1. az-online.de
  2. Sport
  3. Altmark-Sport

1. FC Lok Stendal zieht positive Zwischenbilanz

Erstellt:

Von: Tobias Haack

Kommentare

Benjamin Bubke wird nach seinem Tor in Tangermünde gefeiert.
Gejubelt wurde häufig beim 1. FC Lok Stendal. © Haack

Der 1. FC Lok Stendal hat das erste Halbjahr der Fußball-Verbandsliga auf einem guten vierten Platz abgeschlossen. Die Top drei aber bleiben fest im Fokus der Altmärker.

Sie wollten sich konsolidieren, einfach mal wieder Spiele gewinnen, Spaß am Fußball haben, die Fans versöhnen, sich neu erfinden. Spieler, Trainer und Verantwortliche des 1. FC Lok Stendal hatten im vergangenen Sommer keine exorbitant hohen Erwartungen an die neue Spielzeit. Der Ballast aus fünf harten Oberliga-Jahren sollte abgeworfen werden. Zur Winterpause lässt sich festhalten: Dieses Ziel haben die Rolandstädter erreicht! Als Tabellenvierter spielen sie eine sehr ordentliche Runde. Endlich mal wieder. Doch geht da nicht vielleicht noch mehr?

Der Auftakt in die Saison war in vielerlei Hinsicht furios. David gegen Goliath hieß es vor über 1 500 Zuschauern zum Start beim FSV Saxonia Tangermünde. Den Angriff der lokalen Konkurrenz parierten die Stendaler mit Bravour. 5:0 hieß es am Ende von einseitigen 90 Minuten. „Ein guter Beginn, leider ein bisschen zu gut, glaube ich“, sagt Lok-Sportchef Lars Streißenberger heute. Denn auf die Gala an der Elbe folgte dann doch ein Stotterstart, was gleichwohl auch einem harten Programm geschuldet war.

Der aufgerüstete Titelanwärter SSC Weißenfels zeigte den Stendalern umgehend die Grenzen auf – 1:3. „Zu früh“, kam dieser Gegner nach dem Geschmack von Lok-Trainer Jörn Schulz. „Die haben uns gezeigt, was Männerfußball ist“, beschreibt Streißenberger die erste Saisonniederlage. Von den kommenden fünf Pflichtspielen verloren die Eisenbahner vier. Das Kapitel Landespokal war somit geschlossen und auch in der Liga waren die Spitzenplätze vorerst außer Sichtweite. Streißenberger: „Wenn man nach ganz oben möchte, dürfen die Spieltage zwei bis sechs nicht passieren. Wir hätten es gerne länger spannend gehalten, aber so sind Weißenfels und der FCM weg.“

Positiv war die Stendaler Reaktion, die sich im Herbst anschloss. Statt im grauen Mittelmaß zu verharren, wussten die Altmärker sich zu steigern. Ein Verdienst des Trainerteams, wie Lars Streißenberger bemerkt: „Der Trainer hat gut reagiert. Er hat die Zügel angezogen, die Mannschaft permanent gefordert und so weiterentwickelt.“ Die Weiterentwicklung ließ sich an bärenstarken Zahlen ablesen. Die junge Stendaler Mannschaft fuhr zehn Siege aus zwölf Spielen ein. Mit dabei waren absolute Highlights wie das 2:0 in einem hart umkämpften Altmark-Derby gegen den SSV Gardelegen – das Ganze in einem rappelvollen „Hölzchen“.

Wenn man nach ganz oben möchte, dürfen die Spieltage zwei bis sechs nicht passieren. Wir hätten es gerne länger spannend gehalten, aber so sind Weißenfels und der FCM weg.

Lars Streißenberger (Sportlicher Leiter, 1. FC Lok Stendal)

Bemerkenswert war auch das souveräne 2:0 bei Verbandsliga-Dino Haldensleben. Von einer der besten Saisonleistungen sprachen alle Beteiligten nach dem Verfolgerduell beim SV Dessau. „Da hatten wir, glaube ich, 20 Torschüsse“, schwärmt Lars Streißenberger. Dumm nur, dass keiner davon zum Torerfolg führte. Das 0:0 war ärgerlich und letztlich dafür verantwortlich, dass die Stendaler als Vierter nur knapp nicht unter den besten Drei überwintern durften.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Schulz-Elf in einigen Spielen die nötige Portion Glück auf ihrer Seite hatte. Exemplarisch stand der 3:1-Heimerfolg gegen den VfB Sangerhausen. Hätten die Stendaler zur Pause 0:4 hinten gelegen, niemand hätte sich beschweren können. Der VfB aber schoss Neuzugang Philip Poser im Stendaler Tor berühmt und die Heimelf bestrafte diesen Wucher mit eiskalter Effizienz.

Ein Spiel, in dem alles funktionierte, war das glatte 5:0 gegen Blau-Weiß Dölau. Hier ging über 90 Minuten alles auf. Das Pressing griff, die Abwehr stand, die Chancenverwertung passte. An Auftritten wie diesem wird sich der 1. FC Lok Stendal in der Rückrunde messen lassen müssen. Die Altmärker haben gezeigt, dass sie es können.

Verbessern müssen sie sich allerdings im Torabschluss, wo die Konkurrenz an der Spitze deutlich mehr Treffer auf der Habenseite hat. „Viele Dinge werden mit den Spielen automatisch kommen, da sind wir entspannt. Die Jungs da vorne sind sehr jung. Rosario Schulze rackert unheimlich viel und ist dann vor dem Tor nicht frisch genug. Würde er nicht so viel für das Team arbeiten, wäre es auch blöd“, schildert Lars Streißenberger, warum er aktuell nicht zwingend nach einem Torjäger fahndet. Die Stendaler setzen auf Zeit und Entwicklung.

Mit dieser soll dann auch mehr Konstanz Einzug halten. Ausrutscher wie das 0:1 in Amsdorf oder beim MSC Preussen möchte der 1. FC Lok Stendal in Zukunft vermeiden. Ein Ziel haben sie sich jetzt nämlich doch noch gesetzt: Platz drei!

Auch interessant

Kommentare