Wir haben mit dem Cheftrainer zurück- und vorausgeschaut.

AZ-Interview

Herr Härtel, die Vorbereitung ist vorbei. Zwei Spiele, zwei Siege in den Testspielen. Was ist gut gelaufen, was eher weniger? 

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Nicht nur mit den beiden erfolgreichen Testspielen, sondern generell, wie die Mannschaft arbeitet. Die Sachen, die wir vorgegeben haben, sind sehr gut umgesetzt worden. Meine Mannschaft ist sehr fokussiert und arbeitet sehr konzentriert. In der Vorbereitung haben wir auch die Dinge noch einmal aufgefrischt, die man während der Punktspiele nicht immer trainieren kann. Es geht darum, dass die Abläufe stimmen, deshalb denke ich, dass wir für den Rest der Saison gut vorbereitet sind.“ 

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem einzigen Neuzugang Marcel Costly? 

„Genau wie mit den anderen Spielern aus der Mannschaft bin ich mit Marcel zufrieden. Es war ärgerlich, dass er das Testspiel in Cottbus krankheitsbedingt verpasst hat. Er hat schnell viele Dinge angenommen, die hier anders sind, als in Mainz. Es ist ein Prozess, der jedoch noch nicht abgeschlossen ist, hier müssen wir gemeinsam weiter dran bleiben.“ 

Das Transferfenster ist noch nicht geschlossen? Verstärken Sie sich noch? Verlässt noch ein Spieler den FCM? 

„So lang, wie das Transferfenster geöffnet ist, kann man nichts ausschließen. Aber derzeit haben wir keine weiteren Zugänge geplant.“ 

Die Rückrunde geht am Montag wieder los? Sind Sie bereit für den Rest der Saison? 

„Wir nehmen ein gutes Gefühl aus der Vorbereitung mit, aber die Antwort auf diese Frage erhalten wir erst mit dem ersten Punktspiel in Erfurt. Danach werden wir die Situation beantworten können.“ 

Sie fahren am Montag als Tabellenführer zunächst zum Tabellenletzten Rot-Weiß Erfurt. Von der Konstellation her eigentlich eine klare Sache, oder? Ist der Auswärtssieg schon eingetütet oder rechnen Sie mit einem gefährlichen, weil angeschlagenen Gegner? 

„In dieser 3. Liga ist es in jedem Spiel egal, wo die Mannschaften in der Tabelle stehen. Jeder ist in der Lage, jeden zu schlagen. Ich glaube, vor zwei Jahren hat Erfurt im ersten Spiel nach der Winterpause, obwohl sie unter Druck standen, Dynamo Dresden als Tabellenführer geschlagen. Erfurt hat sich in der Vorbereitung neu motiviert und sie sehen die riesige Chance, gegen uns – den Tabellenführer – für positive Schlagzeilen zu sorgen. RWE ist vom Blatt Papier her der klare Außenseiter, aber in einem Spiel können diese Grenzen klar verschwimmen.“ 

Never change a winning team... Sind die Spieler, die sich in der Hinrunde als große Stützen bewährt haben, auch in der Rückrunde gesetzt? 

„Wir haben nicht vergessen, wie wir als Mannschaft bzw. einzelne Spieler in der Hinrunde gespielt haben. Es gilt für alle, das immer wieder zu beweisen und die Leistungen zu untermauern. Niemand ist gesetzt, Woche für Woche müssen sich die Spieler ihren Platz in der Mannschaft hart erarbeiten. Man kann auch mal ein nicht so gutes Spiel zeigen, ohne rauszufallen, aber überwiegen darf dies nicht.“

Am 27. Januar ist endlich wieder Heimspielzeit. Denken Sie schon an Meppen oder steht momentan nur Rot-Weiß Erfurt im Fokus? 

„Im Moment konzentrieren wir uns nur auf Erfurt, wo der Fokus auf einen guten Start in die Rückrunde liegt. Das Heimspiel gegen den SV Meppen sehen wir erst im Anschluss an diese schwere Auftaktpartie.“ 

Vor der Winterpause sagten Sie bereits, dass Sie den Platz verteidigen und möglichst nicht mehr hergeben, ergo aufsteigen möchten. Wie schwer wird der Weg dorthin? Welche Spiele dürften die schwierigsten werden? Welche Mannschaft könnte Ihnen noch einen Strich durch die Rechnung machen? 

„Der Weg dort oben zu bleiben, ist extrem lang und es gibt viele große Steine, die aus dem Weg geräumt werden müssen. Jedes Spiel stellt für uns eine neue Herausforderung in dieser Liga dar. Manche Partien zählen natürlich doppelt, weil es auch gegen direkte Konkurrenten geht. Es können uns noch viele Mannschaften einen Strich durch die Rechnung machen. Die Mannschaft, die in einen Flow kommt, kann am Ende noch ganz oben stehen. Das hat Würzburg 2015/2016 gezeigt und im letzten Jahr Regensburg und Kiel, die hinten raus sehr stabil aufgetreten sind und am Ende ein Stückchen vorne weg liefen.“

Von Sabine Lindenau

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