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1. FC Lok Stendal zeigt Reaktion bei knapper Pleite gegen den Greifswalder FC

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Von: Tobias Haack

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Max Salge im Laufduell.
Max Salge (rechts) unterlag mit Lok nur knapp. © Haack, Tobias

Der 1. FC Lok Stendal gibt sich im Oberliga-Abstiegskampf noch nicht auf. Diese Erkenntnis ließ sich am Sonntag im Heimspiel gegen Greifswald gewinnen.

Im Abstiegskampf der NOFV Oberliga Nord hat sich der 1. FC Lok Stendal noch nicht aufgegeben. Dies ist die Erkenntnis des Sonntagnachmittags. Im Heimspiel gegen Titelanwärter Greifswalder FC lieferten die Eisenbahner einen aufopferungsvollen Kampf und verloren nur knapp mit 1:2 (0:0). Niclas Buschke erzielte den ersten Stendaler Treffer nach vier torlosen Spielen.

Die Vorzeichen des 1. FC Lok waren wie gewohnt schwierig. Gerade einmal 14 Feldspieler standen Trainer Jörn Schulz zur Verfügung. Die Startelf der Heimelf stellte sich somit fast von allein auf. Im Tor kam dabei John Ziesmann für den verletzten Mateusz Zlotogorski zum Einsatz – und stand gleich im Brennpunkt. Schon in der zweiten Minute zwang ihn der GFC zu einer ersten Glanzparade. Kurz darauf verpasste Lukas Knechtel nach einer Flanke am langen Pfosten (3.). Durchatmen! Greifswald begann mit offenem Visier, hielt dies aber nicht lange durch.

Oder wollte es nicht durchhalten. Denn in der Folge zog sich die Mannschaft von Weltmeister-Vater Roland Kroos etwas zurück, agierte nur noch im Mittelfeldpressing, tat dies aber auch nicht mit letzter Konsequenz. Für den 1. FC Lok Stendal ergab sich somit unverhofft viel Ballbesitz. Immer wieder war es Steven Schubert, der das Spiel von hinten heraus anschob. Das Übergangsspiel nach vorne krankte allerdings, sodass sich beide Teams im Mittelfeld bekämpften und neutralisierten.

Es war ein gegenseitiges Warten auf den Fehler des anderen. Und der unterlief Schubert in der 29. Minute. Ballverlust im Mittelfeld, Konter Greifswald, Paul Schönburg blockt gerade noch zur Ecke. Es war ein kleiner Weckruf für den Favoriten, der nun eine Schlussoffensive startete. Einen Kopfball von Velimir Jovanovic entschärfte Ziesmann (31.) ebenso, wie einen zu zentralen Abschluss von Bleon Salihu (39.). Noch in der gleichen Spielminute rettete Nils Breda in höchster Not. Die Stendaler Defensive hatte nun gut zu tun. Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte Artis Lazdins, der aber ebenfalls seinen Meister im starken John Ziesmann fand.

Durchgang zwei begann mit einem Doppelpack von Jovanovic. Tor Nummer eins wurde nur 19 Sekunden nach Wiederbeginn noch wegen Abseits zurückgepfiffen, beim 0:1 war dann nach einer Stendaler Fehlerkette aber alles korrekt (46.). Wenig später hätte es schon fast vorbei sein können. Peterson Appiah setzte eine gute Kopfballchance aber in die Arme von Ziesmann.

Außenseiter Stendal blieb im Spiel und bekam den Riesen zum möglichen Ausgleich: Einen Abschluss von Max Salge ließ GFC-Keeper Mika Schneider nur klatschen, Maurice Schmidt kam zum Nachschuss, traf aber nur die Querlatte (57.). Zwei Minuten später war die Stendaler Torflaute dann aber vorbei. Halblinks im Strafraum gelangte das Leder zu Niclas Buschke, der abzog und zum 1:1 ins lange Eck versenkte (59.). Es roch nach einer Sensation vor 178 Zuschauern, ehe es kurz darauf bitter wurde. Stendal lief in einen Konter, Lukas Knechtel kam zum Abschluss, Dominik Lehmpfuhl fälschte unhaltbar ab – 1:2 (63.).

Die Altmärker steckten nicht auf. Sie kämpften, sie mühten sich. Die nächste Großchance aber hatte Greifswald. Nach einem Konter traf Appiah am langen Pfosten aber das leere Tor nicht (78.). Es blieb beim knappen Erfolg für den aktuellen Tabellenzweiten.

„Wir haben das Spiel verdient gewonnen, haben uns das Leben aber selbst schwer gemacht, indem wir unsere Chancen nicht nutzen“, konstatierte Roland Kroos. Lok-Trainer Jörn Schulz machte seinem Team ein Kompliment: „Ich habe eine Stendaler Mannschaft gesehen, die gekämpft hat. Einer für den anderen. So muss es weitergehen.“

Tore: 0:1 Velimir Jovanovic (46.), 1:1 Niclas Buschke (59.), 1:2 Lukas Knechtel (63.).

1. FC Lok Stendal (AZ-Note): Ziesmann (2) - N. Breda (4), Lehmpfuhl (4), Schönburg (4), Bubke (3,5) - Schmidt (4), Schubert (3 / 82. Balliet), Knoblich (3,5), Salge (3,5) - Buschke (2,5), Erdmann (4).

Greifswalder FC: Schneider - Farr, Sanin, Rüh, Mietzelfeld - Salihu (90. Selchow), Müller, Lazdins, Knechtel - Appiah (82. Sindik), Jovanovic (90. Hecker).

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